Bundesliga Bayern schießt den Zoff weg

Gute Stimmung beim FC Bayern: Gegen Mainz gelang ein ungefährdeter Sieg.

(Foto: Bongarts/Getty Images)
Von Lisa Sonnabend

Robert Lewandowski winkte fröhlich den Fans zu, Thomas Müller strahlte den Torschützen an, der eben das 3:0 erzielt hatte, zahlreiche andere Bayern-Spieler klatschten sich ab, sogar Franck Ribéry, der noch auf der Ersatzbank saß, wirkte einigermaßen zufrieden.

Beim FC Bayern ging es am Samstagnachmittag plötzlich wieder so harmonisch zu wie an einem Biertisch, an dem sich die Menschen schunkelnd in den Armen liegen. Mit 4:0 (2:0) gewannen die Münchner gegen Mainz und verdrängten so - zumindest kurzzeitig - die Querelen der vergangenen Tage aus den Schlagzeilen. Vergessen war an diesem Samstagnachmittag, wie Trainer Carlo Ancelotti die Kritik an seiner Person trotzig mit Sarkasmus abgebügelt hatte, wie Ribéry nach seiner Auswechslung gegen Anderlecht das Trikot auf die Bank geknallt hatte oder wie Lewandowski in einem Interview die Transferpolitik des Vereins schlechtgeredet hatte.

Es überraschte wenig, dass gegen Mainz eine andere Elf auf den Rasen lief als vier Tage zuvor gegen Anderlecht. Denn in der Champions-League-Partie hatte die Mannschaft alles andere überzeugt und Carlo Ancelotti hatte versprochen, dass "einige Spieler eine Pause bekommen". Mats Hummels und Jérôme Boateng waren diesmal für die Innenverteidigung zuständig, Arturo Vidal spielte statt Corentin Tolisso, der sich ungerecht behandelt fühlende Müller durfte von Beginn ran. Und Kingsley Coman - am Donnerstag wegen häuslicher Gewalt zu einer Geldstrafe verurteilt - sollte auf der linken Seite für Wirbel sorgen. Ribéry saß stattdessen da, wo er sein nasses Trikot hingeworfen hatte: auf der Bank.

Zu Beginn der Partie fiel Bayern zunächst wegen Fahrlässigkeit auf. Erst erlaubte sich Thiago einen Fehler, dann patzte Rafinha. Doch dies blieb folgenlos. Stattdessen folgte nach dem ersten vernünftigen Bayern-Angriff die Führung: In der 11. Minute gab Robben eine Flanke mit der Hacke weiter, Joshua Kimmich legte den Ball so geschmeidig zu Müller, dass dieser sein erstes Saisontor erzielte. Auch wenn der Schuss durch Robben noch abgefälscht worden war. Ancelotti blickte versteinert, die Kapuze hatte er tief ins Gesicht gezogen. Das Stadion besang währenddessen den einzigen Bayern im Team.

Würziger als jedes Wiesnbier

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Wenige Minuten danach musste nach einem Konter Manuel Neuer eingreifen, ehe die Münchner drei Chancen vergaben: Erst verdaddelte Vidal eine Möglichkeit, dann traf Coman statt dem leeren Tor die Latte und Lewandowski donnerte den Ball knapp daneben. In der 23. Minute war Robben schließlich konsequenter: Kimmich legte ihm den Ball wunderbar in den Lauf, der Niederländer überlistete den herauseilenden René Adler mit einem gefühlvollen Schubser.