Bundesliga Junuzovic und Fritz müssen 20 000 Euro zahlen

Clemens Fritz: Geldstrafe, aber keine zusätzliche Sperre vom DFB

(Foto: dpa)

Weil sie eine Gelbsperre provoziert hatten, verhängt das DFB-Sportgericht gegen die beiden Bremer eine Geldstrafe. Junuzovic gibt eine interessante Erklärung ab.

Zlatko Junuzovic vom Bundesligisten Werder Bremen ist trotz einer provozierten Verwarnung und seines anschließenden Geständnisses ohne zusätzliche Sperre davongekommen. Das Sportgericht des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) unter Vorsitz von Hans E. Lorenz verurteilte Junuzovic am Freitag nach einer 30-minütigen Verhandlung in Frankfurt am Main zu einer Geldstrafe in Höhe von 20 000 Euro. Ein Grundsatzurteil gab es demnach nicht.

"BVB-Titel wäre eine der größten Sensationen der Geschichte"

Kann der FC Bayern noch fünf Punkte verlieren auf Dortmund? Und wo genau liegt die Schuld von Zlatko Junuzovic, der sich absichtlich eine gelbe Karte abgeholt hat? Die Fußball-Fragen der Woche. mehr ... 2 mal 2 - Der Fußballschlagabtausch

Auch Junuzovics angeklagter Teamkollege Clemens Fritz kam trotz seiner ebenfalls vorsätzlich provozierten Gelben Karte ohne weitere Sperre davon, muss allerdings auch 20 000 Euro zahlen. So hatte es auch der Kontrollausschuss unter Vorsitz von Anton Nachreiner beantragt.

Im Gegensatz zum Werder-Kapitän hatte Mittelfeldspieler Junuzovic seine Schummelei unmittelbar nach der Partie gegen Hannover 96 (4:1) am vergangenen Samstag zugegeben. "Es ist besser, ich mache es so, als wenn ich jemandem absichtlich weh tue", hatte der Österreicher mit Blick auf das anstehende Spiel bei Tabellenführer Bayern München am Samstag (18:30 Uhr/Sky) gesagt. Vor dem DFB-Gremium entschuldigte sich Junuzovic.

Auch Fritz gab sich am Freitag geständig. Auf die Frage, ob er sich die Karte bewusst "abgeholt" habe, sagte der 35-Jährige: "Ja, ich habe sie in Kauf gekommen. Gegen die Bayern auszufallen, tut uns nicht so weh wie gegen einen unmittelbaren Konkurrenten."

Junuzovic macht einen Rückzieher

Junuzovic dementierte vor dem Sportgericht aber seine im TV-Interview getätigte Aussage, dass seine provozierte Verwarnung abgesprochen gewesen sei. "Ich war geflasht von den ganzen Emotionen, denn ich werde Vater und sportlich läuft es für mich wieder gut."

Nach SID-Informationen hatte nicht erst die unbedarfte Ehrlichkeit von Junuzovic, 28, zur Anklage des DFB-Kontrollausschusses geführt, sondern schon das plumpe Schinden der Gelben Karte durch mehrfaches Anlaufen bei einem Freistoß. Fritz hatte seine zehnte Verwarnung wegen Haltens kassiert.

Damit distanzierte sich das DFB-Sportgericht von den Europäischen Fußball-Union (Uefa). In den Uefa-Wettbewerben können "Gelb-Schummler" bereits seit längerer Zeit zusätzlich bestraft werden. 2011 reagierte der Kontinentalverband, nachdem es in Champions und Europa League zu ähnlichen Vergehen gekommen war. Für einen Fall "grober Unsportlichkeit wegen Wettbewerbsverzerrung" werden überführte Täter seither mit einer Sperre von zwei Spielen belegt.

Klar darf sich Junuzovic Gelb abholen

Nur öffentlich zugeben darf der Bremer es offenbar nicht. Der DFB ermittelt und beweist damit, wie verlogen die Fußballbranche ist. Kommentar von Thomas Hummel mehr...