Werder Bremen will Miroslav Klose vor dem Spiel gegen die Bayern "offiziell verabschieden" - eine umstrittene Idee.
Ottmar Hitzfeld, Trainer des FC Bayern München, spricht von einer "noblen Geste''. Aber ob es auch eine gute Idee ist vom SV Werder Bremen, seinen ehemaligen Angestellten Miroslav Klose vor dem Spiel gegen den neuen Arbeitgeber "offiziell zu verabschieden'', ist zu bezweifeln. Die Gesten und Sprechchöre der Bremer Anhängerschaft werden nämlich weit weniger nobel ausfallen.
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Miroslav Klose feiert sein Tor gegen Hansa Rostock. (© Foto: dpa)
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"Ich kann nur an die Fans appellieren, fair zu reagieren'', mahnt Werder-Manager Klaus Allofs zwar, aber das ist höchstens ein netter Versuch. Klose ist nach seinem forcierten Wechsel zum FC Bayern für die Bremer Anhänger zum Feindbild geworden. Seine Verhandlungen mit den Bayern, ausgerechnet einen Tag vor dem Uefa-Cup-Halbfinale der Bremer gegen Espanyol Barcelona, leiteten den Abschied ein. Vor dieser Saison wechselte er nach langem Hin und Her für eine Ablöse von zwölf Millionen Euro.
"Das wird kein angenehmer Empfang für Miroslav Klose'', ahnt Karl-Heinz Rummenigge, Vorstandsvorsitzender des FC Bayern, und das ist noch beschönigend formuliert. Im Ligapokal musste Klose zwar schon einmal mit den Bayern gegen Werder antreten - aber diese Partie fand in Düsseldorf statt und hatte eher den Charakter eines Freundschaftsspiels. Diesmal muss der Stürmer zurück ins Weserstadion. Als ob es nicht genug wäre, bei jedem Ballkontakt ausgebuht zu werden, soll sich Klose jetzt auch noch vor dem Spiel mit einem Blumensträußchen in der Hand auspfeifen und beschimpfen lassen. Man muss kein ausgeprägt negatives Menschenbild haben, um diese Geste des SV Werder alles andere als nobel zu finden.
Der FC Bayern hat der Verabschiedung dennoch zugestimmt. Hitzfeld hat ohnehin keine Bedenken, was das Nervenkostüm seines Angreifers angeht. "Er ist ja kein Kind mehr'', sagt der Trainer, "er ist deutscher Nationalspieler, hat bei der WM Nerven bewiesen und wird mit dem Druck gut umgehen.'' Und Klose dürfte fit sein für die Herausforderung. Seine Sehnenentzündung am Fuß ist fast abgeklungen. "Es schmerzt noch etwas, aber er wird spielen können'', kündigt Hitzfeld an. Dabei ist offen, ob Klose mit Luca Toni den Sturm bildet oder als einzige echte Spitze beginnt, unterstützt von Franck Ribéry. "Wir haben zwei Möglichkeiten'', sagt Hitzfeld. Und Ribéry meint auf die Frage nach seiner bevorzugten Formation: "Es war immer ein gutes Spiel, egal auf welcher Position ich eingesetzt worden bin.''
Der Franzose verspricht in jedem Fall, Klose im Weserstadion noch mehr zu helfen als in anderen Spielen. "Wir wissen, dass es für ihn ein besonderes Spiel ist und dass ihn ein spezieller Empfang von Fans und Gegenspielern erwartet'', sagt Ribéry. "Wir werden Klose maximal unterstützen, und ich hoffe, er schießt das Tor zum Sieg.''
Rummenigge sieht die Situation als Chance für den Stürmer, sich noch mehr Selbstbewusstsein für die Saison zu holen. "Es wird ein Spiel, das Miro, was seine Persönlichkeit angeht, enorm weiterbringen wird'', sagte der Vorstandsvorsitzende der AZ. "Mir ging es einmal ähnlich, als ich mit Inter Mailand - nach dem Wechsel galt man damals quasi als Vaterlandsverräter - im Uefa-Cup beim 1. FC Köln antrat. Davor bin ich die ganze Woche niedergemacht worden. Dann war es mir eine große Genugtuung, denen zwei Tore reinzuhauen.''
Auf eine solche Trotzreaktion hoffen die Bayern nun auch bei Klose. Würde der Stürmer am Samstag treffen, wäre es sein 100. Bundesliga-Tor - und das wäre ebenfalls eine ziemlich anerkennenswerte Geste.
Torwartlegende Sepp Maier im Interview. SZ am Wochenende Jetzt lesen ...
(SZ vom 18.8.2007)
Linke-Vize-Chefin Wawzyniak
Ich habe zu danken. Dann will ich mir die Vorstellung jetzt mal vor Ort anschauen. Ich denke, es wird ein fröhliches Durcheinander von Reaktionen geben. Zwischen Schmähungen und Applaus ist hier sicher alles drin, denn so verschieden wie die Meinungen hier sind ja auch die Gemüter der Fans.
Auch wenn ich oftmals anderer Meinung bin, finde ich deine Kommentare champions-league-reif, vor allem aufgrund der etwas ausgefalleneren Formulierungen. Leser müssten dir gewissermaßen 3 Euro ins virtuelle Anti-Phrasen-Schwein überweisen.
... und van Bommel muss den Ball bezüglich rüder Fouls ja wohl noch ein bisschen flacher halten als Andreasen. Gerade wenn es bei den Bayern in den letzten Jahren in Spitzenpartien um die Wurst ging, mutierten die vermeintlich so überlegenen Fußballer ja gerne mal zu tumben Tretern und wurden zum ärger der nichtbayerischen Zuschauer nur selten angemessen dafür bestraft. Spieler wie Kahn, Ballack, Brazzo oder Effenberg setzten ihre Duftmarken und die Schiris ließen die Karten stecken.
Ich reg mich schon wieder auf, sorry ... komme gerade aus dem Werder-Fanshop, da ist man anschließend immer so aufgeladen. Hoffen wir einfach mal auf ein einigermaßen gutes Fußballspiel, das fair über die Bühne geht. ;)
Also wenn man 90 % der Geschehnisse ausblendet, kann man das Ganze natürlich auf einen ganz normalen Wechsel reduzieren. Klose hat sich leider anders verhalten. So naiv er auch nach außen wirkt, so dreist waren seine äußerungen und Aktionen, die alle aufzuzählen mittlerweile keinen Sinn mehr machen, weil der Drops gelutscht ist. Man muss auch als Neutraler einfach mal eingestehen, dass es menschliche Enttäuschungen geben kann, wo man sie nicht erwartet hätte. Ich würde Klose auch lieber hinterherweinen, so wie bei Ismael, Ailton, Micoud etc., aber es gibt Grenzen. Und Klose hatte fast endlosen Kredit bei den Fans. Den komplett aufzubrauchen war schon ein echtes Kunstwerk. Alles was von Klose in Bremen zurückbleibt ist ein schlechter Nachgeschmack von einem begabten Fußballer mit grandiosen charakterlichen Defiziten. Der "PfälzerJung" ist Geschichte.
das Treffen mit Uli Hoeneß ging tatsächlich unter die Gürtellinie. Aber da würde ich eher dem Honeß oder Kloses Berater den schwarzen Peter zuschieben. Klose ist ja kein typischer Abzocker, sondern immer noch der pfälzer Bub aus Blaubach-Diedelkopf, der gerne angelt und dem knallharten Fußballgeschäft mit einer gehörigen Portion Naivität gegenübertritt.
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