Der Hamburger Mittelfeldspieler denkt an nichts und knallt in der Nachspielzeit den Ball zum 3:2 gegen Frankfurt ins Netz. Dortmund fällt deshalb auf Rang sechs zurück.
Als Piotr Trochowski den Hamburger SV in letzter Minute in die lukrative Europa League schoss, brachen bei den Hanseaten alle Dämme. Mit seinem Treffer in der Nachspielzeit zum 3:2-Sieg bei Eintracht Frankfurt bescherte der Fußball-Nationalspieler dem HSV nach dem Scheitern im Halbfinale des DFB- und UEFA-Pokals ein versöhnliches Saisonende und wichtige Millionen-Einnahmen in der kommenden Saison. "Dieses Tor bedeutet, dass wir zum sechsten Mal nacheinander international spielen und Stammgast in Europa sind", jubelte HSV-Vorstandschef Bernd Hoffmann.
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Salto ins Glück: Piotr Trochowski bejubelt sein 3:2 in Frankfurt in der Nachspielzeit. (© Foto: AP)
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"Ich habe das Gehirn abgeschaltet und weiß eigentlich gar nicht, was da alles passiert ist. Auf jeden Fall waren sehr viel Leute um mich herum", schilderte Trochowski seinen "goldenen" Schuss ins lange Eck, bei dem er allerdings im Abseits stand. "Bei einem Tor in der 91. Minute im letzten Bundesligaspiel der Saison gibt es kein Abseits", sagte Sportdirektor Dietmar Beiersdorfer. "Ich glaube, dass wir es verdient haben, mit 61 Punkten in die Europa League einzuziehen. Wenn man eine Zwei-Tore-Führung verschenkt und dann noch gewinnt, ist das grandios", erklärte HSV-Coach Martin Jol.
Durch das Tor in letzter Minute schubste Trochowski noch Borussia Dortmund von Platz fünf. Die Westfalen kamen in Mönchengladbach nicht über ein 1:1 hinaus und fielen noch auf den sechsten Platz zurück. "Die Enttäuschung ist natürlich riesengroß. Aber ich bin stolz auf das, was die Truppe geleistet hat", meinte BVB-Trainer Jürgen Klopp. Vor 54.067 Zuschauern im ausverkauften Borussia-Park erzielte Mönchengladbachs Verteidiger Dante in der 57. Minute das 1:0, Jakub Blaszczykowski traf zum Endstand (64.).
Der Hamburger Trainer Martin Jol war voll des Glücks ob der überraschenden Wendung zum Ende: "Glücklicherweise hatte ich noch Piotr Trochowski auf der Bank, vielleicht war er verärgert, dass er so spät eingewechselt wurde. Aber letztlich hat alles gestimmt. Wir sind sehr zufrieden, denn wir haben unser Ziel erreicht."
Vor 51.500 Zuschauern in der ausverkauften Frankfurter Stadion hatten David Jarolim (22.) und Ivica Olic (58.) die Hamburger in Führung gebracht, doch Alexander Meier (61.) und Caio (64.) glichen für die Gastgeber innerhalb von drei Minuten aus. Am Ende stand das Team von Trainer Friedhelm Funkel, der nach fünf Jahren mit Applaus verabschiedet wurde, mit leeren Händen da. "Ich bin natürlich enttäuscht, dass wir das Spiel noch verloren haben", sagte Funkel.
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(sueddeutsche.de/hum)
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