Wer Ralf Rangnick kennt, der weiß, wie sehr ihn verärgern musste, was zu Beginn der zweiten Halbzeit geschah. Wofür Mainz in der ersten Halbzeit 100 Sekunden benötigte, dauerte nun 80 Sekunden: Wieder war es Holtby, der einen perfekten Pass auf Szalai spielte. Der musste diesmal nicht ablegen, sondern bezwang Starke selbst. Der Tabellenprimus führte. Der Startrekord war wieder ganz nah.

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In der 59. Minute wurde er schließlich manifestiert: Holtby setzte sich mit einem schnellen Haken über rechts durch, setzte seinen Schuss mit links an den Hacken von Luis Gustavo, der den Ball unhaltbar für Starke ins eigene Tor lenkte. Holtby stürmte wieder auf die Eckfahne zu, Löw gluckste auf der Tribüne vor Freude: drei gelungene Aktionen von Holtby, drei Mainzer Treffer, Startrekord mit sieben Siegen eingestellt.

"Ich muss mich selbst kneifen"

Holtby sollte sogar am vierten Mainzer Treffer beteiligt sein: Hoffenheim kam zwar durch einen Freistoß von Gylfi Sigurdsson (65.) noch einmal heran, doch dann hakelte Abwehrmann Josip Simunic wenig elegant im Strafraum gegen den flinken Holtby - mit Folgen: Rot für Simunic, Elfmeter für Mainz, 4:2 durch André Schürrle (74.).

Es war verblüffend zu sehen, wie Mainz auch nach den Gegentreffern immer weiter nach vorne spielte. Noch verblüffender, mit welcher Konstanz Holtby Szalai oder Schürrle dieser Tage das Mainzer Spiel nach Belieben dominieren. "Wenn hier alles 'Spitzenreiter' singt, muss ich mich selbst kneifen", sagte der Mainzer Manager Christian Heidel nach dem Spiel, während Trainer Tuchel noch auf dem Tribünenzaun herumkletterte und das Megafon übernahm. Der Mainzer Irrsinn geht weiter.

Nach der Länderspielpause kommt der Hamburger SV - dann kann Mainz tatsächlich alleiniger Startrekord-Inhaber werden. Den teilt sich der FSV derzeit noch mit Kaiserslautern und dem FC Bayern. Man muss sagen: noch.

1. FSV Mainz 05 - 1899 Hoffenheim 4:2 (1:1)

Mainz: Wetklo - Zabavnik, Svensson, Noveski, Christian Fuchs - Karhan, Polanski (56. Soto) - Holtby (87. Ivanschitz), Schürrle - Allagui (56. Marco Caligiuri), Szalai.

Hoffenheim: Starke - Beck, Simunic, Vorsah, Eichner - Gustavo - Weis (60. Sigurdsson), Salihovic - Ba, Ibisevic (68. Tagoe), Mlapa (68. Vukcevic).

Tore: 1:0 Allagui (2.), 1:1 Ba (41.), 2:1 Szalai (47.), 3:1 Holtby (60.), 3:2 Sigurdsson (64.), 4:2 Schürrle (74., Foulelfmeter)

Schiedsrichter: Aytekin (Oberasbach)  - Zuschauer: 20.300 (ausverkauft)

Gelbe Karten: Zabavnik (3) - Vorsah, Weis (2), Salihovic, Gustavo, Vukcevic

Rote Karte: Simunic nach einer Notbremse (72.)

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  1. Der sagenhafte siebte Streich
  2. Sie lesen jetzt Löw gluckste vor Freude
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(sueddeutsche.de/ebc/jbe)