Franck Ribéry vermisst den Spaß im Alltag und fürchtet Blockaden seiner Kollegen. Ein Fußballer wie er ist ohne Freude bei der Arbeit nur die Hälfte wert.
Das 3:0 gegen Meister Wolfsburg, es sorgte zwei Tage lang für Frieden und Frohlocken beim FC Bayern. Der Fehlstart in der Bundesliga? Vergessen im Taumel des Hier und Heute, dank des neuen circensischen Dribblerduos: Ribéry&Robben begeisterten die Fans, die Presse pries die beiden Magier hymnisch: Zauberer im Temporausch! Fußball aus einer fernen Galaxie! Die Baylaktischen! Robb'n'Roll! Montag, hurra, schloss zudem das elend lang geöffnete Transferfenster, durch das noch pünktlich Arjen Robben geschlüpft war und sein famoser französischer Partner nun nicht mehr entweichen kann. Um so unvermittelter kam - als neuer Unruhequell - Franck Ribérys Attacke gegen Trainer Louis van Gaal.
Louis van Gaal und Franck Ribéry beim Training des FC Bayern. (© Foto: dpa)
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So erfuhr alle Welt, was sich vorhersehen ließ - dass dies eine recht schwierige Allianz ist: ein auf und abseits des Platzes eigensinniger Freigeist, geführt von einem sogenannten "General" aus Holland, der Ordnung und Taktik liebt, aber Diventum und Privilegien hasst. Ribéry ist ein Solist, ein Filou, ein Instinktkicker, ein Faxenmacher. Trifft er die Welt so an, wie er sie sich wünscht, ist er für jeden Schabernack zu haben. Und ein außerordentlicher Fußballkünstler.
Beim Disziplinprediger van Gaal darf er nicht mehr blödeln, Ribéry vermisst den Spaß im Berufsalltag und fürchtet auch "Blockaden" seiner Kollegen - wegen der neuen strengen Reglementierungen: vom Kommandoton im Training bis zu Kleidervorschriften und dem (angeblichen) Verbot für Physiotherapeuten, mit den Spielern am Esstisch zu sitzen.
Nach langem Wechseltheater und den Debatten um seine Spielposition (zuletzt nach van Gaals Einlenken: wieder links statt zentral) ist die Pro-Spaß-Initiative nun Teil drei eines Ribéry-Schlagzeilensommers. Eine Bewertung? Fällt schwer. Van Gaals pädagogische Linie mutet nicht sehr modern an anno 2009, er sieht Respekt als höchstes Gut, seine Töchter siezen ihn, und er scheute noch nie Konflikte mit "Stars". Ribéry wiederum? Ist, wie auch van Gaal betont, für das Team unverzichtbar als kreativer Geist - doch sein Verhalten, auch das taktische, kann die Kollegen nerven. Und Spektakel ohne Ordnung ist im Fußball, auf Höchstniveau zumindest, nichts wert.
Einen idealen Führungsstil im FC-Bayern-Milieu gibt es womöglich gar nicht. Magath? Galt als sperrig und introvertiert. Hitzfeld? War ein kluger Moderator, der Ribéry und Toni Sonderrechte gewährte. Klinsmann? Sollte und wollte diese Rechte abschaffen, verlor aber als Radikalreformer schnell die Autorität. Heynckes? Sorgte für ein liberales, kommunikatives Klima, das gut ankam (Ribéry bedankte sich zum Abschied per Handschlag), war aber nach fünf Wochen wieder weg.
Und nun: van Gaal, der seine "herzliche und warme" Seite bisher erst selten zeigte. Bewusst wollte der Klub eine unantastbare Autorität als Trainer und "keinen George Clooney". Doch ein Fußballer mit Spieltrieb, wie Ribéry, ist ohne Freude bei der Arbeit nur die Hälfte wert.
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(SZ vom 02.09.2009/jüsc/thi)
Piratenpartei
Ribéry soll also brav, lieb und nett sein? Folgsam und diszipliniert von der Fußsohle bis in die Haarspitzen? Mir graut bei solch einer Vorstellung! Ich behaupte mal, dass sich der Charakter eines Spielers auf dem Spielfeld widerspiegelt. Ob nun bei Ribéry oder bei Ottl. Oder bei van Bommel. Franck soll so bleiben, wie er ist. Man mag (und darf) ihn für seine öffentliche Schelte (so sie denn richtig wiedergegeben ist) rügen. Man sollte dann aber auch zulassen, manch merkwürdiges Gebaren des Trainers zu diskutieren. Das fällt meiner Meinung nach derzeit etwas unter den Tisch. Dass ein Betreuer, der bisher mit am Tisch saß, dies nun nicht mehr darf, ist beispielsweise sehr gewöhnungsbedürftig.
..verfiel auch der dicke Ulrich im Spiel gegen Wolfsburg in blödes Grinsen.
Vor kurzer Zeit hat man sich noch um Bosingwa bemüht, der wird vorwiegend auf einer anderen Position als Robben eingesetzt. Trotzdem wird Robben verpflichtet, nachdem das Geschrei vor dem Spiel gegen Wolfsburg groß war.
Ich hätte geschätzt, dass Momentaufnahmen nur was für die Medien und einfältige Fans sind, vielleicht hab ich mich getäuscht. Souveränität sieht jedenfalls anders aus.
das Leben ist kein Ponyhof, auch nicht beim FC Bayern München.
Mein gut gemeinter Rat:
Reißen Sie sich bitte zusammen, halten ma für einen Weile den Mund und konzentrieren sich stattdessen auf Ihr - durchaus vorhandenes - Können auf dem Fußballplatz.
Sie werden sehen, dann klappts auch mit dem Spass.
der Ribery ist ja selber Schuld, warum gibt er in jedes Mikro das Rumlaeuft auch ein
Interview, speziell franzoesische, wo dann ins deutsche und spanische auch noch Uebersetzungsfehler passieren....
Der kommt mir wie Olli Kahn der seine Ruhe wollte und mit Verena ins P1 ging..
..der gute wird in seinem letzten Jahr bei den Bayern (davon koennen wir nach dem
Besuch von KH.R. in Madrid wohl ausgehen..) wohl noch oefter fuer Unruhe sorgen.
Man muss sich mal die unterschiedlichen Denkweisen in der Mannschaft vor Augen halten:
Lahm ist froh, dass wieder System ins Team kommt und in die Taktik kommt, Ribery fehlt dann der Instinkt.. er weiss nur nicht, dass die anderen 10 neben im keine Instinktfussballer sind wie er. Denen muss man jeden Laufweg bis aufs kleinste Detail vorgeben, sonst verlaufen sie sich wie letztes Jahr...
Eines ist klar: der Gute ist teilweise Genial wenn er mag, ist aber wohl im persoenlichen nicht ganz einfach. Und er laesst sich seine Sonderstellung auch in jeder Minute raushaengen. Sowas mag aber die Mannschaft gar nicht.. siehe Lahm..
Und bei van Gaal schon ueberhaupt nicht...
Also: durchhalten, an Real verhoekern und versuchen einen gute Linksaussen dafuer zu bekommen... so Unrecht hatte der Franz nicht mit dem NIchtmuenchner...aber sagen haett ers halt ned sollen...
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