Biathlon-WM "Einfach ein schlechtes Rennen"

"Es ist einfach ein schlechtes Rennen gewesen", sagte sie, nachdem sie wieder halbwegs beruhigt hatte, "ich habe von Anfang an gemerkt, dass nichts geht." Statt zu schmelzen wuchs ihr Rückstand stetig an. "Am Ende hatte ich sogar Mühe, im Windschatten noch den Anschluss zu halten." Gössner überstand das erste Schießen mit einem Nachlader halbwegs schadlos, dann rieb sie sich offensichtlich auf.

Mit mehr als einer Minute Rückstand erreichte sie den Stehendanschlag, traf zweimal, geriet sie aus dem Rhythmus und verlor die Ruhe fürs Schießen. Fünf Fehler bedeuteten eine Strafrunde, und schließlich knapp zwei Minuten Rückstand. Für die nachfolgenden Schempp und Birnbacher war klar: Nichts ging mehr im Kampf um einen Podiumsplatz, bei der Klasse, die die Mixed-Besetzungen der Konkurrenz mittlerweile haben - war allenfalls eine persönliche annehmbare Leistung fürs WM-Selbstbewusstsein noch drin. Aber auch Schempp und Birnbacher liefen, als hätten sie einen Tempoma eingeschaltet.

Wäre man gehässig, könnte man vermuten, dass Kollege Arnd Peiffer, der das Ganze wegen mangelhafter Schieß- und Laufleistungen von außen verfolgte, an diesem Abend der glücklichste Deutsche war. Wie manch anderer prominenterer internationaler Kollege wurde der Weltmeister von 2011 von aktuellen Form-Besseren verdrängt.

Gefehlt hatten an diesem Abend auch Simon Fourcade aus Frankreich, WM-Silbergewinner 2012, oder der Russe Jewgeni Ustjugow, derzeit Dritter im Gesamtweltcup. Wie diese Kollegen braucht auch Peiffer frisches Selbstvertrauen. Dass er für eine Mixed-Staffel nicht nominiert wurde, war für ihn aber okay: "Ich habe mir das in diesem Jahr einfach nicht verdient." Zweimal hatte er ja in der Saison alle Scheiben verfehlt, außerdem nciht seine Laufdynamik zeigen können. Ein Abend wie dieser hätte ihn zurückgeworfen.

Mitgelitten dürfte er dennoch haben, bei den spärlichen Bildern, die die im Off laufenden Deutschen noch zeigten. Und vermutlich hätte er ähnlich wie die Geschlagenen damit gerungen, von der eigenen Fehlleistung nicht abzulenken, aber dann doch ein bisschen von dem herauszulassen, was man so denkt. Andrea Henkel hatte dann doch gesagt, dass die Ski "diesmal nicht ganz so optimal" waren. Und Gössner meinte an einer Stelle: "Ich bin noch nie so schlecht gelaufen!" Und an einer anderen: "Um meine Form mache ich mir grundsätzlich keine Sorgen."

Wer genau hinschaute, der bekam dann doch noch etwas von Andreas Birnbacher mit. Irgendwie war er mit dem Schlussläufer der Schweiz ins Stadion gekommen, und auch wenn es nur noch um Platz zwölf ging , hatte ihn der Ehrgeiz gepackt. Birnbacher riss die Augen auf und setzte zum Sprint an, aber Benjamin Weger hielt dagegen. Knapp war es, und das Resultat - eine letzte Ohrfeige - nicht sofort ersichtlich.

Zwölfter oder Dreizehnter?

Dreizehnter.