Von Christian Zaschke

In der Affäre um den THW Kiel gibt es erneute Beschuldigungen und Dementis - die Handball-Liga recherchiert weiter.

In die Affäre um die Bestechungsvorwürfe gegen den THW Kiel ist neue Brisanz gekommen, nachdem bekannt wurde, dass Jesper Nielsen, Gesellschafter der Rhein-Neckar Löwen, erneut Anschuldigungen erhoben hat. "Wir wissen, dass es rund um die Champions-League-Spiele des THW Kiel Unregelmäßigkeiten gegeben hat", sagte er dem dänischen Fernsehsender TV2 Sport.

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Die Spieler des THW Kiel nach der Champions-League-Partie gegen Flensburg 2007. (© Foto: ddp)

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Diese Worte fielen zu einem Zeitpunkt, als sich die Situation nach außen etwas beruhigt hatte. THW-Manager Uwe Schwenker hatte alle Vorwürfe zurückgewiesen "der THW hat keine Spiele manipuliert", sagte er, und der Präsident der Handball-Liga (HBL), Reiner Witte, formulierte: "Belastbare Tatsachen liegen nicht vor." Nielsens Äußerungen brachten die Affäre wieder ins Rollen, in der noch einige Fragen offen sind.

Der Vorstoß Nielsens kam insofern überraschend, als dass Dieter Matheis, Beiratsvorsitzender der Rhein-Neckar Löwen, sich mit Schwenkers Ehrenwort zufriedengegeben hatte. Matheis hatte die Vorwürfe in die HBL getragen, als Mitglied des HBL-Aufsichtsrates, nicht als Mann der Rhein-Neckar Löwen, wie er betonte. Nach Nielsens Aussagen stehen die Löwen jetzt jedoch unter Druck, Beweise für die Anschuldigungen zu liefern. Insbesondere ist immer noch nicht öffentlich, auf welche Quelle sich Matheis und Nielsen beziehen.

HBL-Geschäftsführer Frank Bohmann ist erstaunt über Nielsens Vorstoß. "Wenn er den gleichen Kenntnisstand hat, den Herr Matheis vorgetragen hat, dann ist das nicht anständig", sagt er. Denn seitens Matheis' gebe es Anschuldigungen, aber keine Belege. Matheis beruft sich allerdings auf eine Quelle, der alle Beteiligten ausreichend Gewicht beimessen, um weiter zu recherchieren.

"Wir wissen, worauf Herr Matheis sich beruft", sagte Bohmann der SZ. Ob und wann diese Information öffentlich wird, sollte am Mittwoch auf einer Präsidiumssitzung der HBL in Dortmund besprochen werden. Bohmann will sich dafür einsetzen, dass die Quelle öffentlich gemacht wird, "sonst wird immer der Eindruck bleiben, dass etwas vertuscht werden soll". Genau das aber dürfe nicht sein, damit der Handball seine Glaubwürdigkeit nicht verliere.

Der THW Kiel hatte am Dienstagabend schriftlich reagiert. "Der THW Kiel weist nochmals die gegen ihn und seinen Geschäftsführer Uwe Schwenker erhobenen Manipulationsvorwürfe mit aller Deutlichkeit zurück. Spielmanipulationen seitens des THW Kiel hat es zu keiner Zeit gegeben, auch nicht im Zusammenhang mit dem Champions-League-Finale gegen Flensburg 2007", heißt es in einer Erklärung.

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