Borussia Mönchengladbach Granit Xhaka: Krieger unter Samtfüßen

Granit Xhaka trainiert derzeit mit den Kollegen der Borussia in Belek.

(Foto: Bongarts/Getty Images)
  • Neue Gerüchte aus England: Laut Medienberichten will der FC Arsenal eine dicke Summe für Gladbachs Mittelfeldspieler bezahlen.
  • Würde ein Transfer Sinn machen?
Von Jonas Beckenkamp

Xhakas Problem mit seiner Härte

In der vergangenen Woche hat Granit Xhaka dem Kölner Express ein Interview gegeben, aus dem ansehnliche Zitate hervorgingen. Im Mittelpunkt des Gesprächs stand das mitunter aufbrausende Temperament des Schweizers, der bei Borussia Mönchengladbach derzeit wieder einmal außen vor ist. Drei Spiele Sperre bekam der Mittelfeldmann wegen einer Grobiannummer gegen Darmstadts Peter Niemeyer. Ein Tritt in den Hintern, sowas macht man natürlich nicht.

Trotz bereits fünf Platzverweisen im Alter von erst 23 Jahren glaubt Xhaka nicht, dass er ein "Rot-Problem" habe. Er sei "kein Psycho", sagte er auch in Richtung seines Managers Max Eberl, der zuvor die Ansicht geäußert hatte, Xhaka solle sich Hilfe suchen wegen seiner häufigen Aussetzer. "Was heißt helfen lassen", meinte der Aggressor der Borussia nun, "ich bin ja jetzt nicht psychisch krank. Ich weiß selber, dass ich das nicht hätte machen sollen."

Xhaka hat ein Imageproblem, seine Spielweise oszilliert zwischen Kernigkeit, Nachlässigkeit und übertriebener Härte - und irgendwie haben sie sich in Gladbach auch schon gefragt, welchen Wert dieser manchmal schwer greifbare Fußballer für sie eigentlich hat.

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Was aus England berichtet wird

Die Frage ist nun, wie lang er überhaupt noch am Niederrhein spielen wird. Über ein latentes Interesse des FC Bayern war schon öfter spekuliert worden - jetzt kursiert ein neues Gerücht: Angeblich kann sich der FC Arsenal gut vorstellen, den Schweizer nach London zu lotsen. Wie der Daily Star erfahren haben will, sind die "Gunners" willens, umgerechnet 49 Millionen Euro für den Nationalspieler zu bezahlen, dessen Vertrag in Mönchengladbach noch bis 2019 läuft. Nun zählt der Daily Star nicht unbedingt zum Vertrauenserweckendsten, was die Insel zu bieten hat, aber bei nüchterner Betrachtung würde ein Transfer für die Londoner durchaus Sinn machen.

Fußball spielen kann in Arsene Wengers Kollektiv der Samtfüße ja ohnehin jeder, aber einen echten Kämpfer, einen Krieger, einen Draufgänger wie Xhaka sucht man seit Jahren vergebens im Kader. Das findet offenbar auch Xhakas Agent - ein Mann namens Ragip Xhaka, der Vater von Granit. "Ich möchte derzeit nicht allzu viel zu den Gerüchten sagen," zitiert der um einiges vertrauenserweckendere Guardian den Agenten. "Mal schauen, was passiert. Ich kann aber bestätigen, dass mehrere große Klubs Interesse an Granit haben. Alles ist möglich, wir schließen jetzt nichts aus."

Solch forsche Ansagen lassen dann doch Raum für Spekulationen - und 49 Millionen wären sicher auch für die Borussia ein angenehmes Schmerzensgeld. Gegen einen Transfer spricht allerdings, dass die Gladbacher ihren wichtigsten Mann im Zentrum wohl doch gerne behalten würden. Nach dem Weggang von Weltmeister Christoph Kramer (er verabschiedete sich vergangenen Sommer nach Leverkusen) hatte sich Xhaka die Schwerstarbeit im Mittelfeld zuletzt mit dem 20-jährigen Mahmoud Dahoud geteilt - und das klappte im Lauf der Rückrunde immer besser, bis es in Spielen gegen ManCity, im Pokal gegen Bremen oder zum Hinrundenschluss gegen Leverkusen und Darmstadt nicht mehr funktionierte.

Vielleicht entspannt sich die Lage aber ohnehin von selbst, denn bei Arsenal scheinen sie längst mehrgleisig zu planen. Am Wochenende sollen Klub-Abgesandte in London auch mit Veronique Rabiot verhandelt haben, der Mutter und Beraterin von Paris St. Germains Youngster Adrien Rabiot. Für den französischen U21-Nationalspieler stehen demnach rund 20 Millionen Euro Ablöse im Raum.