Der FC Bayern agiert gegen Gladbach eindimensional und durchschaubar, die Niederlage weist verblüffende Ähnlichkeit mit Partien aus der vergangenen Saison auf. Bereits nach dem ersten Spieltag ist im Verein nun die Sorge zu erkennen, dass diese Spielzeit ähnlich schwierig werden könnte wie die letzte.
Mario Gomez lieferte die womöglich trefflichste Erklärung des Abends, sie war deshalb so trefflich, weil es gar keine Erklärung war. "Da machst du dein Spiel, hast 60 Prozent Ballbesitz und sechs Torchancen", sagte er, "dann verlierst du eins null, stehst hier und suchst nach Gründen." Die Akteure des FC Bayern gaben sich wirklich Mühe, dieses 0:1 gegen Borussia Mönchengladbach zu erklären. Nur wollte es ihnen nicht so recht gelingen.
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Einige (Gomez, Müller) haderten mit Entscheidungen des Schiedsrichtergespanns, das bei zwei kniffligen Abseitsentscheidungen jeweils gegen die Münchner votiert hatte. Andere (Schweinsteiger, Lahm) haderten mit Entscheidungen der Mitspieler, die ihrer Ansicht nach zu sehr dem Egoismus gefröhnt hatten. Einer (Manuel Neuer) haderte mit seiner eigenen Entscheidung, zu ungestüm aus dem Tor gestürmt zu sein und deshalb die Schuld am Gegentreffer zu tragen.
Der beste Bayern-Akteur an diesem Abend, Thomas Müller, wirkte persönlich beleidigt über den Ausgang dieses Spiels: "Ich bin sauer, ich habe so eine Krawatte. Alle guten Vorsätze sind wieder beim Teufel. Der Gegner macht aus dem Nichts ein Tor. Das ist unser Problem. Wir gehen heute alle wütend ins Bett!" Auch das war eine überaus treffliche Erklärung - und hätte Müller nicht zur Nationalelf reisen müssen, dann hätte er wohl auch noch an der Herabstufung der amerikanischen Kreditwürdigkeit herumgenörgelt.
Der FC Bayern hatte kein schlechtes Spiel gemacht gegen den Außenseiter aus Gladbach, der vor seinem vorzüglich agierenden Torwart Marc-André ter Stegen zwei Wellenbrecher postiert hatte, bestehend aus jeweils vier Feldspielern. Der Brasilianer Dante orchestrierte diesen Defensiv-Verbund, der sich tapfer wehrte gegen die Angriffe der Münchner. Dazu sorgten Igor de Camargo und Juan Arango für entlastende und sehenswerte Angriffe. "In Dortmund wollen die Mannschaften etwas holen und spielen mit", schimpfte Müller weiter, "hier stellt sich jeder nur hinten rein."
60 Prozent Ballbesitz waren es am Ende für die Münchner, sie schafften beinahe doppelt so viele Ballkontakte wie die Gladbacher und erreichten ein Ecken-Verhältnis von 12:2. Sie hatten auch einige Torchancen, mit denen sie glücklos und ungeschickt umgingen - oder vom Linienrichter zu Unrecht gebremst wurden. "Das hätte er auch sein lassen können", sagte Müller danach über die zweite Entscheidung des Unparteiischen, einen Müller-Treffer wegen Abseits von Gomez nicht anzuerkennen.
Die Münchner haben aber auch kein gutes Spiel gemacht - vor allem, wenn man den Auftritt von Borussia Dortmund als Referenz heranzieht. Dortmund war am ersten Spieltag ein Sportwagen, bei dem nach Ballgewinn jeder einzelne Gang bis zur Drehzahlbegrenzung ausgefahren wurde - was eine enorme Beschleunigung und eine noch viel enormere Endgeschwindigkeit bedeutete. Der FC Bayern dagegen kam daher wie eine Limousine, bei der in Ballbesitz sogleich der sechste Gang eingelegt wird und die ständig untertourig fährt.
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Den Unterschied, den Du zu Dortmund aktuell ausmachst, hatte aber auch LvG im Gegensatz zum ersten überragenden Jahr nicht erkannt, dass Ballbesitz ohne Tempo und Überraschungen fruchtlos ist.
Die Defensive wird sich wieder fangen und dann den aktuellen Torhütern wieder die Unterstützung geben, die auch ein Kraft hätte brauchen können.
... von Lian B. und Stef!!! Sehe ich ganz genauso. Wir haben uns die Augen ausgeweint im Stadion am Sonntag. Es war einfach nur schockierend, wie stereotyp die "Angriffe" vorgetragen wurden, wobei mich besonders das an Arbeitsverweigerung grenzende Verhalten von Lahm wahnsinnig gemacht hat, der nicht EINMAL zur Grundlinie durchgegangen ist oder sich auch nur anderweitig angeboten hat, nachdem er auf den Flügel gepasst hatte. In dem Moment wünschte er Müller, Ribery et al alles Gute, stellte seine Arbeit ein und sich bei ca. 20 m für ein Päuschen auf den Rasen. Raffi hat das schnelle Durchkombinieren auf der anderen Seite wie schon gegen Braunschweig zumindest mal probiert, wurde in seinen Bemühungen aber von Robben penetrant ignoriert. Da auch nicht ein einziger Risikopass steil geschickt wurde in der Mitte, fehlten beide Waffen, die das Dortmunder Spiel so erfolgreich UND schön machen. Traurig für eine Mannschaft mit solchen Extrakönnern. Ich habe das alles Osram übrigens auf dem Flug nach Düsseldorf gestern erläutern können. Nur damit Ihr wisst, wem das zu verdanken ist, wenn Besserung eintritt in Kürze. ;-)
Ich weiss zwar nicht, wann der Durchschnittstrainer Jupp Heynckes jemals ein attraktives und erflogreiches Spiel hat aufziehen lassen, aber vielleicht lernt er es ja noch auf seine alten Tage.
So wie es aussieht, haben wir genau den Trainer, den wir verdienen. Die herrausragende Qualifikation bei der Verpflichtung war, dass Jupp H. bereit ist, die Austellung mit Hoeness zu besprechen. Na bravo!
@Pnin05 Das 4.3.3 war nur so ein Gedanke. Es lässt sich relativ problemlos defensiv spielen. Siehe den Griechen-Riegel, mit dem Otto die EM geholt hat. Offensiv ist es natürlich eine langwierige Geschichte, bis das sitzt; vor allem die Balance zwischen Offensive und Defensive wäre für den Trainer eine Mammutaufgabe und würde Zeit in Anspruch nehmen. Da aber Hoeneß keine langfristigen Konzepte mag, (die Durchhänger einschliessen) wird es sowas bei Bayern auch nicht geben, bis der Präse aus allen sportlichen Fragen ausgeschlossen wird.
Fußball ist nun mal zu einem großen Teil auch Kopfsache. Und den Rest betreffend gehe ich fest davon aus, dass Heynckes einen Plan hat. Den muss er natürlich umsetzen, keine Frage. Nach Spieltag eins gibt es für mich aber keinen Anlass, an einer erfolgreichen Umsetzung schon zu zweifeln.
Nein, ich kann mir nicht vorstellen, dass der ehemalige Weltklassestürmer, Welt- und Europameister Heynckes keine Idee hat, wie man erfolgreich und attraktiv ein Offensivspiel aufzieht. Der wird schon wissen, auf welchen Positionen Robbery am besten zum Tragen kommen.
geistige Flexibiliät in der Offensive.
Solange man auf Robbery setzt und beiden ihre Wunschpositionen lässt (samt jeweils eigener Vorstellung von Defensivarbeit), solange bleibt man abhängig von deren genialen Momenten. Ein System entwickelt sich so nicht.
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