Valérien Ismaël hat sich beim FC Bayern den Offensivgeist abtrainiert - er muss einen Kollegen beschatten.
Michael Ballack hat Ahnung vom Fußball, und ganz bestimmt wird er einmal ein guter Trainer werden.
Valérien Ismaël: Teil des leidenschaftlichsten Abwehr-Duos der Welt. (© Foto: AP)
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Anlässlich eines PR-Termins hat er diese Woche schon mal seine Wunschelf öffentlich gemacht, und man kann seine erste Trainerstelle jetzt kaum mehr erwarten.
Es ist eine herrlich offensive Elf geworden.
Vor dem Torhüter Kahn (aha!) verteidigt die Viererkette Cafu, Kohler, Lúcio und Maldini, davor formiert sich das Mittelfeld mit Emerson, Zé Roberto und Ballack (aha!), welches die beneidenswerte Aufgabe hat, bei seinen Pässe in die Spitze zwischen den Adressaten Ronaldinho, van Basten und, aha, Pele zu wählen.
Das ist ja das Romantische an diesen Herzensmannschaften, dass sie Helden aus diesen und jenen Zeiten zusammenbringen. Man versucht sich dann immer vorzustellen, wie das aussieht, wenn Bastian Schweinsteiger einen Pass auf Fritz Walter spielt.
Man weiß ja gar nicht, ob Schweinsteiger den Fritz Walter überhaupt sieht, weil Fritz Walter ja immer schwarz-weiß ist. Aber egal, am Ende kommt ja doch der Lúcio von hinten angerauscht und entscheidet das Spiel.
Valérien Ismaël spielt übrigens nicht mit in Ballacks Ewigkeitself, aber das hat man vielleicht auch nicht erwarten dürfen. Ismaël ist immer noch in seinem ersten Münchner Jahr, er hat noch nicht sehr viele Spuren hinterlassen. Er hat sich gleich im ersten Spiel eine gelb-rote Karte eingefangen, er hat im Hinspiel gegen Milan ein Handspiel gemacht, das gar keines war oder vielleicht doch, und im Rückspiel hat er hinten gar nicht gut ausgesehen, vorne aber ein Tor geschossen.
"Ich bin Stammspieler, das ist schon ganz gut"
Es ist eine eher gemischte Bilanz, und das ist weniger, als man vor Saisonbeginn erwartet hatte. Vor Saisonbeginn hat die Liga kurz überlegt, ob sie zumachen soll, weil es bald gar keinen Sinn mehr hat, gegen Bayern zu spielen. Ganz hinten der Kahn, vorn der Makaay, in der Mitte der Ballack und hinten drin jetzt also auch noch Lúcio und Ismaël, das leidenschaftlichste Abwehrduo der Welt.
Es ist ein bisschen anders gekommen, man muss das fürs Erste konstatieren, jetzt, da Ismaël mit Bayern erstmals zu einem Spiel nach Bremen fährt, wo er zuvor zwei Jahre als Abwehrchef amtierte. "Nein, für eine Saisonbilanz ist es noch zu früh", sagt Ismaël, "wir sind ja noch in zwei Wettbewerben." Eine erfolgreiche Saison wird es schon werden für Bayern, bei Ismaël kann man sich noch nicht so sicher sein. "Ich bin Stammspieler, das ist schon ganz gut", sagt er, "aber natürlich reicht das in München nicht."
Im Moment ist Valérien Ismaël beim FC Bayern einfach irgendwie vorhanden. Er gehört dazu, man hat sich an ihn gewöhnt, aber er prägt das Spiel bei weitem noch nicht so, wie er das in Bremen tat. Manche im Umfeld des Klubs fürchten schon, sie hätten hier einen Spieler überschätzt, aber vermutlich tun sie Ismaël Unrecht damit.
In Bremen war der 30-jährige Franzose ein erstklassiger Innenverteidiger, kopfballstark, enthusiastisch und souverän, und wer ihn dort spielen sah, kann sich schwer vorstellen, dass die erste Klasse einfach so wieder weggeht. Man muss Spieler an ihren Höhen messen, und vielleicht muss man sich fragen, warum Ismaël in München noch nicht auf seiner Höhe angekommen ist.
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