Witali Klitschko hat Weltmeister Lennox Lewis im Ring Stand gehalten, seinen Traum vom WM-Gürtel jedoch nicht erfüllen können. Wegen einer klaffenden Wunde am linken Auge des Ukrainers wurde der WM-Kampf nach sechs Runden abgebrochen. Zum Zeitpunkt des Abbruchs lag Klitschko vorn.
Der Champion aus Großbritannien verteidigte seinen WBC-Titel in LA durch Technischen K.o.-Sieg. In einem offenen Schlagabtausch von Beginn an hatte Klitschko in den ersten Runden leichte Vorteile und brachte seinen 37 Jahre alten Gegner immer wieder in Schwierigkeiten.
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Erschwert wurde der Kampf für den 31-jährigen Wahl-Hamburger allerdings durch einen Cut über dem linken Auge, den Lewis seinem Gegner in der dritten Runde zugefügt hatte. Zum Zeitpunkt des Abbruchs lag Klitschko bei den Punktrichtern knapp vorne.
Von Beginn an lieferten sich beide Kämpfer einen spannenden und spektakulären Fight. Klitschko wirkte wesentlich austrainierter als Lewis und landete mehr Treffer. In der zweiten Runde drohte dem Weltmeister ein vorzeitiges Ende. Er taumelte, nachdem er eine Rechte seines Gegners einstecken musste.
Auch in der Folgezeit konnte Lewis den Herausforderer nur selten stellen. Selbst die härtesten Schläge steckte Klitschko weg. Nur die Empfehlung des Ringarztes und die Entscheidung des Ringrichters retteten Lewis den Titel. Es war sein 15. Erfolg im 18. WM-Kampf.
"Alle haben gesehen, dass ich kämpfen kann"
"Die Wunde war die Folge eines Kopfstoßes, ich verstehe aber überhaupt nicht, dass der Kampf abgebrochen wurde", erklärte Klitschko frustriert: "Alle haben gesehen, dass ich kämpfen kann.
Ich wollte Weltmeister werden und bin fürchterlich enttäuscht." Zuvor hatte der ältere der beiden Klitschko-Brüder in 32 Kämpfen nur einmal verloren. Für Lewis war es der 41. Sieg im 44. Kampf.
"Man hat doch gesehen, wie gezeichnet Klitschko war. Das Urteil geht in Ordnung", sagte der glückliche Sieger Lewis. Einen möglichen Rückkampf wollte der Weltmeister nicht zusagen: "Das werden wir sehen, wenn das Angebot stimmt, kann man über alles verhandeln."
Witali Klitschko war als Herausforderer für den Kanadier Kirk Johnson eingesprungen, der sich vor zwei Wochen im Training verletzt hatte. Ursprünglich hätte er bei der Kampfveranstaltung im Staples Center von LA nur im Vorprogramm boxen und erst Ende des Jahres auf Lewis treffen sollen.
(sueddeutsche.de/dpa/sid)
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