Der frühere Star Biathlet Frank Luck gibt zu, in der DDR gedopt worden zu sein - "ohne sein Wissen". Damit könnte Bundestrainer Ullrich weiter in die Kritik geraten.
Der deutsche Biathlon-Sport wird nach den Vorwürfen gegen Bundestrainer Frank Ullrich einmal mehr von seiner dopingverseuchten Vergangenheit eingeholt. Der mehrmalige Weltmeister Frank Luck hat in der WDR-Sendung sport inside zugegeben, in der DDR gedopt worden zu sein. Dies sei allerdings ohne Wissen des 2004 zurückgetretenen Thüringers geschehen.
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Frank Luck, hier bei einem Rennen 2002, hat zugegeben, in der DDR gedopt worden zu sein. (© Foto: ddp)
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"Man hat mir bei einer Aussage beim Landeskriminalamtes Thüringen 1994 Substanzen vorgelegt und gefragt, ob ich mit denen in Berührung gekommen sei. Da habe ich es dann gemerkt", sagte Luck und bestätigte damit den WDR-Bericht. Bei den Substanzen handelte es sich laut des LKA-Protokolls, das dem Sender vorliegt, um blaue und gelbe Oral-Turinabol-Pillen.
Lucks Aussage wirft auch ein Licht auf den Fall seines früheren Cheftrainers. Nach wie vor bestreitet Frank Ullrich ja, trotz des erwiesenen flächendeckendes DDR-Dopings an den Manipulationen in seinem Aufgabenbereich beteiligt gewesen zu sein. Mit Frank Luck hat nun erstmals einer jener Biathleten, die auch nach der Wende ein langes und durchaus intensives Sportlerverhältnis zu Ullrich hatten, die Einnahme der blauen Pillen gestanden. Zug um Zug ergibt sich so ein klares, zugleich bizarres Bild. Immer mehr Biathleten bestätigen systematisches Doping - nur der verantwortliche Konditionstrainer Ullrich war nach eigener Aussage nicht involviert und wusste nicht einmal Bescheid.
Luck erklärt heute, er sei damals davon ausgegangen, dass es sich um keine verbotenen Substanzen handelte. "Ich dachte, die sind zur besseren Regeneration oder was auch immer man uns da vorgegaukelt hatte", sagte der 41-Jährige. Er finde es zudem nicht glücklich, dass 20 Jahre später alles noch einmal hochgeholt werde.
Erst bei der Vernehmung durch das LKA Thüringen sei ihm damals richtig bewusst geworden, was ihm verabreicht wurde. "Da hätte ich wahrscheinlich dann wirklich ein Problem damit gehabt, wenn ich mit den Leuten dann auch noch nach der Wende oder sprich nach 1989 zusammenarbeiten müsste", sagte Luck. Gelegenheit, Verdacht zu schöpfen, war indes durchaus. Das Thema DDR-Doping beherrschte spätestens seit 1990 die Medien. Von blauen Pillen war überall zu lesen.
Der heutige Fernsehkommentator beendete 2004 seine aktive Laufbahn. Mit elf Titeln ist er der bislang erfolgreichste deutsche WM-Biathlet. Erst bei der vergangenen Weltmeisterschaft in Pyeongchang/Südkorea war Luck vom Norweger Ole Einar Björndalen (14 Gold) als weltweit erfolgreister WM-Skijäger abgelöst worden. Bei den Olympischen Spielen in Lillehammer 1994 und Nagano 1998 holte Luck jeweils Gold mit der Staffel, im Einzel reichte es in Lillehammar und 2002 in Salt Lake City zu Silber.
Der Oberhofer Luck gehörte bei Olympia 1988 in Calgary neben Jürgen Wirth zum Aufgebot der DDR. Wirth hatte behauptet, dass auch der aktuelle Bundestrainer Frank Ullrich von den damaligen Doping-Praktiken wusste und diese überwachte. Ullrich bestreitet die Vorwürfe, eine Untersuchungskommission soll nun für Klarheit sorgen. Ullrichs für diese Woche anberaumte Aussage vor der Kommission verschiebt sich allerdings. "Momentan ist er zwei Wochen im Urlaub und die Kommission beschäftigt sich erst eingehend mit den Unterlagen. Im April passiert da nichts mehr", sagte DSV-Sprecher Stefan Schwarzbach dem SID.
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(SZ vom 7.4.2009/vw)
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Wenn ich Herrn Luck richtig verstanden habe, dann ist er zu DDR-Zeiten ohne sein Wissen in die Weltspitze gedopt worden.
Er hat dann folglich mit der Wiedervereinigung damit ohne sein Wissen aufgehört und seine Leistungen völlig ohne Doping erbracht.
Kein Leistungsabfall ohne Doping. Beachtlich Herr Luck. Entweder das Doping in der DDR war völlig ungeignet, oder.... . Ja, oder was?
Meine Güte, blaue Pillen für eine verbesserte Regeneration... An Peinlichkeit sind diese Aussagen wohl kaum noch zu überbieten. Lächerlich und dummdreist.
Eine eher fragwürdige Erklärung von Frank Luck. Er hätte doch wissen müssen, dass wenn er irgendwelche Tabletten einnimmt, diese mit Doping zu tun haben. Oder waren oder sind unserer Leistungssportler alle so krank.
Ebenso fällt ihm seine Beichte ja ziemlich "früh" ein!!!!!!
Der Zeitpunkt war indes gut gewählt, so am Ende einer Saison , wo es keinen mehr richtig interessiert. Allerdings sollte man die nächsten Wochen abwarten, denn es werden noch so einige Biathleten auffallen!!!!!!!!!!Humanplasma lässt grüßen!!!!!! Dann werden es bestimmt nicht nur ehemalige DDR Sportler sein.
Ob Unrecht oder nicht, kaum zu glauben, daß Leute, die vor mehr als 20 Jahren, erfolgreiche Sportler waren, die sämtliche Vorteile im "Mangelsystem" DDR genossen und zu den "Priviligierten" in der DDR zählten, heute böse nachtreten und eigentlich keinen Grund dazu haben. Kann man irgendwie nicht ernst nehmen. Offenbar lebt es sich aber, mit der Erfahrung von DDR-Sportlern, heute Trainer, ganz gut. Man kann ab und zu mal über 1. Plätze jubeln, auch wenn es sich um eher "Rand-Sportarten" handelt. Beim bejubeln von 2. und 3. Plätzen gibts ja in Deutschland riesige Fan-Meilen.
Ich gehörte übrigens auch mal zu den DDR-Priviligierten, im Kanu-Rennsport.
Hm, natürlich hat er direkt beim Mauerfall damit aufgehört, so wie Zabel und die anderen Radsportler 1996..
Interessanter ist aber eigentlich die Reaktion der Presse und des Publikums: Während es bei Zabel/ Aldag noch Sondersendungen auf n-tv gab und die Story die Schlagzeile aller Zeitungen war, schafft es der "Zabel des Biathlons" (Luck) gerade mal in die Randnotiz des Sportteils...
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