Biathlon Drei Deutsche sprinten unter die ersten Zehn

Florian Graf.

(Foto: imago sportfotodienst)

Florian Graf verpasst einen Podestplatz in Östersund nur knapp, Kollege Erik Lesser stürzt. Brasilien muss sich beim eigenen Confed-Cup im Sommer in einer sehr schweren Gruppe bewähren, Kunstturner Philipp Boy kann seine Angst nach einem schweren Sturz nicht besiegen und beendet seine Karriere.

Sportnachrichten in Kürze

Biathlon, Männer: Die deutschen Biathleten haben im ersten Sprintrennen des Weltcup-Winters eine Podestplatzierung zwar knapp verpasst, dafür aber mit einem starken Mannschaftsergebnis überzeugt. Florian Graf landete im schwedischen Östersund im Sprint über 10 km mit einem Schießfehler und 29,9 Sekunden Rückstand auf dem vierten Platz. Der 24-Jährige musste sich dem fehlerfreien Überraschungssieger Jean Philippe Leguellec aus Kanada (25:20,4 Minuten), dem Franzosen Alexis Boeuf (18,1 Sekunden Rückstand/1 Fehler) und dem Österreicher Christoph Sumann (24,8/1) geschlagen geben.

Alle deutschen Starter schafften es in die Top 15. "Für mich war es ein super Rennen. Das ist meine beste Weltcup-Platzierung, da ärgere ich mich auch nicht über das nur knapp verpasste Podest", sagte Graf: "Beim Schießen habe ich kämpfen müssen, aber mit ein bisschen Glück hat es funktioniert. Ich bin sehr zufrieden." Auch die weiteren deutschen Starter präsentierten sich bei Temperaturen von zehn Grad unter dem Gefrierpunkt und schwierigen Windverhältnissen stark. Andreas Birnbacher (Schleching/38,3/2) schaffte es auf Rang acht, Arnd Peiffer (Clausthal-Zellerfeld/39,6/2) wurde direkt dahinter Neunter. Auch Simon Schempp (Uhingen/42,3/1) auf Platz elf und Erik Lesser (Frankenhain/48,1/2) als 14. konnten überzeugen.

Fußball, Confed-Cup: Rekord-Weltmeister Brasilien als Gastgeber trifft beim Confed Cup 2013, der Generalprobe für die Fußball-WM-Endrunde 2014, in der Gruppe A auf Vize-Europameister Italien, Olympiasieger Mexiko und und Japan. In der Gruppe B spielen WM- und EM-Champion Spanien, der WM-Vierte Uruguay, Tahiti und der Afrika-Vertreter. Dies ergab eine chaotische Gruppenauslosung am Samstag im Anhembi Convention Center von Sao Paulo. Der Vertreter Afrikas wird erst im Februar 2013 beim Afrika-Cup in Südafrika ermittelt. Das Confed-Cup-Turnier wird vom 15. bis 30. Juni 2013 in sechs brasilianischen Städten (Rio de Janeiro, Brasilia, Fortaleza, Belo Horizonte, Salvador und Recife) ausgetragen. Titelverteidiger ist die brasilianische Selecao, die zuletzt zweimal in Folge die WM-Generalprobe (2005 und 2009) für sich entscheiden konnte.

Die Auslosung nutzte eine Protestgruppe, um mit einer Demonstration auf die Gewalt in Brasilien, die zahlreichen Mordopfer und Entführungen hinzuweisen. Vor dem Anhembi Convention Centre hatte sich Demonstrierende eingefunden, die weiße Masken trugen und Transparente sowie Bilder von mutmaßlichen Gewaltopfern in die Höhe reckten. Zur Gruppenauslosung hatten sich am Samstag rund 800 Gäste und 600 Medienvertreter aus der ganzen Welt in Sao Paulo versammelt. Auch die brasilianische Staatspräsidentin Dilma Rousseff war anwesend. Im Land des Rekord-Weltmeisters (5 Titel) herrscht seit Jahren eine extrem hohe Kriminalitätsrate.

Kunstturnen, Philipp Boy: Philipp Boy hat das Ende seiner Turn-Karriere verkündet. 124 Tage nach seinem letzten Wettkampf bei den Olympischen Spielen in London begründete der zweimalige Mehrkampf-Vizeweltmeister aus Cottbus seinen Schritt mit psychischen Problemen nach seinem schweren Sturz vor einem Jahr in Stuttgart. "Seit diesem Sturz hatte ich die Bremse im Kopf. Ich konnte das Problem nicht lösen", sagte der 25-Jährige am Rande des Turn-Weltcups in der Stuttgarter Porsche-Arena. "Ich habe gespürt, dass ich in vier Jahren nicht mehr mit um Olympia-Medaillen kämpfen kann. Insofern war es der logische Schritt", sagte Boy.

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Topspiel in der Fußball-Bundesliga: Der FC Bayern will endlich wieder Borussia Dortmund schlagen. Die Chancen stehen gut, denn die Münchner haben in den Punkten Pressing, Gegenpressing und Mannschaftsgeist viel vom Double-Gewinner gelernt. Das SZ-Taktikvideo.

(Video: Süddeutsche.de, Foto: Bongarts/Getty Images)

Er wird aber dem Turnen verbunden bleiben. "Ich habe den Sport 21 Jahre lang betrieben. Ich werden ihm immer treubleiben", fügte er hinzu, ohne konkrete Ziele zu benennen. Beruflich werde er seine zwei Imbiss-Geschäfte in Cottbus weiter betreiben. Bereits nach seinem Debakel in London, wo Boy als Mitfavorit nach Reckabstürzen alle Einzelfinals verpasst hatte, waren das erste Mal Rücktrittsgedanken beim Lausitzer laut geworden. In der Olympia-Saison hatte er mit zahlreichen Verletzungen zu kämpfen.