Bundesliga in der Winterpause "Wimpernschlag der Erholung"

Wird Mario Götze bis zum Rückrundenstart fit? Ungewiss, sagt BVB-Trainer Peter Stöger.

(Foto: dpa)
  • Wegen des neuen TV-Vertrags fällt die Winterpause für die Bundesligisten im WM-Jahr quasi aus.
  • Fast die Hälfte der Liga fährt gar nicht erst weg.
  • Auf dem Transfermarkt will bislang auch keine Dramatik aufkommen.
Von Sebastian Fischer

Auch im Jahr 2018 muss sich niemand um die Erholung von Pierre-Emerick Aubameyang sorgen. Der Stürmer von Borussia Dortmund verbrachte den Bildern auf seinem Instagram-Account zufolge ein paar schöne Tage in Dubai, dem liebsten Reiseziel aller Fußballer. Er sah sich Fische im Aquarium an und trug dabei ein Gewand wie Eddie Murphy in "Der Prinz aus Zamunda", er fuhr mit Freunden auf Quads durch die Wüste, er ließ einen Falken auf seinem Kopf landen.

Aubameyang wird also mit hoher Wahrscheinlichkeit im Zustand ausgeprägter Tiefenentspannung versuchen, seine zuletzt verloren gegangene Form wiederzufinden. Das ist eine Erwähnung wert, weil Entspannung für Bundesligaprofis in diesem Winter im Grunde zum ersten Mal ausfällt. Die Winterpause ist so kurz wie seit Jahren nicht mehr. Jupp Heynckes, der mit dem FC Bayern am Dienstag in Katar gleich nach der Landung die erste Trainingseinheit ansetzte, nannte sie einen "Wimpernschlag der Erholung".

Acht Klubs bleiben zu Hause

Hannover, Frankfurt und Augsburg haben bereits vor Silvester das Training wieder aufgenommen, die anderen Klubs starteten am 1. oder 2. Januar. Dortmund fliegt an diesem Mittwoch ins Trainingslager nach Marbella, so spät wie sonst nur der VfB Stuttgart. Acht Klubs, also fast die Hälfte der Liga, bleiben zu Hause. Nur der FC Bayern verlässt Europa.

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Durch die Weltmeisterschaft im Sommer muss die Saison früher enden, bereits am 12. Mai - im Vorjahr wurde eine Woche länger gespielt. Doch das allein erklärt den engen Terminplan noch nicht. Denn im Sommer 2014, vor der vergangenen WM, endete die Bundesliga schon am 10. Mai - und die Rückrunde begann trotzdem erst am 24. Januar. Diesmal findet das Auftaktspiel zur Rückserie zwischen Leverkusen und Bayern bereits am 12. Januar statt, nach nur 22 Tagen fußballfreier Zeit.

Die kurze Pause, heißt es von der DFL, sei mit dem neuen, seit dieser Saison gültigen TV-Vertrag zu erklären, der die Anzahl englischer Wochen auf zwei pro Saison begrenzt. Um die Hinrunde bis Weihnachten zu beenden, mussten beide Spieltage unter der Woche bereits 2017 stattfinden - was wiederum am späteren Saisonbeginn durch die Teilnahme der deutschen Nationalmannschaft am Confed Cup lag.

Die Bundesligisten sind nicht gerade begeistert, erstens, weil die Regenerationszeit für verletzte Spieler sinkt. Die Rückkehr von Dortmunds Mario Götze nach einem Bänderriss zum Rückrundenstart ist beispielsweise ungewiss, wie BVB-Trainer Peter Stöger sagte. Und das obwohl Götze wie sein Mitspieler Aubameyang in Dubai Urlaub machte (seinem Instagram-Account zufolge beschäftigte er sich dort mit Blumenpflücken, Tennisspielen sowie Orangensaft- und Kaffeetrinken; zudem traf er die Bundesliga-Kollegen Mario Gomez und Mahmoud Dahoud, die selbstverständlich auch in Dubai Urlaub machten). Außerdem steigt die Gefahr für Trainingsverletzungen in der Rückrunde durch eine kürzere Winterpause an, wie eine Studie an der Universität des Saarlandes bereits 2012 nahelegte. Und: "Man kann Defizite nicht so gut aufarbeiten wie dann, wenn man eine längere Pause hat", sagte Augsburgs Manager Stefan Reuter.