Bundesliga DFB ermittelt wegen Baiers Geste

Leizpig-Trainer Ralph Hasenhüttl verweigerte Daniel Baier vom FC Augsburg nach dem Spiel den Handschlag.

(Foto: Adam Pretty/Getty Images)

Augsburgs Kapitän entschuldigt sich nach seiner obszönen Handbewegung in Richtung des Leipziger Trainers. Real Madrid verlängert mit Benzema bis 2021.

Fußball, Bundesliga: Der DFB-Kontrollausschuss hat ein Verfahren gegen Daniel Baier vom Fußball-Bundesligisten FC Augsburg eingeleitet. Wie der Deutsche Fußball-Bund am Mittwoch mitteilte, ermittelt der Ausschuss nach dem Liga-Duell mit RB Leipzig gegen den Mittelfeldspieler wegen eines sportwidrigen Verhaltens. Baier hatte beim 1:0-Sieg des FCA in der 74. Minute eine obszöne, masturbierende Geste in Richtung der Leipziger Trainerbank gemacht. RB-Coach Ralph Hasenhüttl war noch nach dem Abpfiff aufgebracht und verweigerte Baier den Handschlag. Baier wurde zu einer zeitnahen Stellungnahme aufgefordert.

"Er hätte Rot sehen müssen. Schade, dass das der vierte Offizielle nicht gesehen hat. Entschuldigt hat er sich nicht", sagte Hasenhüttl nach dem Spiel. Die Aktion von Baier überschattete den dritten Sieg des FCA, der nach dem besten Saisonstart seiner kurzen Bundesliga-Geschichte vorübergehend sogar auf Rang drei stand. Tags darauf bat der Kapitän der Schwaben im Internet um Entschuldigung. Er habe in der Nacht nach der Partie "kein Auge zugetan", schrieb der 33-Jährige bei Instagram. Er sei "in einer Szene meiner Vorbildfunktion als Kapitän des FCA nicht gerecht geworden", führte er weiter aus. "Aus der Emotion heraus habe ich mich zu einer Geste hinreißen lassen, von der ich selbst nicht weiß, wie ich dazu komme."

Baier habe bereits am Vorabend versucht, sich in der Kabine von Leipzig zu entschuldigen und "das Missverständnis aus der Welt zu räumen". Am Mittwoch habe er sich auch bei den eigenen Teamkollegen entschuldigt, "weil nun meine sinnlose Geste die tolle Leistung der Mannschaft in den Hintergrund rücken lässt", wie er schrieb.

Fußball, Spanien: Nach Marcelo, Isco und Dani Carvajal hat Real Madrid einen weiteren Leistungsträger langfristig an den Club gebunden. Der französische Torjäger Karim Benzema habe seinen Vertrag mit den Königlichen um zwei Jahre bis zum 30. Juni 2021 verlängert, teilte der Club am Mittwoch mit. Auch sei die Ausstiegsklausel erhöht worden, so die Zeitung "El País": Genau wie bei Cristiano Ronaldo und Gareth Bale liege sie nun bei einer Milliarde Euro. Der 29 Jahre alte Fußball-Profi war 2009 von Olympique Lyon zum spanischen Rekordmeister gewechselt - und hat seither in 371 Partien 182 Tore geschossen, wie spanische Medien vorrechneten. Sein derzeitiger Kontrakt lief bis 2019. Wegen einer Verletzung Benzemas am rechten Oberschenkel muss Trainer Zinédine Zidane allerdings in den nächsten Wochen auf den Stürmer verzichten.

Fußball, Transfermarkt: Nach der Kritik von Bundeskanzlerin Angela Merkel am Ablöse-Wahnsinn hat UEFA-Präsident Aleksander Ceferin die Politik zur Unterstützung bei der Reform des Transfersystems aufgerufen. "An alle europäischen Politiker: Wir könnten nicht mehr zustimmen. Aber ihr habt uns nicht sehr geholfen, die Dinge in Ordnung zu bringen", sagte Ceferin beim außerordentlichen Kongress der Europäischen Fußball-Union am Mittwoch in Genf. Auch Fifa-Chef Gianni Infantino sprach sich bei der nur 50-minütigen Vollversammlung für Änderungen auf dem Transfermarkt aus.

In diesem Sommer war unter anderem Brasiliens Superstar Neymar für die Rekordsumme von 222 Millionen Euro vom FC Barcelona zu Paris Saint-Germain gewechselt. Es gebe ein "ganzes Arsenal, um das Spiel besser zu regulieren", betonte Uefa-Chef Ceferin. Als mögliche Maßnahmen nannte er die Einführung einer Gehaltsobergrenze, eine Luxussteuer, kleinere Kader, eine Beschränkung von Kommissionen für Berater und eine Begrenzung von Ausleihen. Vieles davon wird durch europäisches Recht eingeschränkt oder verhindert. "Das Momentum ist da", sagte Ceferin. "Ich habe jede Intention es zu tun. Es ist mein Ziel."

Merkel hatte sich jüngst kritisch über die in diesem Sommer drastisch angestiegenen Ablösen geäußert. "Solche Summen kann kein Mensch nachvollziehen. Uefa und Fifa sollten die Regeln für Spielertransfers noch einmal anpassen, um für größere sportliche Balance zu sorgen", sagte die CDU-Parteivorsitzende zuletzt der Mittelbayerischen Zeitung. Sie sehe die finanziellen Entwicklungen im Fußball "genauso kritisch wie viele". Als Gast der Uefa-Vollversammlung betonte auch Infantino, dass es Änderungen brauche. "Es ist an der Zeit, dass wir alle zusammen das Transfersystem für die Zukunft in Angriff nehmen", sagte der Chef des Weltverbands.

Die globalen Transferausgaben vom 1. Juni bis 1. September betrugen nach Erhebung der FIFA 3,93 Milliarden Euro - und damit fast so viel wie im kompletten Jahr 2016. Die Provisionen für Berater seien dabei deutlich angestiegen, erklärte Infantino. "Das muss uns alles sehr besorgen."

Fußball, FC Liverpool: Der FC Liverpool mit Trainer Jürgen Klopp und Premier-League-Aufsteiger Huddersfield Town sind in der dritten Runde des englischen League Cups ausgeschieden. Die Reds unterlagen am Dienstagabend bei Leicester City mit 0:2 (0:0). Der Ex-Mainzer Shinji Okazaki (65. Minute) und Islam Slimani (78.) machten in der zweiten Halbzeit den Sieg für die Gastgeber perfekt. Die Klopp-Elf blieb dagegen wettbewerbsübergreifend im vierten Spiel in Serie ohne Sieg.Aufsteiger Huddersfield mit dem deutschen Trainer David Wagner unterlag bei Crystal Palace mit 0:1 (0:1) und scheiterte ebenfalls in Runde drei. Bakary Sako erzielte für die Gastgeber das entscheidende Tor (13.). Vize-Meister Tottenham Hotspur erreichte unterdessen durch ein 1:0 (0:0) gegen den FC Barnsley das Achtelfinale.

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