Borussia Dortmund Tuchel über Götze: "Da werden Grenzen überschritten"

  • Um Mario Götze gibt es erneut eine Debatte: Wie fit ist der Dortmunder Nationalspieler?
  • Beim BVB hat er noch nicht gespielt - die Kritik wird lauter.
  • Jetzt verteidigt ihn Trainer Thomas Tuchel auf emotionale Weise.

Die Schutzreflexe funktionieren bestens. Wird Mario Götze kritisiert, ziehen die Verantwortlichen von Borussia Dortmund los - und schießen zurück. Dietmar Hamann wird von Hans-Joachim Watzke dann als "sogenannter Experte" betitelt, Jens Lehmann, immerhin einst BVB-Torhüter, bekam gar von Michael Zorc die Eignung für seine Arbeit bei RTL abgesprochen. Am Freitag hatte auch Thomas Tuchel genug: Emotional verteidigte der Trainer seinen 26 Millionen Euro teuren Zugang während der Pressekonferenz vor dem Liga-Spiel bei RB Leipzig (Samstag, 18.30 Uhr).

"Wir merken, wie intensiv er immer wieder unters Brennglas gelegt wird. Das tut ja nicht nur alles gut, das beschäftigt einen Menschen", klagte Tuchel. Kritiker sollten sich mal in Götzes Lage versetzen: "Niemand von uns kann sich vorstellen, wie sich das anfühlt. Da werden Grenzen überschritten."

Tuchel warb erneut um Nachsicht mit dem Rückkehrer von Bayern München, der seit seinem Wechsel keine Pflichtspiel-Minute für den BVB in der Statistik stehen hat. "Wir alle brauchen Geduld und Glaube. Man muss den Respekt aufbringen, irgendwann muss auch mal ein Punkt auftreten, an dem man sich denkt: Wie mag sich der andere fühlen?", forderte Tuchel: "Ein bisschen Geduld bitte, ein bisschen Ruhe. Es ist doch alles gesagt."

Götze ist eine Option für die Startelf

Die Reaktionen zeigen, wie höchst brisant das Thema ist. Der BVB hat viel investiert, um den Mann zurückzuholen, der für die Ewigkeit "WM-Held" genannt werden wird. Die Diskussionen, ob er der Borussia überhaupt helfen kann, gewinnen an Schärfe. Die Reise mit der deutschen Nationalmannschaft tat dazu ihr Übriges. Götze hat sich zwar bei Joachim Löw Spielpraxis geholt, ein bisschen auch aus der Not heraus, da dem Bundestrainer eine andere Spitze nicht zur Verfügung stand.

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Doch so sahen Millionen Zuschauer, was auch Watzke und BVB-Trainer Tuchel schon eingeräumt hatten: Mario Götze ist nicht fit, oder er wirkt zumindest nicht fit. Sein riesiges Potenzial muss geweckt werden, er hat es mit seinen Torvorlagen gegen Finnland ja auch wieder aufblitzen lassen. Nun komme er zum BVB "zurück, um zu spielen, das steht außer Frage", sagte er anschließend. Er sei bei 99,9 Prozent.

Ob Tuchel das genauso sieht? "Er ist auf jeden Fall dabei, er ist auf jeden Fall eine Option für die Startelf", sagte der Trainer. Zudem ist Shinji Kagawa, der die andere Option im offensiven Mittelfeld wäre, im Training umgeknickt. Beim BVB wollen sie Götze am liebsten alle Zeit der Welt geben. "Wir wollen ihm helfen, dass sein Talent wieder auf dem Platz strahlt. Das bedeutet, er braucht Vertrauen und absolute körperliche Fitness", hat Tuchel gesagt. "Die hat er nicht, weil er wenig gespielt hat in der letzten Zeit."

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