Bayerns Mario Mandzukic Die Sprache, die Vidal versteht

Verschnaufte die Gruppe, presste er weiter, vorne, in der Mitte, hinten, links, rechts. Hätte er Flügel, würde er den Himmel abdecken. "Überragend, überragend", schwärmte berechtigterweise Verteidiger Daniel van Buyten über den im Sommer vom VfL Wolfsburg verpflichteten Angreifer. Auch den Ellbogen der Türstehergesellen Leonardo Bonucci und Giorgio Chiellini wich Mandzukic nie aus, die ihn in Doppelzangenmanier beackerten.

Ein Tritt wiederum gegen Arturo Vidal brachte ihm Gelb ein, aber es war die Sprache, die einer wie Vidal versteht. Einzig nach dem Spiel machte der Kroate aus Slavonski Brod eine Ausnahme, als er kommentarlos entschwand. Vielleicht fürchtete er auch nur gewisse Neigungen eines Kollegen. "Das ist der Schlüssel zum Erfolg", frohlockte van Buyten, "wenn er 20 Meter vor uns ist und grätscht, da könnte ich ihm einen Kuss geben. Seit Anfang der Saison agieren unsere Stürmer so, und das ist schön zu sehen."

So schön, dass der Kniff mit dem Pressing gar in einem größeren Zusammenhang gesehen wurde. Mandzukic bildete ja seinerseits mit Thomas Müller eine Doppelzange, die dazu beitrug, "Pirlo aus dem Spiel zu nehmen" - so hatte explizit eine Dienstanweisung von Heynckes gelautet. Die Angreifer parierten und ließen sich oft zurückfallen, um Andrea Pirlo rücklings zu attackieren. Für den genialen Ballstreichler, der mit dem kompromisslosen Mario Balotelli Deutschland bei der vergangenen EM zerlegt hatte, mag das Pirlopressing eine neue Auszeichnung sein.

Für Bundestrainer Joachim Löw dagegen, der damals eine andere Taktik wählte und Toni Kroos gegen Pirlo stellte (Pirlowatching genannt), mag manche Wunde nun wieder leicht schmerzen. "Das, was uns ein bisschen kaputt gemacht hat beim Spiel gegen Italien im Halbfinale 2012 war in Spielzügen ja die gleiche Strategie von Juve", erklärte nun Sammer und fügte wie einen Gruß in den Schwarzwald an: "Wir haben es besser verteidigt - inklusive Pirlo weggenommen."