Boxen Felix Sturm ist zum fünften Mal Box-Weltmeister

WBA-Super-WM: Felix Sturm siegt gegen Fjodor Tschudinow in Oberhausen nach Punkten.

(Foto: dpa)
  • Felix Sturm siegt gegen den Russen Fjodor Tschudinow nach Punkten und wird zum fünften Mal Box-Weltmeister im Supermittelgewicht.
  • Das Verlierer-Lager spricht von einer Verschwörung und fordert einen Rückkampf in Moskau.

Felix Sturm ist als erster deutscher Profiboxer zum fünften Mal Weltmeister geworden. Der 37 Jahre alte Herausforderer bezwang Titelträger Fjodor Tschudinow in zwölf Runden äußerst knapp nach Punkten (115:113, 115:113, 114:114) und kürte sich zum WBA-Weltmeister im Supermittelgewicht.

Sturm nahm damit vor 8000 Zuschauern in Oberhausen Revanche für die gegen den Russen im Mai 2015 erlittene Punktniederlage. Der neun Jahre jüngere Tschudinow kassierte die erste Niederlage im 15. Kampf, Sturm feierte seinen 40. Sieg im 48. Kampf. In einem intensiven Duell versuchte Felix Sturm von Beginn an, den Titelverteidiger mit seiner Schnelligkeit und der starken Führungshand zu beeindrucken.

Der schlagstarke Tschudinow hatte jedoch immer die passende Antwort parat und ließ sich nicht beeindrucken. Mit zunehmender Kampfdauer übernahm der Russe wie schon in der Erstauflage die Initiative und punktete vor allem mit gefährlichen Haken, die immer wieder am Kopf seines Gegners einschlugen. Sturm setzte auf seine Konterstärke und hatte damit am Ende die Punktrichter knapp auf seiner Seite.

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Unmut im Verlierer-Lager

Nach der umstrittenen Niederlage gegen Sturm zog das Lager des unterlegenen Tschudinow die Wertung in Zweifel und forderte einen Rückkampf im Mai in Moskau. "Das Resultat ist nicht fair. Ich respektiere Felix, aber ich habe nicht verloren", sagte Tschudinow.

Tschudinows Trainer Artur Piduriew witterte eine Verschwörung. "Deutschland ist ein gutes, großes Land, aber es ist nicht das erste Mal, dass ihr den Sport töten wollt. Ihr wollt junge Sportler zu Fall bringen", sagte Piduriew auf der lebhaften Pressekonferenz nach dem Kampf und ergänzte mit Blick auf Sturm: "Schaut euch sein Gesicht an, es ist grün."

Auf die Forderung nach einem zeitnahen Rückkampf reagierte Sturm, dessen Gesicht geschwollen und mit blauen Flecken übersät war, zumindest äußerlich gelassen. "Ich habe kein Problem damit, nach Moskau zu kommen. Wenn ihr zahlt, kommen wir. Kein Problem. Ich brauche mich für nichts zu schämen", sagte Sturm.

Zuvor hatte Sturm allerdings eine Fortsetzung seiner Karriere offen gelassen. "Vielleicht war das mein letzter Kampf, vielleicht habe ich zum letzten Mal alles aus mir rausgeholt", sagte Sturm, der gesundheitliche Schwierigkeiten offenbarte: "Ich habe ein bisschen Probleme mit dem linken und rechten Ellbogen, eigentlich bräuchte ich eine Operation."

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