Der deutsche Handball erklärt die Affäre rund um die Bestechungsvorwürfe gegen Kiel für beendet. Das ist erstaunlich, denn es bleiben noch einige Fragen offen.
Große Erleichterung im deutschen Handball, endlich sind Bestechungsvorwürfe gegen den THW Kiel vom Tisch. Schließlich haben die Kieler Offiziellen ja gesagt, da sei nichts dran. Klubmanager Uwe Schwenker gab sogar sein Ehrenwort. Also hat die Handball-Bundesliga beschlossen, dass die Sache erledigt ist. Damit könnten sich alle Beteiligten wieder frohgemut dem Alltag zuwenden, wenn da nicht noch die eine oder andere Frage wäre.
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Erstens: Präsidium und Aufsichtsrat der Bundesliga haben sich darauf verständigt, die Quelle der Anschuldigungen nicht öffentlich zu nennen. Das ist insofern erstaunlich, als dass diese Anschuldigungen die Glaubwürdigkeit des Handballs zutiefst erschüttern. Die Vertreter der Rhein-Neckar Löwen hätten nicht gehandelt und die Offiziellen der Handball-Liga hätten nicht so schnell reagiert, wenn die Quelle der Vorwürfe nicht äußerst ernstzunehmen wäre.
Die Kernfrage ist: Wessen Vorwürfe dementieren die Kieler? Diese Frage wollen die HBL-Verantwortlichen offiziell nicht beantworten. Dass der Gesellschafter der Rhein-Neckar Löwen, Jesper Nielsen, am Dienstag sagte, die Vorwürfe stammten von "Schlüsselpersonen innerhalb des THW Kiel und aus dessen Umfeld", tags darauf aber verkündete, man wolle "Ruhe und Frieden", und zwar "auch mit Blick auf unsere eigenen geschäftlichen Aktivitäten", erweckt den Eindruck, in der Sache werde etwas vertuscht.
Zweitens: Angenommen, es gäbe Hinweise, dass beim letzten Champions-League-Endspiel im Fußball zwischen Manchester United und dem FC Chelsea eine Seite bestochen hätte, was nach einer kurzen Untersuchung durch den englischen Verband als erledigt erklärt würde - ein Aufschrei ginge durch den europäischen Fußball.
Zuständig wäre nämlich der europäische Verband Uefa, der die Ermittlungen selbstverständlich nicht dem englischen Verband überließe, nur weil zufällig zwei englische Mannschaften in diesem Endspiel gestanden haben. Genau so handelt jedoch gerade der europäische Handballverband EHF. Er muss nun ungeachtet der deutschen Erkenntnisse eine eigenständige Ermittlung einleiten, sprich: die Vorwürfe anhören und bewerten, den THW Kiel und die Schiedsrichter befragen, Hinweise sammeln.
Diese Angelegenheit ist noch längst nicht erledigt.
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(SZ vom 06.03.2009)
Kosovo-Konflikt
Bis zu seinem Ehrenwort war der Daum auch unbeleckt. Ich kenne den Schwenker ja nicht, insofern mag er ja die Wahrheit sagen, aber es ist schon seltsam abgelaufen. Und dann soll man sich einzig auf ein Ehrenwort verlassen? Bißchen dünn, finde ich.
oder was hat er sonst mit Daum gemein???
Also wirklich, bitte nicht alles in eine Schublade schmeißen. Soweit ich weiß, war Uwe Schwenker noch niemals aktiv in einen Skandal verwickelt. Vergleiche, die anderes unterstellen, sind ungerecht und geschmacklos.
Ehrenwort? Wie war das mit Herrn Daum?
...eines renomierten und allseits respektierten Sportlers, der jetzt das Management seines Vereins führt? Allso, da sind doch wohl die Perspektiven etwas verrutscht! Was sich doch hier abzeichnet, ist das wohl jemand im THW aus eigennützigen Gründen aus unsubstantierten Gerüchten eine Intrige gesponnen hat, und daß jetzt selbstverständlich der Verein die Sache erst einmal intern aufklären will, anstatt dreckige Wäsche in aller Öffentlichlkeit zu waschen. Durchaus verständlich, meiner Meinung nach.
Nur Verschw+rungstheoretiker würden aufgrund der praktisch nicht vorhandenen Faktenlage ein großes Rad spinnen. Nee, Herr Zaschke, mit Ihrem Kommentar hier machen Sie doch die Drecksarbeit für diejenigen, die mit Schmutz schmeißen. Finde ich nicht in Ordnung, diese Stimmungsmache. Ey, Sie sind wohl nicht zufällig Fan von den Rhein-Neckar Löwen, oder was?