Bundesliga BVB dreht Spiel gegen zehn Hoffenheimer

Der Ball ist im Netz - Pierre-Emerick Aubameyang trifft zum 3:1-Endstand für den BVB.

(Foto: Bongarts/Getty Images)
Von Ulrich Hartmann, Dortmund

Julian Nagelsmann hat für Thomas Tuchel beim FC Augsburg II einst die Gegner analysiert und später beim FSV Mainz gelegentlich im Training hospitiert. Jetzt ist Nagelsmann selbst Cheftrainer. Und seine Kenntnisse um die taktischen Vorlieben des Trainers Tuchel erschienen durchaus von Vorteil, als er mit seiner TSG Hoffenheim am Sonntagabend bei Borussia Dortmund gastierte. Mit einer auf Pressing und Konter abzielenden 5-2-3-Formation gingen die Hoffenheimer 1:0 in Führung, erschwerten den Dortmundern dann lange das gewohnte Dominanzspiel und durften am Ende wohl nur deshalb nicht einmal einen Punkt mitnehmen, weil sie die letzte halbe Stunde nach einer roten Karte für ihren Torschützen Sebastian Rudy in Unterzahl spielten.

Zehn Minuten vor dem Ende glich Henrikh Mkhitaryan für die Dortmunder zum 1:1 aus, erst fünf Minuten vor dem Ende sowie in der Nachspielzeit erzielten Adrian Ramos und Pierre-Emerick Aubameyang die späten Treffer zum 3:1 (0:1)-Sieg.

Mit je zwei neuen Abwehrspielern waren die Mannschaften in die Aufgabe gegangen. Nagelsmann hatte Ermin Bicakcic und Jeremy Toljan in die Startelf berufen, Tuchel die Spieler Lukasz Piszczek und Neven Subotic, auch weil Mats Hummels sich beim Sieg in Porto am Hüftbeuger verletzt hatte. Die Hoffenheimer setzten der erwarteten Dortmunder Dominanz und dem Bundesliga-Startelf-Comeback von Nuri Sahin eine Fünferkette entgegen, in der Pavel Kaderabek und Toljan die Außenposten markierten. Weil sie sich aber trotzdem nicht einigelten, sondern früh attackierten, mussten die Dortmunder bereits in der Mitte des Spielfelds den Ball laufen lassen und nicht erst vor dem Strafraum. Nach wenigen Minuten schon grübelten Nagelsmann und sein Assistent Alfred Schreuder auf der Trainerbank über einer Kladde und verifizierten die Tauglichkeit ihrer taktischen Überlegungen.

Tuchel grübelte über keiner Kladde. Er lässt seine Fußballer in solchen Geduldsspielen gerne frei die Kreativität ausleben, aber just an dieser mangelte es diesmal erheblich. Wie schon beim 0:0 in Berlin oder den 1:0-Erfolgen gegen Hannover und in Leverkusen spielten sie es routiniert, in der ersten Halbzeit zu routiniert. In der 25. Minute führte einer der Hoffenheimer Konter zum überraschenden 1:0 für die Gäste. Rudy spielte links auf Kevin Volland hinaus, der stramm aufs Tor schoss und den Dortmunder Torwart Roman Bürki den Ball so schwach abprallen lassen sah, dass der durchgelaufene Rudy gerade recht kam, um den Ball ins Tor zu schieben.

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Rudys zweiter Saisontreffer bedeutete für die Dortmunder das erste Gegentor nach fast sieben Stunden Bundesliga-Fußball. Doch auch danach taten sich die Schwarz-Gelben weiter schwer mit dem Hoffenheimer 5-2-3, das die geliebten Dortmunder Pässe ins Zentrum vor den gegnerischen Strafraum effektiv unterband. Nach einer halben Stunde hatte stattdessen Volland das 2:0 auf dem Fuß.

Nach der Pause brachte Tuchel für Shinji Kagawa jenen Ilkay Gündogan, den er in der ersten Halbzeit nach dessen grippalem Infekt noch geschont hatte. Gündogan sollte den Druck erhöhen helfen und benötigte gerade mal zwei Minuten und 15 Sekunden Akklimatisierung, um den Ball in der 48. Minute an den Pfosten des Hoffenheimer Tors zu donnern. Natürlich machten die Dortmunder nun mehr Druck, aber an ihren Vollstreckern Marco Reus und Aubameyang lief das Spiel vorbei. Erst in der 58. Minute ergab sich eine neue Konstellation, als Rudy nach einem von hinten gegrätschten taktischen Foul gegen Aubameyang im Mittelfeld mit roter Karte vom Feld geschickt worden war.

Nun mussten die Hoffenheimer mit einer 5-4-Formation auf die Totalblockade umschalten. Was noch durchkam, parierte zunächst Torwart Oliver Baumann, doch in der 80. Minute erzielte Mkhitaryan aus steilem Winkel von links den überfälligen 1:1-Ausgleich. Und fünf Minuten vor dem Ende sowie in der Nachspielzeit machten Ramos und Aubameyang den Hoffenheimern auch noch das Remis kaputt.

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Quelle: Opta Sportdaten

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