Bundesliga: Hoffenheim vs. FC Bayern Einladung zum Pokerspiel

1899 Hoffenheim reagiert erstaunt und ablehnend auf die Vorstöße des FC Bayern, Luiz Gustavo nach München zu locken. Die Wucht des bayerischen Angebots wird davon abhängen, was mit Mark van Bommel geschieht.

Von C. Kneer

In der aktuellen Bundesliga-Tabelle liegt die TSG Hoffenheim zwei Punkte hinter dem FC Bayern, zum Champions-League-Qualifikationsplatz fehlen sieben. In der aktuellen Ralf-Rangnick-Tabelle dagegen liegt die TSG womöglich vor den Bayern, mit freier Sicht zur Champions League. "Es ist ja nicht so, dass wir unsere 24 Punkte mit Müh' und Not zusammengesammelt haben", sagt der Trainer der TSG, "wir könnten locker 30 Punkte haben."

Das Millionen-Spiel beginnt

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In der aktuellen Rangnick-Tabelle werden jene Partien mit drei Punkten gewertet, in denen Hoffenheim souverän führte, um dann in der Nachspielzeit den Ausgleich zu kassieren. "Das ist leider zu oft passiert", sagt Rangnick, dem durchaus bekannt ist, dass die Europacup-Plätze nicht nach seiner Zählung, sondern nach jener der DFL vergeben werden. Aber für die aktuelle Debatte kann er die Rangnick-Tabelle gut gebrauchen.

In der aktuellen Debatte ist es den Hoffenheimern wichtig, auf die eigenen Ambitionen zu verweisen. "Stellen Sie sich mal vor, wir gewinnen jetzt in Wolfsburg und dann noch am Dienstag im Pokal gegen Gladbach", sagt Rangnick. "Wir stehen in zwei Wettbewerben aussichtsreich da", sagt Rangnick, "sollen wir da den Bayern sagen: Hier, bitte, ihr könnt im Winter einen unserer besten Spieler haben?"

Die Hoffenheimer waren ziemlich überrascht, als am Mittwoch das Interesse der Bayern am Mittelfeldspieler Luiz Gustavo, 23, öffentlich wurde. Sie kennen ihren Brasilianer ja am besten, sie wissen, dass er der wohl beste Balleroberer der Bundesliga ist, aber das Rangnick hält es für keinen Zufall, dass diese Personalie in den öffentlichen Raum in den öffentlichen Raum hineingeflüstert wurde, er kennt ja das Geschäft. Nach den Regeln des Geschäfts ist diese Personalie jetzt auf dem Markt und darf dort eine herrliche Eigendynamik entwickeln. In Hoffenheim haben sie aber beschlossen, diese Kriegslist mit eiserner Entschlossenheit zu kontern.

"Wie käme das denn in unserem Team an, wenn wir Luiz einfach weggeben", sagt Rangnick. "Wir haben unsere eigenen Ziele, deshalb halte ich es für ausgeschlossen, dass wir ihn im Winter gehen lassen." In sechs Monaten könne man "immer noch weitersehen".

Wer die Branche kennt, weiß, dass eine barsche Absage oft die erste Einladung zum Pokerspiel darstellt. Wir! Geben! Unseren! Spieler! Niemals! Her! wird dann immer kämpferisch gerufen, und in einem für die Öffentlichkeit geschwärzten Subtext steht meistens: Es sei denn, ihr überschüttet uns mit Geld! Allerdings, betont Rangnick, sei seine TSG derartiger Spielchen unverdächtig. "In Hoffenheim haben wir nicht den wirtschaftlichen Zwang, Spieler abgeben zu müssen. Warum sollten wir das dann tun?"

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