Biathlon Hildebrand gewinnt knapp in Ruhpolding

Franziska Hildebrand gewinnt beim 7,5 Kilometer langen Sprint in Ruhpolding.

(Foto: Marc Müller/dpa)
  • Franziska Hildebrand schlägt im Sprint die Gesamtweltcup-Führende Gabriela Soukalová um gerade einmal 0,3 Sekunden.
  • Laura Dahlmeier verpasst beim Weltcup in Ruhpolding das Podest als Vierte nur knapp.
  • Bei den Männern siegen drei Norweger. Andreas Birnbacher kommt als bester Deutscher auf Platz neun.

Biathletin Franziska Hildebrand hat vor heimischem Publikum in Ruhpolding ihren zweiten Weltcupsieg gefeiert. Die für den WSV Clausthal-Zellerfeld startende 28-Jährige gewann den Sprint über 7,5 km vor der Gesamtweltcup-Führenden Gabriela Soukalová aus Tschechien (+0,3 Sekunden) und Kaisa Mäkäräinen aus Finnland (+2,3). Platz vier ging trotz eines Schießfehlers an Laura Dahlmeier (Partenkirchen/+2,8). Hildebrand war Mitte Dezember in Hochfilzen ihr erster Einzelrennen-Sieg im Weltcup gelungen. Mit dem erneuten Triumph setzt sie sich unter den besten drei der Gesamtwertung fest. Dahlmeier überzeugte in Ruhpolding vor allem in der Loipe. Vom Infekt, der die 22-Jährige über den Jahreswechsel geplagt hatte, war nichts mehr zu merken.

Hildebrand erklärte derweil freudestrahlend ihr Erfolgsrezept. "Mit Braten und überhaupt gutem Essen habe ich meine Akkus über Weihnachten aufgeladen und mich im Kreis meiner Familie erholt", sagte sie in der ARD. Hildebrand war erst Mitte Dezember in Hochfilzen ihr erster Weltcupsieg gelungen. Bundestrainer Gerald Hönig meinte: "Franziska musste sich ihren Erfolg über Jahre hart erarbeiten. Dahinter stecken viele tausende Kilometer und hunderte Stunden im Kraftraum." Nach Weihnachten hatte Dahlmeier ein Infekt geplagt, daher war sie überrascht, wie schnell sie ins Biathlonjahr 2016 startete. "Es freut mich wahnsinnig, dass es schon so gut geht. Umso ärgerlicher ist aber auch der Fehler im Schießen", sagte Dahlmeier.

Drei Norweger siegen bei den Männern

Die deutschen Männer haben ohne den erkälteten Simon Schempp das Siegerpodest verpasst. Im Sprint über 10 Kilometer lief Andreas Birnbacher am Freitag als bester der fünf Deutschen auf Rang neun. Nach einem Schießfehler lag Birnbacher 45,3 Sekunden hinter Sieger Johannes Thingnes Bø. Der Norweger gewann vor seinem Bruder Tarjei Bø und seinem Landsmann Emil Hegle Svendsen. Damit hat das Norweger-Trio die beste Ausgangsposition für die Verfolgung am Samstag. Der Weltcup-Führende Martin Foucard leistete sich einen Schießfehler und verpasste das Podest auf Rang vier trotzdem nur knapp.

Von den gestarteten Deutschen konnte nur noch Staffel-Weltmeister Arnd Peiffer auf Platz elf mithalten. Schempp hatte kurz vor dem Rennen seinen Start abgesagt. Der dreimalige Saisonsieger laboriert noch an einer leichten Erkältung und fehlt damit auch am Samstag in der Verfolgung. Ob er am Sonntag im Massenstart dabei ist, ist offen.

Lesser, Doll und Böhm laufen hinterher

"Die Saison ist noch lang. Wir werden nichts übers Knie brechen", sagte Bundestrainer Mark Kirchner in der ARD. Schempp, vor dem Rennen Dritter im Gesamtweltcup, verliert damit den Anschluss zum führenden Franzosen Fourcade. Benedikt Doll (Breitnau), bislang die zweite deutsche Kraft hinter Schempp, erwischte einen denkbar schlechten Start ins Biathlonjahr, schoss fünfmal daneben und verpasste als 61. den Verfolger. "Das ärgert mich richtig", sagte der 25-Jährige, "es kam mir vor, als hätte ich beim Schießen hinter mir gestanden und mir selbst zugeschaut". Weiterhin nicht in Form ist Erik Lesser (Frankenhain), der nach einem Schießfehler auf Platz 41 weiterhin um seine WM-Teilnahme in Oslo bangen muss. Daniel Böhm (Buntenbock/1) kam auf Rang 48.

Wegen milder Temperaturen war der vierte Weltcup der Saison vom thüringischen Oberhof nach Bayern verlegt worden. Am Samstag (12.45 und 15.15 Uhr/ARD und Eurosport) finden die Verfolgungsrennen statt, am Sonntag (ab 12.15 Uhr) bilden die Massenstarts den Abschluss. In der kommenden Woche stehen dann erneut in Ruhpolding Weltcup-Rennen an.