Boxen Boxer Feigenbutz verpasst historische WM-Chance

Vincent Feigenbutz beim Kampf gegen Giovanni De Carolis

(Foto: dpa)
  • Der 20-jährige Vincent Feigenbutz verlor beim WM-Kampf in Offenburg in der elften Runde durch technischen K.o. gegen den 31-jährigen Italiener Giavanni De Carolis.
  • Es ist die zweite Niederlage im 23. Kampf des Karlsruhers.
  • Der Kampf gewann an Brisanz, weil er nur wenige Tage vor Austragung zum WM-Kampf hochgestuft wurde.

Technischer K.o. in der elften Runde

Vincent Feigenbutz hat die Krönung zum jüngsten Profi-Champ der deutschen Box-Geschichte verpasst. Der 20-Jährige aus Karlsruhe verlor den WM-Kampf der WBA am Samstagabend in Offenburg durch technischen K.o. in der elften Runde. Damit bleibt vorerst der Berliner Graciano Rocchigiani der jüngste deutsche Champion: "Rocky" hatte sich die WM-Krone 1988 mit 24 Jahren geholt.

Supermittelgewichtler Feigenbutz kassierte im 23. Kampf erst seine zweite Niederlage (19 K.o.-Siege). Bereits beim ersten Vergleich mit dem 31-jährigen De Carolis am 17. Oktober 2015 in Karlsruhe hatte Feigenbutz große Probleme gehabt und nur äußerst umstritten nach Punkten gewonnen, obwohl er sogar zu Boden gegangen war. "Meine Leistung hat nicht gereicht. Ich war nicht fit, obwohl ich gesund war. Aber ich komme wieder. Im dritten Kampf wird alles entschieden", sagte Feigenbutz bei Sat 1. De Carolis sagte ihm den Rückkampf zu: "Dafür stehe ich jederzeit zur Verfügung. Ich bin ein Kämpfer. Heute bin ich sehr, sehr glücklich. Das ist die Belohnung für die Arbeit meines ganzen Lebens."

Plötzlich zum WM-Fight hochgestuft

Vor 4100 Zuschauern in der ausverkauften Baden Arena agierte der Lokalmatador zunächst zu passiv und musste einige Treffer von De Carolis einstecken. Danach wurde Feigenbutz offensiver, allerdings blieb der Italiener immer gefährlich. Für Feigenbutz ist die Schlappe ein herber Rückschlag. Bei einem Sieg wäre ein Duell um den Titel des Super-Champions mit dem Sieger des Kampfes zwischen Felix Sturm (Leverkusen) und Fjodor Tschudinow (Russland) wahrscheinlich gewesen, die am 20. Februar in Oberhausen gegeneinander boxen.

Der Veranstaltung am Samstag war nur wenige Tage zuvor ein kühner Winkelzug des weltweit ältesten Profi-Boxverbandes vorausgegangen. Die WBA hatte kurzerhand Titelträger Tschudinow zum Super-Champion ernannt und damit den Kampf von Interims-Weltmeister Feigenbutz zum WM-Fight hochgestuft. "Das ist eine große Sache, ein Lebenstraum", hatte Feigenbutz gesagt.