Von Thomas Hummel

Dortmunds junge Abwehr hält lange stand, doch dann lässt Bayern-Trainer Jürgen Klinsmann hoch und weit spielen - und holt noch einen Punkt.

Es war so viel diskutiert worden vor dieser Saison über die vielen neuen Trainer in der Bundesliga. Die Neururers, die Röbers und Bergers, sie alle sind derzeit nicht willkommen; stattdessen holten sich die Klubs Hilfe aus Holland oder von den ewigen Nörglern, die schon seit Jahren klagen, dass der deutsche Fußball unter den Neururers und Röbers längst den Anschluss an die Weltspitze verloren habe. An vorderster Front: der ehemalige Bundestrainer Jürgen Klinsmann und der Nationalmannschafts-Beurteiler Jürgen Klopp.

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Ein Punkt in Dortmund mit einem Mann weniger: Bayern-Trainer Jürgen Klinsmann. (© Foto: dpa)

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Nun wollten es die Klubs aus München und Dortmund, dass die beiden selbst ernannten Experten des modernen Fußballs ihr Wissen der Bundesliga zur Verfügung stellen. Und der Spielplan wollte es, dass die beiden Jürgen schon am zweiten Spieltag aufeinandertreffen. Konnte man nun in diesem frühen Stadium neuen Fußball erwarten?

Das 1:1 zeigte, dass das mit den Reformen wohl doch ein wenig länger dauert. Die Bayern spielten eine schwache, behäbige erste Halbzeit, in der sie das 0:1 und eine Gelb-Rote Karte (van Bommel) kassierten. Dortmund konnte das hohe Anfangstempo nicht halten und verlor in Überzahl auch die spielerische Linie. "Wir haben den Sieg heute verschenkt", sagte Kapitän Sebastian Kehl. Das Spiel seiner Mannschaft sei nach der Hinausstellung für van Bommel völlig zum Erliegen gekommen.

20-jähriger Debütant

Sein Trainer Jürgen Klopp setzte in Dortmund fort, seine Abwehrreihe zu reformieren. Auch gegen den Meister vertraute er mit Neven Subotic (19) und Mats Hummels (19) der jüngsten Innenverteidigung der Liga, den verletzten Dede auf links ersetzte er mit dem 20-jährigen Debütanten Marcel Schmelzer. "Ich habe ihm gesagt, dass ich ihn beneide. Mein erstes Spiel war in Oldenburg und er beginnt seine Profi-Karriere vor 80.000 gegen Bayern", sagte Klopp. Dazu brachte er nur Tage nach dessen Verpflichtung seinen Zögling aus Mainzer Tagen, Mohamed Zidan, im Angriff.

Jürgen Klinsmann hingegen vertraute auf bekannte Kräfte: Für den 18-Jährigen Toni Kroos (Muskelprobleme) bildete Andreas Ottl im Mittelfeld die bislang verschmähte Doppel-Sechs (zusammen mit van Bommel) vor der Abwehr. Und vorne griff der genesene Luca Toni neben Miroslav Klose an. Lukas Podolskis Weg führte wie häufig auch unter Ottmar Hitzfeld zunächst auf die Bank.

Auch auf dem Spielfeld hatte Borussia Dortmund zunächst mehr Überraschungen zu bieten. Die Gastgeber agierten mit Selbstvertrauen, Einsatz, Strategie und Offensivhaltung. Mit allem, was Jürgen Klopp vor nur wenigen Wochen versprochen hatte. In der Abwehr spielten Subotic und Hummels mit grimmiger Coolness und ließen in der ersten Halbzeit keine Torchance der bekannten Gegenspieler zu.

Die agilen Dortmunder dagegen provozierten immer wieder Konfusion in der zuletzt schon unsicheren Bayern-Abwehr. Eine nutzte Jakub Blaszczykowski mit einem fulminanten Schuss bereits nach acht Minuten zum 1:0. An der Strafraumgrenze kam er vor Lucio an den Ball, Nelson Valdez sprang der Pass vom Fuß, doch Blaszczykowski regierte am schnellsten und zirkelte den Ball mit dem Außenrist in den entfernten Torwinkel.

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