Bürgerentscheid gescheitert DFB-Akademie darf gebaut werden

Die Computersimulation zeigt die geplante DFB-Akademie in Frankfurt.

(Foto: dpa)

Weil der Bürgerentscheid scheitert, steht dem Bau der 89 Millionen Euro teuren DFB-Akademie in Frankfurt am Main nichts mehr im Weg. Angelique Kerber gewinnt das WTA-Turnier in Birmingham, Roger Federer triumphiert in Halle.

Geplante DFB-Zentrale: Der Bürgerentscheid ist gescheitert, dem Bau der 89 Millionen Euro teuren Akademie des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) in Frankfurt am Main steht nichts mehr im Wege. In der ersten Abstimmung dieser Art in der Mainmetropole kassierten die Gegner des Projekts, die die Errichtung auf dem Gelände der Galopprennbahn im Stadtteil Niederrad verhindern wollten, eine Niederlage. 497 600 Menschen waren wahlberechtigt. Für ein erfolgreiches Bürgerbegehren und den vorläufigen Erhalt der Rennbahn sowie der angeschlossenen Neun-Loch-Golfanlage hätte es 124 389 Stimmen (mindestens 25 Prozent) gebraucht - es gingen aber nur etwa 100 000 Personen zur Abstimmung. Der DFB will 2018 in die neue Zentrale unweit seines bisherigen Sitzes (2,5 Kilometer) umziehen.

Tennis, Birmingham: Eine Woche vor dem Tennis-Klassiker in Wimbledon hat Angelique Kerber in Birmingham ihren ersten Titel auf Rasen gewonnen. Die 27-Jährige aus Kiel setzte sich am Sonntag im Finale des WTA-Turniers gegen die Tschechin Karolina Pliskova mit 6:7 (5:7), 6:3, 7:6 (7:4) durch. Trotz starker Leistung zeigte Kerber in der intensiven Partie mehrfach Nerven und hielt die Tschechin so im Spiel. Dennoch sicherte sie sich nach 136 Minuten ihren insgesamt sechsten Titel auf der WTA-Tour. Kerber hatte in diesem Jahr bereits die Sand-Turniere in Charleston und Stuttgart gewonnen. Das Grand-Slam-Turnier in Wimbledon auf Rasen beginnt am 29. Juni.

Bei den Männern gewann der Brite Andy Murray trotz einer Doppelschicht am Sonntag zum vierten Mal in seiner Karriere das Rasenturnier im Londoner Queen's Club. Der Weltranglistendritte setzte sich im Finale des Vorbereitungsturniers auf Wimbledon gegen den Südafrikaner Kevin Anderson 6:3, 6:4 durch. Wenige Stunden zuvor hatte Murray sein Halbfinale, das wegen Regens am Samstag unterbochen worden war, gegen Viktor Troicki aus Serbien 6:3, 7:6 (7:4) gewonnen.

Tennis, Halle: Roger Federer hat zum achten Mal das Rasenturnier im westfälischen Halle gewonnen. Der 33 Jahre alte Tennisprofi aus der Schweiz entschied am Sonntag das Endspiel gegen den Italiener Andreas Seppi mit 7:6 (7:1), 6:4 für sich. Bei keinem anderen Turnier hat der 17-malige Grand-Slam-Champion so viele Titel geholt. In Wimbledon und Dubai triumphierte Federer je siebenmal. Nach 1:48 Stunden verwandelte der Weltranglisten-Zweite seinen zweiten Matchball und feierte im 13. Duell mit dem Südtiroler seinen 12. Sieg. Für den 86. Titel seiner Karriere erhält er ein Preisgeld von 381 760 Euro. Seppi kann sich mit 172 100 Euro trösten.

Leichtathletik, Russland: Bis zum Schluss tapfer gekämpft, aber dann doch deutlich verloren: In der "Höhle des Löwen" haben den deutschen Leichtathleten 22 Punkte zur Titelverteidigung bei der Team-Europameisterschaft gefehlt. Gastgeber Russland wurde am sonnigen Sonntag in Tscheboksary seiner Favoritenrolle gerecht und etablierte sich mit 368,5 Zählern schon zum vierten Mal seit 2010 als Nummer 1 in Europa. Hinter den Russen, die sich am zweiten Tag mächtig steigerten, und Deutschland (346,5) landete Frankreich mit 319,5 Punkten auf Platz drei. Das Duell der favorisierten Gastgeber mit dem Titelverteidiger blieb fast bis zum Schluss richtig spannend - erst mit dem Sieg des russischen Frauen-Quartetts über 4 x 400 Meter war die Entscheidung gefallen. Die zuletzt in viele Dopingskandale verwickelte "Sbornaja" sicherte sich den vierten EM-Titel auch dank eines starken Endspurts.

Kakadu lässt grüßen

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Reiten, Luhmühlen: Ingrid Klimke hat erstmals die Vier-Sterne-Prüfung beim Vielseitigkeits-Klassiker in Luhmühlen gewonnen. Die Reiterin aus Münster verteidigte am Sonntag auf Escada im abschließenden Springen ihre Führung nach der Dressur und dem Geländeritt. Die Team-Olympiasiegerin blieb fehlerfrei und siegte mit nur 0,1 Strafpunkten vor der Neuseeländerin Jonelle Price mit Faerie Dianimo. Dritter wurde der Doppel-Olympiasieger Michael Jung aus Horb auf Sam. Vor dem Finale waren die ersten Fünf im Klassement weniger als vier Fehlerpunkte getrennt. Dies entspricht einem Abwurf im Springparcours. Nachdem die vier hinter ihr platzierten Reiter ohne Strafpunkte geblieben waren, stand Ingrid Klimke unter Druck. Diesem hielt die 47-Jährige mit ihrer sprunggewaltigen Stute souverän stand. Nachdem sie das letzte Hindernis gemeistert hatte, zeigte Klimke mit dem Finger auf die elfjährige Escada als die eigentliche Siegerin. Die Grundlage zum Erfolg hatte das Paar am Samstag mit einer Nullrunde beim Geländeritt gelegt, mit der es die Spitzenposition übernahm.

Radfahren: Radprofi Tom Dumoulin aus den Niederlanden hat zum Abschluss der 79. Tour de Suisse das Zeitfahren gewonnen und den vierfachen Weltmeister Fabian Cancellara auf den dritten Platz verwiesen. Den Gesamtsieg holte sich am Sonntag Simon Spilak, der dem Franzosen Thibaut Pinot im 38,4 Kilometer langen Zeitfahren in Bern noch das Gelbe Trikot abnahm. Der Slowene hatte in der Endabrechnung fünf Sekunden Vorsprung vor dem Briten Geraint Thomas.

Hockey: Deutschlands Hockey-Frauen haben bei der World League in Valencia Platz drei belegt und damit das Olympia-Ticket direkt gelöst. Im "kleinen Finale" besiegte die Auswahl von Bundestrainer Jamilon Mülders am Sonntag Argentinien mit 3:1 (1:1, 0:1) im Penaltyschießen und nutzte damit gleich die erste Chance, um zu den Sommerspielen 2016 nach Rio zu gelangen. Dies hatten in der Vorwoche auch bereits die deutschen Herren geschafft. "Wir sind sehr, sehr froh, dass beide Mannschaften nach Rio fahren", erklärte Sportdirektor Heino Knuf am Sonntag. Für den klammen Verband sei die Qualifikation "existenziell wichtig" und wegen des frühen Zeitpunkts und der Planungssicherheit "eine komfortable Sache".