Nach diesem Spieltag ist klar: Meister wird die Mannschaft, die am Ende die wenigsten Zitterfüße im Kader hat. Genau deshalb darf man den FC Bayern noch nicht abschreiben.
Man mag das Bild vom angeknockten Boxer, der besonders gefährlich sein soll, nicht auf den FC Bayern anwenden - nicht nach dem schmucklosen 2:1 gegen den VfL Wolfsburg. Wenn man nach dem 23. Spieltag eine Metapher aus anderen Sportarten bedienen möchte, dann eher einen Golfer mit der Zitterhand.
Anzeige
Hollywood hat aus dieser Geschichte einige schöne Filme gemacht: "Die Legende von Bagger Vance" etwa oder "Tin Cup". Dort wackelt die Hand der Protagonisten jeweils heftig, sie bringt keinen anständigen Schwung mehr zusammen. Die Nerven sind schuld, dass es einfach nicht mehr klappt.
Über den "Zitterfuß" wurde noch kein Film gedreht, obwohl der 23. Spieltag der Bundesliga durchaus Stoff lieferte für dramatische Momente. Bereits am Freitag rannte der VfB Stuttgart gegen eine Berliner Wand an und konnte kein Tor erzielen - obwohl wahrscheinlich ein Fuß aus Stahl oder Eisen nötig gewesen wäre, um die Abwehr der Berliner zu durchbrechen. Und so einen harten Fuß hatte kein Stuttgarter Spieler.
Am Sonntag bot sich Schalke 04 also die Gelegenheit, auf sieben Punkte davonzuziehen und eine kleine Vorentscheidung im Kampf um die Meisterschaft zu erwirken. 90 Minuten lang versuchten sie, den Ball über die Linie zu prügeln, zu stochern, zu heben. Es wollte nicht gelingen. Im Gegenteil: Stefan Kießling - in der Hinrunde noch wegen vieler vergebener Chancen als Zitterer verspottet - erzielte den Siegtreffer für Leverkusen.
Auch Werder Bremen hatte die Chance, sich von der Krise zu befreien. Zwei Mal lag der SV Werder in Gladbach vorn - man wollte schon das Ende der Krise ausrufen, als Rafael in der Nachspielzeit noch das 2:2 erzielte.
Viele Fußball-Profis spielen in ihrer Freizeit Golf, sie werden das Problem der Zitterhand kennen. Doch beim FC Bayern, bei dem ausnehmend viele Hobby-Golfer im Kader stehen, scheint es dieses Problem nicht mehr zu geben. Die Münchner schaffen es, eine Niederlage (2:3 in Madrid) als Sieg auszurufen und nach einem Pflichsieg (2:1 gegen Wolfsburg) zur größten Aufholjagd seit Spyridon Louis (er soll während des Marathons bei den Olympischen Spielen 1896 in ein Gasthaus eingekehrt sein) blasen.
Es gab einmal das Sprichwort: "Die Defensive gewinnt Meisterschaften." Nach diesem Spieltag ist klar: Meister wird die Mannschaft, die am Ende die wenigsten Zitterfüße im Kader hat. Genau deshalb darf man den FC Bayern noch nicht abschreiben.
Torwartlegende Sepp Maier im Interview. SZ am Wochenende Jetzt lesen ...
(sueddeutsche.de)
Bürgermeister in Baden-Württemberg
Die Zahlen sprechen für Schalke.
Wobei der FCB in der Vergangenheit, auch am letzten Spieltag es für sich entscheiden konnte. Bayern Fans dürfen hoffen.
Bei Schalke bedeutet es vielmehr die "Nerven" behalten, und das Ei platzieren. - Gut ist, ... oder past schoo !
This season has been so good because of the "Zitterfuß". Most teams that have led the table have then had a case of the "jitters" and have been unable to take the pressure. It's brilliant for the neutral fan, such as me.
I can't remember enjoying a Bundesliga season so much. From Bremen's exciting forward to play to Stuttgart and Schalke's unexpected rise. My own league, the English Premier League, predictably has the usual suspects: Man Utd, Chelski, Liverpool and Arsenal. Many games are exciting, but the Bundesiga is more of a competition, in which you never know what's going to happen next!
"Trembling feet" have made the Bundeliga the number one for me (http://pno9football.blogspot.com/).
Schalke 49
Bayern 40
Sind 9 Punkte.
Wunschdenken: 11 Punkte Vorsprung für Schalke und nur noch 11 Spiele. Bei Schalke steht der ganze Ruhrpott dahinter. Noch einmal lassen Sie sich die Butter nicht mehr vom Brot klauen um dann bloß Meister der Herzen zu werden. .
Und der FC Bayern zeigt auch bereits Nerven. Die Leute von heute sind auch nicht mehr das, was sie früher mal waren. Ob die Bayern den Dritten Platz noch schaffen? Selbst das ist ungewiß. Das Glück der Vergangenheit ist keine Konstante.
Erfolg hat auf die Dauer nur der Tüchtige.
In der Story hat die Geschichte von Bayer Leverkusen und dem FC Unterhaching gefehlt.
Unterhaching als letzter in der Bundesliga war schon abgestiegen, ein Sieg brachte nichts, aber Leverkusen fehlte ein Tor zum Unentschieden gegen diese Provinzfußballer.
Es war ein Drama und der FC Bayern (haben sie nicht in der letzten Minute noch das nötige Tor geschossen?) war wieder mal Deutscher Meister.