Der Sieger im Abstiegsfinale heißt Cottbus: Mit einem 3:0 gegen Bayer retten sich die Lausitzer in die Relegation, während der KSC und Bielefeld absteigen. Auch Gladbach bleibt drin.
Das Abstiegsfinale in der Bundesliga endete mit einem Spektakel, das für viele Beobachter um einiges spannender war als der Meisterkampf. Während der Wolfsburger Titelgewinn nach den ersten dreißig Minuten quasi feststand, dauerte es bis zum allerletzten Moment, ehe der Abstieg von Arminia Bielefeld besiegelt war.
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Immer wieder Cottbus: Die Lausitzer zeigten auch dieses Jahr wieder ihre Qualitäten im Abstiegskampf. Mit einem 3:0 gegen Leverkusen am letzten Spieltag landete Energie auf dem Relegationsplatz. (© Foto: Getty)
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Nach dem 2:2-Unentschieden gegen Hannover müssen die Arminen ebenso den Weg ins Unterhaus antreten, wie der KSC. Die Badener gewannen zwar mit 4:0 gegen Hertha BSC, doch ein klarer Cottbuser 3:0-Erfolg gegen Leverkusen verhalf Energie letztlich zum Sprung auf Relegationsplatz 16. Unterdessen reichte Borussia Mönchengladbach ein 1:1 gegen Dortmund zum direkten Ligaverbleib.
Gladbach hatte vor dem 34. Spieltag von Platz 15 aus die beste Ausgangsposition, was vor allem an dem komfortablen Vorsprung von drei Punkten (30 Punkte) und einer um vier Tore besseren Tordifferenz gegenüber dem Sechzehnten Bielefeld (27 Punkte) lag. Die Arminia klammerte sich ihrerseits an die Retterfähigkeiten des ewigen Feuerwehrmannes Jörg Berger, den man extra für das Finale mit ins sinkende Boot geholt hatte. Dazu gesellten sich in der großen Abstiegssause noch als Siebzehnter Cottbus (27 Punkte) und als Tabellenletzter der KSC (26 Punkte) - beide ebenfalls noch mit Chancen auf den Ligaverbleib.
Bielefeld startet gut
Und die Kellerkinder verloren nicht viel Zeit. Nach nur zwei Minuten drosch der Bielefelder Oliver Kirch den Ball von halbrechts in den Hannoveraner Strafraum und fand das Bein des schwachen Mario Eggimann, der am verkehrten Ende einnetzte. Die Führung brachte die Arminen zunächst auf Kurs in Richtung Klassenerhalt.
Karlsruhe mühte sich mit der ganzen Kraft eines fast schon abgestiegenen Schlusslichtes gegen Champions-League-Anwärter Hertha BSC und Cottbus lieferte sich mit Leverkusen einen munteren Offensivkick. Die beste Gelegenheit für Energie ließ Shao in Minute zwölf sausen, als er völlig freistehend aus kurzer Distanz Rene Adler anschoss. Dann ein Hoffnungsschimmer für Karlsruhe: Sebastian Freis markierte in der 31. Minute die Führung für die Badener. Dem Relegationsplatz stand für den KSC zu diesem Zeitpunkt nur die Bielefelder Führung im Wege.
Zehn Minuten später der nächste Aufreger: KSC-Integrationsfigur Maik Franz köpfte gegen die verdutzten Berliner das 2:0 für sein Team - an Ede Beckers Mannschaft sollte es also nicht liegen. Kurz vor dem Halbzeitpfiff kam dann der Gladbacher Dante gegen den BVB zu einem Kopfball, doch der Pfosten stand einem wohligen Pausengefühl aus Gladbacher Sicht im Weg. Und in Cottbus schien auch der Leverkusener Arturo Vidal noch eine Rolle im Abstiegskampf spielen zu wollen: der Chilene mit Hang zur durchgebrannten Sicherung flog mit Rot vom Platz. Zur Pause standen demnach Cottbus und der KSC auf den Abstiegsplätzen 17 und 18., Bielefeld auf dem Relegationsrang.
Führung für Cottbus und Gladbach
In Minute 50 unternahmen die Lausitzer endlich etwas gegen die schwindende Hoffnung. Ervin Skela passte in den leeren Raum, wo der Bayer-Verteidiger Haggui dem Ball so schludrig entgegenging, dass der Rumäne Emil Jula sein Bein dazwischen drückte und zum 1:0 für Energie einschießen konnte. Damit waren alle drei Abstiegskandidaten auf Siegkurs - und ein paar Minuten später sogar alle vier, denn Dante machte jetzt für Gladbach ernst: er ließ sich in einen Eckball hineinfallen und nickte den Ball zum 1:0 gegen den BVB ein. Hans Meyers Team hatte nun ausgezeichnete Chancen, drin zu bleiben.
Als nun in Bielefeld Jiri Stajner nach einer Vinicius-Flanke zum 1:1 für Hannover traf (58.), befand sich auf einmal Cottbus auf dem rettenden Relegationsplatz und die Arminia war Letzter. Karlsruhe tat unterdessen weiter seine Pflicht - das 3:0 durch Kennedy (61.) besiegelte jegliche Berliner Champions-League-Träume. Doch für dem KSC reichte das immer noch nicht.
Cottbus macht alles klar
Als in der 62. Minute Blaszczykowski den Dortmunder Ausgleich erzielte, stand die Klopp-Truppe wieder auf einem Europa-League-Platz (den sie in der Nachspielzeit noch an den HSV verlieren sollte) und Gladbach wieder einen Schritt näher an der Relegation. Und das Spektakel ging weiter. Nur zwei Minuten darauf gelang Energie Cottbus das 2:0 gegen Leverkusen. Wieder bereitete Skela vor, wieder traf ein Stürmer - diesmal war es Stiven Rivic, der aus nächster Nähe einen harten Rechtsschuss im Bayer-Tor unterbrachte. Das erste Bundesligator des Kroaten, es war ein ganz wichtiges, denn Cottbus kam einem Sieg und damit Platz 16 immer näher.
Den fast schon bedeutungslosen Karlsruher 4:0-Treffer durch Kennedys zweites Tor gegen Berlin konterte Cottbus nämlich direkt mit dem 3:0 durch Julas zweiten Treffer. Regisseur Skela hatte in großartiger Manier zum dritten Mal vorgelegt - jetzt war der KSC abgestiegen. Einzig Bielefeld konnte mit einem Tor gegen Hannover noch ans rettende Ufer gelangen, doch das 1:1 hatte weiter Bestand - bis zur 84. Spielminute: Ein geschickter Doppelpass mit Jan Schlaudraff brachte Sergio Pinto frei vor das Bielefelder Tor, dessen Linksschuss vom Pfosten abprallte und über die Linie kullerte.
Mit diesem Genickstoß hatten sich eigentlich auch sämtliche Ambitionen der Arminia auf den Klassenerhalt erledigt, doch da war ja noch König Artur. Wichniarek brachte die Arminia in der 90. Minute noch einmal in die Nähe des Klassenerhalts - doch dann kam der Abpfiff. Bielefeld und Karlsruhe sind abgestiegen, während Cottbus sich auf die Relegation freuen darf.
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