Biathlon-Staffeln in Antholz Andrea Henkel gewinnt das letzte Schießen

Andrea Henkel, mit 35 Jahren erfahrene Schlussläuferin der deutschen Staffel. 

(Foto: Getty Images for BMW)

Gleichzeitig kommen mehrere Frauen-Staffeln zum letzten Stehendschießen, Andrea Henkel zeigt die besten Nerven und führt die deutsche Mannschaft in Antholz zum ersten Weltcup-Sieg der Saison. Die deutschen Männer hingegen erleben ein Debakel am Schießstand, einer muss viermal in die Strafrunde.

Die deutsche Frauenstaffel hat beim Biathlon-Weltcup in Antholz den ersten Sieg des Winters gefeiert. Bei der WM-Generalprobe in Italien setzte sich das Quartett des Deutschen Skiverbandes (DSV) mit Franziska Hildebrand (Clausthal-Zellerfeld/2 Nachlader), Miriam Gössner (Garmisch/4), Nadine Horchler (Willingen/0) und Andrea Henkel (Großbreitenbach/4) nach 4x6 Kilometer durch.

"Das war ein guter Tag für uns, wir können jetzt mit einem guten Gefühl nach Nove Mesto fahren", sagte Gössner. Die Plätze zwei und drei gingen an Russland (9 Nachlader/17,4 Sekunden Rückstand) und Frankreich (4/40,9). Für das DSV-Team, das in knapp drei Wochen als Titelverteidiger zur WM nach Nove Mesto/Tschechien (7. bis 17. Februar) reist, war es nach Rang drei in Oberhof die zweite Podestplatzierung der Saison.

Hildebrand startete gläzend und übergab nach zwei Nachladern auf Position drei liegend an Gössner. Die Staffel-Weltmeisterin benötigte zwar insgesamt vier Extrapatronen, hielt das DSV-Team aber durch eine erneut enorm starke Laufleistung im Rennen. Allein 22,6 Sekunden Rückstand holte die 22-Jährige aus Garmisch auf der Schlussrunde in der Loipe auf. "Ich fand, dass es ganz okay war. Mit einem Nachlader im Stehendschießen bin ich zufrieden. Auf der Schlussrunde habe ich richtig Gas gegeben", sagte Gössner, die in Südtirol am Donnerstag noch sieben Fehler im Sprint geschossen und als 62. die Qualifikation für die Verfolgung verpasst hatte.

Nadine Horchler, in den Einzelrennen mit zwei fünften Plätzen beste DSV-Athletin, machte ihre Sache im Antholzertal perfekt und kam ohne Nachlader durch. In Führung liegend übergab die 26-Jährige mit mehr als 20 Sekunden Vorsprung auf Doppel-Olympiasiegerin Andrea Henkel.

Die 34 Jahre alte Thüringerin vermied im Liegendschießen nur knapp den Gang in die Strafrunde, behielt im Stehendschießen dann aber die Nerven. Während die Konkurrenten daneben zielten, kam Henkel fehlerfrei durch und hatte am Ende sogar noch genügend Zeit, um mit der deutschen Fahne in der Hand über die Ziellinie zu laufen.

Ganz anders ist vor der WM die Gemütslage bei den deutschen Männer. Nach einem Debakel am Schießstand hat die Staffel in Antholz die Podestplätze klar verfehlt. Bei der WM-Generalprobe landete das Quartett des Deutschen Skiverbandes mit Florian Graf (Eppenschlag/3 Nachlader), Erik Lesser (Frankenhain/4 Strafrunden), Arnd Peiffer (Clausthal-Zellerfeld/2 Nachlader) und Johannes Kühn (Reit im Winkl/1) nach 4x7,5 Kilometer mit 2:23,3 Minuten Rückstand nur auf Rang sieben.

Lesser musste nach dem Stehendschießen vier Mal in die Strafrunde. Damit waren alle Chancen auf eine vordere Platzierung bereits vor dem dritten Wechsel dahin. "Mir ist das schon peinlich. Es hat sich angefühlt, als wäre die Visierlinie nicht richtig eingestellt gewesen", sagte Lesser: "Mich ärgert das tierisch, denn das hätte eigentlich ein positiver Abschluss für mich werden sollen."

Einen Rückschlag hatte es bereits vor dem Rennen gegeben. Das DSV-Team musste kurzfristig auf Andreas Birnbacher (Schleching/Magen-Darm-Infekt) und Simon Schempp (Uhingen/Rückenprobleme) verzichten. Den Sieg in Südtirol sicherte sich Frankreich (8 Nachlader) vor Russland (8) und Österreich (1 Strafrunde/8).

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