Biathlon-WM Preuß will nicht mehr brav sein

Franzika Preuß: Belohnt sich in Oslo für beständiges Aufrappeln

(Foto: dpa)

Bei der Biathlon-WM in Oslo stürzt Franziska Preuß als Startläuferin der Staffel - am Ende gibt es trotzdem Bronze. Auch weil Preuß ein Trauma überwunden hat.

Von Volker Kreisl, Oslo

Diesmal ging es ganz schnell. Franziska Preuß erzählt, es sei ärgerlich gewesen, aber anders als die letzten Male, hatte sie diese Panne schnell behoben. Materialverlust diesmal: zu vernachlässigen. Zeitverlust: gegen null. Beeinträchtigung des Selbstbewusstseins: keine. Diesmal war Franziska Preuß irgendeine Gegnerin auf den Ski gestiegen, sie verlor die Balance, stürzte in den Schnee, und einer ihrer Stöcke brach. Aber das Malheur hatte sich unmittelbar nach dem Start des WM-Staffelrennens ereignet, überall stehen da Helfer, schnell reichte man Preuß einen Ersatzstock, und der Gewehrlauf hatte sich bei dem noch geringen Sturz-Tempo auch nicht verzogen.

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Preuß schloss schnell wieder zur Spitzengruppe auf, machte keine entscheidenden Fehler am Schießstand, lief mit angemessenem Tempo, und weil auch die anderen Deutschen sich keine Blöße gaben und ordentlich skateten, verdienten sie sich am Ende noch die Bronzemedaille. In das Schlusswochenende dieser Biathlon-WM gehen Preuß und ihre Teamkolleginnen somit zwar nicht in gedrückter, aber auch nicht in euphorischer Stimmung. Sie wollten ja eigentlich ihren Titel verteidigen.

Nach der Männerstaffel am Samstag (15.30 Uhr/ZDF) stehen noch die Massenstarts der Frauen und Männer am Sonntag an. Und wie es aussieht, wird dann die Sonne scheinen und es recht emotional zugehen. Denn euphorisiert sind nach dem furiosen Auftritt ihres Frauen-Quartetts durchaus die Gastgeber. Norwegen hatte Gold geholt dank der starken Leistung seiner dritten und vierten Läuferin, Tiril Eckhoff und Marte Olsbu.

Sprint-Siegerin Eckhoff hatte den Rest des Feldes erst kühn attackiert, Olsbu als überraschende Schlussläuferin behielt am Schießstand die Nerven, weder die neue Einzel-Weltmeisterin Marie Dorin Habert (Frankreich), noch die neue Verfolgungs-Weltmeisterin Laura Dahlmeier (Garmisch-Partenkirchen) konnten Olsbus Sprint noch kontern. Als es an der Königsloge vorbei in die letzte Runde gegangen war, hatte Dahlmeier realisiert: "Heute ist es zu hart für mich." Sie hat bei dieser WM nun eine Gold- und drei Bronzemedaillen eingesammelt.