Feuerwerkskörper in der Kurve: Im Dauerkonflikt zwischen Ultras und Verbänden zeichnet sich eine Lösung ab - vorausgesetzt, die Kompromissbereitschaft unter den Fans setzt sich fort. Doch was, wenn wieder etwas passiert?
Langjährige Stadionbesucher trauern zuweilen jenen Zeiten nach, in denen sich bei einem Fußballspiel die Stadionsprecher noch auf das Verlesen der Aufstellungen beschränken konnten. Heute fordern sie den einen Teil des Publikums auf ("Und jetzt alle . . ."), in Wallung zu geraten, und den anderen, die Wallungen zu mäßigen. "Das Abbrennen pyrotechnischer Gegenstände ist verboten . . .", heißt es dann. Die Durchsage verhallt ungehört - aus Prinzip.
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"Wir lieben die Emotionen, die mit einem Freudenfeuer nach dem Tor verbunden sind", heißt es im Manifest der Ultras. (© dpa)
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Für die Ultra-Fans in der Kurve sind "Pyros" Ausdruck einer ungezähmten Fankultur, die sich bewusst absetzt von den als "Eventpublikum" diffamierten Zuschauern auf den teureren Tribünenplätzen. Um die bunt glühenden Fackeln auf die Ränge schmuggeln zu können, nehmen sie Anstrengungen auf sich, gegen die sich die Feile im Gefängniskuchen wie ein plumper Täuschungsversuch ausnimmt.
Die kleinen Fackeln werden beispielsweise am Tag vor dem Spiel in entlegenen Winkeln der Stadionklos versteckt. Oder sie werden am Spieltag eingeschmuggelt - wenn man den Schilderungen von Security-Angestellte glauben darf, sogar in Körperöffnungen. Wer beim Zündeln erwischt wird, bekommt zudem ein Problem, wie der Würzburger Anwalt Benjamin Hirsch berichtet: "Jeder wird wegen versuchter Körper- verletzung angezeigt. Das ist rechtsstaatlich bedenklich, weil kein Ultra seine umstehenden Kollegen verletzen will."
Nun mag sich dem gewöhnlichen Fußballinteressierten nicht erschließen, warum ein junger Mensch wegen ein wenig Gezündel solche Risiken auf sich nimmt. In dem Manifest "Pyrotechnik legalisieren", das über 50 Ultragruppierungen (darunter die Münchner "Schickeria") unterschrieben haben, wird das zu erklären versucht: "Wir lieben die Emotionen, die mit einem Freudenfeuer nach dem Tor verbunden sind. Wir lieben es, wenn die Kurve in einem Meer aus Farben untergeht. Wir lieben die Pyrotechnik, so wie wir unsere Zaunfahnen, Choreographien, Gesänge lieben."
Man muss den heiligen Ernst nicht nachvollziehen können, mit dem die Szene ihre Liebe bekennt. Offenbar ist aber auch den Verantwortlichen beim Deutschen Fußball-Bund (DFB) und in der Deutschen Fußball Liga (DFL) bewusst, dass die Szene nicht von ihrem Lieblingsspielzeug lassen wird und dass alle repressiven Maßnahmen bislang versagt haben.
Die Eingangskontrollen können noch so penibel, die Strafen noch so drakonisch sein - die Fackeln, die so groß sind wie ein mittlerer Filzstift, gelangen oft dennoch ins Stadioninnere. Umso bemerkenswerter, dass die Szene in dem Manifest nun ein Friedensangebot im Katz-und-Maus-Spiel unterbreitet. "Wir wissen um die Risiken, die der Einsatz von Pyrotechnik mit sich bringt", heißt es in dem Schreiben. "Bei verantwortungsbewusstem und vernünftigem Umgang sind diese Risiken allerdings auf ein Minimum reduzierbar."
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Der lehmann ist unerträglich, das ganze Einpeitschen ist nervtötend. Am allermeisten geht mir das didldi von der Telekom auf den Zeiger, die drangsalieren mich das ganze Spiel hindurch. Ich werde nie wieder einen Anschluss bei diesen magenta Heinis buchen. Da sehnt man sich tatsächlich nach der alten Zeit zurück, als in der Halbzeitpause der Müller-Brot Einspieler (Halbzeit is....) kam und gut war es wieder. Der Herr Müller hat wenigstens während des Spiels seine Klappe gehalten.
Den Bahnhofssprecher gibt es, soweit ich das überblicken kann/konnte in England immer noch: new score.....dann der Torschütze und ende. Das dreimalige Vorname/Nachname bei einem Tor ist in der Tat auch so ein Schwachsinn. Der Singsang stört mich nicht, es sind ja eh nur rund 1.000 Mann, die diese Texte beherrschen. Was mir fehlt ist ein ganz normales, schöndes "Bayern" dreimal klatschen und das aus 20.000 Kehlen. Es ist doch geradzu ein Witz, dass man im eigenen Stadion von den ca. 5.000 Gästefans regelmässig niedergebrüllt wird.
Ist natürlich Ansichtssache. Ich persönlich sehe die Fangesänge als monotone, im Hintergrund laufende und auf Dauerwiederholung bzw. Wiederholung in Intervallen programmierte "Begleitmusik" eines Fußballspiels, völlig unabhängig von der Stimmung im Stadion und ähnlich gekünstelt inszeniert wie das peinliche Rumgeschreie der Stadionsprecher in Kindergartenmanier ("Seid ihr alle da?" "Jaaaa!" --- "Neuer Spielstand.....). Geräuschkulisse ist nicht gleich Stimmung. Diese Gesänge sind irgendwann aus England herübergeschwappt. Sieht man sich Spiele aus den Siebzigern an, stellt man fest, dass es diesen Singsang damals nicht gab. Wenn Gerd Müller knapp am Tor vorbei schoss, ging ein Raunen durchs Stadion, gefolgt von Applaus und Anfeuerungsrufen. Und wenn Gerd Müller ein Tor schoss, dann sagte der Stadionsprecher in Bahnhofssprechermanier: Torschütze war der Spieler mit der Nuimmer neun, Müller. Als jemand, der eher selten sagt, dass früher alles besser war, sage ich hier: Die Stimmung war damals besser, weil authentischer. Heute gibt es die Ultras und den Stadionanimateur, dazu die Dauerbeschallung vor dem Spiel und in der Halbzeitpause. Das sind alles Simmungstöter. Ebenso die Welle, die mir ebenfalls ziemlich auf den Senkel geht.
"....ebensowenig zur guten Stimmung im Stadion bei wie auch Fangesänge".
Was trägt denn Ihrer Meinung nach zur guten Stimmung im Stadion bei? Gemeinsames Schweigen und ein im Stillen gebeteter Rosenkranz?
Mal ganz allgemein zur Stimmung in der Arena: Wenn die Ultras nicht da sind, herrscht Totentanz. Das einzige was der Rest auf die Reihe bekommt, ist die alberne Welle - die mir persönlich ziemlich auf den Senkel geht.
zunächst die grundsätzliche Frage stellen: Gehört das Abfackeln der sog. Pyrotechnik wirklich zum Fußball? In dem Sinne, dass die deutliche Mehrheit der Fußballfans dies nicht nur toleriert, sondern befürwortet?
Ich kann da natürlich nur für mich antworten: Pyrotechnik trägt meiner Ansicht nach ebensowenig zur guten Stimmung im Stadion bei wie auch Fangesänge dies nicht vermögen. Im Gegenteil.
Warum also groß über das nicht bestreitbare Gefahrenpotential dieser Explosivgüter debattieren, wenn - wie ich stark annehme - das Zeugs eh kaum jemand haben will?
Besoffenen, gewaltbereiten, emotionsgeladenen Fans würde ich nichtmal einen Knallfrosch in die Hand geben, geschweige denn richtige Pyrotechnik.
Wenn überhaupt sollten das ausgebildete Pyrotechniker machen, die beim Stadion angestellt sind.
Und wenn doch irgendwelche Halodris meinen, sie müssten im Fanblock zündeln, dürfen das nächste mal nur 50% der Leute rein. Und beim nächsten mal nochmal die Hälfte weniger, solang bis sie einsehen, wer im Stadion das sagen hat. Nämlich nicht diese Chaoten!
Paging