Von Thomas Hummel

Trotz spielerisch mäßiger Leistung gewinnt der FC Bayern durch ein Tor von Luca Toni 1:0 in Bielefeld.

Die Spekulationen rund um Trainer Jürgen Klinsmann blühten vor der Begegnung auf der Bielefelder Alm. Sollte es bei einem Misserfolg gar sein letztes Spiel sein auf der Bank des FC Bayern? Der 44-Jährige gab sich kurz vor dem Anpfiff noch mit der gewohnt optimistischen Aura, die teils angeboren, teils antrainiert scheint. "Ich habe die Aufgabe, jetzt standhaft zu sein, ruhig zu sein, Gelassenheit auszustrahlen", sagte er.

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Enges Spiel auf der Alm: Artur Wichniarek (l.) gegen Lucio. Am Ende siegen die Münchner knapp. (© Foto: AP)

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Standhaft, ruhig und gelassen darf Jürgen Klinsmann vermutlich auch in den kommenden Tagen als Trainer des FC Bayern sein. Wenngleich er ein recht unruhiges Spiel hinter sich bringen musste, an dessen Ende alle Münchner kaum noch gelassen wirkten. Sondern erleichtert. Denn bei Arminia Bielefeld siegte der Meister trotz spielerisch mäßiger Darbietung mit 1:0. Den Münchnern reichte ein Kopfball von Luca Toni nach 64 Minuten, um bei den abstiegsbedrohten Ostwestfalen drei Zähler zu holen.

Damit haben die Münchner immer noch das Ergebnis vor Augen, das wohl als einziges Jürgen Klinsmann den Trainerjob in München dauerhaft sichern könnte: "Unser Ziel ist die Meisterschaft 2009. Wir brauchen hier einen Dreier", hatte er angemahnt. Hadern über die Verletzten Michael Rensing (Kapselriss im Finger), Massimo Oddo (Sprunggelenk), Breno (Muskelschmerzen), Lukas Podolski (Wade), Miroslav Klose (Fußoperation) und Zé Roberto (Wade), ist nicht Klinsmanns Art.

In der ersten Viertelstunde strahlte sowohl der Trainer als auch die Mannschaft des FC Bayern die Klinsmannsche Entschlossenheit auf dem Platz aus. Die Münchner Spieler liefen viel, versuchten das schnelle Spiel nach vorne. Sie gaben sich Mühe. Womit sie zumindest Spekulationen zurückwiesen, dass einige Spieler womöglich gegen Klinsmann spielen könnten.

In dieser Phase stand Klinsmann vor seiner Bank und beteiligte sich so an der Offensivaura des FC Bayern. Allerdings führten die Bemühungen zunächst zu nichts. Zu gar nichts. Keine einzige Torchance erarbeiteten sich die Gäste, Torwart Dennis Eilhoff musste bis zur Halbzeit keinen Ball halten. Und so setzte sich auch Klinsmann bald wieder hin, neben dem wie immer im rot-weißen Schal leidenden Manager Uli Hoeneß.

Vielleicht musste sich Klinsmann auch setzen, weil ihm der Kopfball von Robert Tesche vorübergehend einen schlechten Magen gemacht hatte. Nach einer Flanke von Artur Wichniarek zielte Tesche völlig freistehend auf das Bayern-Tor, wo allerdings Hans-Jörg Butt mit einem sagenhaften Reflex die linke Hand nach oben zuckte und den Ball über die Latte lenkte. Da untermauerten die Bielefelder die Ankündigung ihres Geschäftsführers Detlev Dammeier: "Wir sind nicht hierher gekommen, um uns Autogramme abzuholen." Es war die beste Möglichkeit der gesamten ersten Halbzeit. Und auch deshalb sollte Bayern-Kapitän Mark van Bommel später feststellen: "Wir haben heute nicht gut gespielt. Da musst du auch ein bisschen Glück haben."

Die vielen Beine in der Bielefelder Abwehr verlangsamten das Münchner Spiel zusehends. Bei den Bayern verfehlten die Pässe den Mitspieler, Quer- und Rückwärtspassagen mehrten sich. Nach Klinsmannschem Tempo-Vertikal-Fußball sah das nicht mehr aus. Foulspiele garnierten das schwache Duell, einmal verkeilten sich Martin Demichelis und Markus Bollmann ineinander, wobei der Arminia-Verteidiger Glück hatte, dass sein Ellbogen-Schlag von Schiedsrichter Florian Meyer nur mit einer Ermahnung geahndet wurde.

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