Biathlon in Hochfilzen Schempp geht die Puste aus

Simon Schempp zeigte eine starke Leistung in der Verfolgung und unterlag nur Martin Fourcarde aus Frankreich.

(Foto: Getty Images)

Biathlet Simon Schempp (Uhingen) hat in Hochfilzen seinen siebten Weltcup-Erfolg und den "Double-Hattrick" verpasst, nach dem Sieg im Sprint aber erneut geglänzt. Im Verfolgungsrennen über 12,5 km lief der 27-Jährige am Samstag auf einen starken zweiten Platz mit 8,9 Sekunden Rückstand auf Olympiasieger Martin Fourcade aus Frankreich.

Dritter wurde der Russe Anton Schipulin, der im Ziel 10,2 Sekunden hinter Schemp lag. Neunter wurde als zweitbester Deutscher Andreas Birnbacher (Schleching). Staffel-Weltmeister Schempp hatte 2014 und 2015 in Antholz/Italien Sprint und Verfolgung gewonnen.

"Ich bin mit dem zweiten Platz zufrieden. Es war ein ganz schönes Psychorennen. Der Martin hat alles versucht. Mal wollte er nicht vorlaufen, dann zog er einen Zwischenspurt an, dann wollte er zu früh in den Zieleinlauf. Da ging es ganz schön drunter und drüber. Aber das gehört dazu", sagte Schempp. Am Ende habe er nochmal "alles versucht, aber das ging dann nicht mehr". Abgeschlossen wird der zweite Weltcup des WM-Winters am Sonntag mit den Staffelrennen (ab 11.15 Uhr). Als amtierende Weltmeister gehören die Quartetts des Deutschen Skiverbandes (DSV) dann erneut zu den Sieganwärtern.

Biathletinnen sorgen weiter für Furore

Die deutschen Biathletinnen sorgen weiter für Erfolge: Einen Tag nach dem Dreifach-Sieg im Sprint gab es beim Weltcup in Hochfilzen einen Doppel-Sieg in der Verfolgung. Diesmal gewann Laura Dahlmeier. "Es ist ein Traum, ein perfekter Tag für mich", sagte die 22-Jährige. Die Partenkirchnerin hatte am Samstag nach den zehn Kilometern 13,3 Sekunden Vorsprung vor Maren Hammerschmidt.

Die Winterbergerin war schon am Vortag als Zweite hinter Franziska Hildebrand urplötzlich ins Rampenlicht gestürmt. "Ich hätte nicht gedacht, dass es wieder so gut läuft", sagte die 26-Jährige nach ihrem neuerlichen Klasserennen. "Es ist wichtig, dass ich gemerkt habe, dass ich es wieder schaffen kann."

Laura Dahlmeier wunderte sich über sich selbst. "Vor ein paar Wochen hätte ich das nicht geglaubt", befand sie. Nach ihrem dritten Weltcup-Sieg spielte sie auf die verkorkste Vorbereitung wegen ihrer gesundheitlichen Probleme an. "Ich wusste, die Ausgangsposition ist gut, aber dass es so aufgegangen ist, ist schon erstaunlich." Die Sprint-Sechste musste einmal in die Strafrunde, gewann aber mit einem komfortablen Vorsprung vor Hammerschmidt.

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"Ich habe versucht, von Anfang an mein Rennen zu machen. Ich wollte schnell aufschließen. Das ist mir gut gelungen", beschrieb Dahlmeier ihre Strategie bei ihrem zweiten Saison-Rennen. "Ich habe versucht, mich beim letzten Schießen nicht kirre machen zu lassen."

Sprint-Siegerin Franziska Hildebrand dagegen vergab ihren möglichen Doppelschlag und den Sprung ins Gelbe Trikot der Weltcup-Spitzenreiterin beim letzten Schießen. Da leistete sich die 28-Jährige ihren zweiten Fehlschuss. Sie wurde deshalb am Ende nur Vierte hinter Gabriela Soukalova. Die Tschechin verteidigte damit auch ihre Spitzenposition im Gesamt-Weltcup.

Miriam Gössner, am Vortag noch Dritte, beendete ihr tolles sportliches Comeback nach langer gesundheitliche Leidenszeit nach vier Strafrunden mit Platz 15. "Die vier Fehler sind grundsätzlich egal. Wenn ich weiß, wo ich herkomme, muss ich zufrieden sein", sagte die Garmischerin. Wie gut die Form der deutschen Skijägerinnen ist, zeigte Franziska Preuß als Elfte. Vanessa Hinz beendete das engste Verfolgungsrennen auf Platz 29. Für das Staffelrennen am Sonntag hat Damen-Bundestrainer Gerald Hönig die Qual der Wahl.

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