Nach dem torchancenlosen 0:2 von Cottbus erwägen die gedemütigten Bayern eine baldige Begnadigung von Martin Demichelis.
Niemand verlässt so lässig den Rasen wie Luca Toni, mit seinem breiten Gang schlendert er davon, in seinem Antlitz stets dieses angeborene Lächeln, das Sonnenkinder wohl selbst beim Blick auf das Forderungsschreiben des Finanzamtes nicht ablegen. Auch am späten Samstagnachmittag in Cottbus blieb der italienische Nationalspieler seinem Gemüt treu. Er schmunzelte vor sich hin, während neben ihm der Vereinsmanager mit einem Gesicht wie nach sieben Steuerforderungen binnen sieben Tagen dem Ausgang zustrebte und etwas weiter hinten der gut erzogene Trainer augenscheinlich mit sich rang, dem Personal nicht schon auf dem Spielfeld erste Beleidigungen zukommen zu lassen.
Fand deutliche Worte: Bayern-Trainer Ottmar Hitzfeld. (© Foto: AP)
Anzeige
Nur Luca Toni mochte sich der Tragweite dieses angemessenen 0:2 beim Schlusslicht der Liga nicht hingeben. Dabei schlug ihm kurz vor den Katakomben nochmals die lärmende Abneigung des Cottbuser Publikums entgegen, er blickte in Gesichter, die sich vor Zorn verzogen wie der Teig unter den Händen des Pizzabäckers. Das Sonnenkind aus Modena lächelte sie trotzdem alle an, senkte aber immerhin provokant den Daumen. Arrivederci und Ciao.
Die gezielten Tiraden im ansonsten ausgelassenen Jubel über den neuesten Eintrag in der Münchner Pannenstatistik hat sich der Italiener hinterher sicherlich selbst erklären können. 93 Minuten hatte er mit dem Referee oder den Gegnern gehadert, Toni lamentierte und gestikulierte, er schien ständig nach Mamma zu rufen. Vermutlich ist auch Schiedsrichter Kinhöfer schon nach einer halben Stunde genervt gewesen und bat mit einem mehr als großzügigen Elfmeterpfiff um Erbarmen. Aber Ribéry scheiterte am Münchner im Energie-Tor, Gerhard Tremmel, der übrigens nicht nur den halbhoch angesetzten Schuss des Franzosen voraussah: "Mir war schon nach fünf Minuten klar, dass heute gegen die was gehen könnte."
Tonis diesmal arg überzogene Theatralik und Tremmels Gedankenschnelle gegen den Artisten der Bundesliga erzählen bereits sehr viel von dem, was sich da im vor Begeisterung beinahe berstenden Stadion der Freundschaft zutrug. Denn die Münchner präsentierten sich erst hinterher wach und mannhaft und verzichteten darauf, von einem jener Tag zu fabulieren, an dem eben gar nichts gehe. Trainer Ottmar Hitzfeld hat sich ja sowieso abgewöhnt, in seiner finalen Münchner Saison mit diplomatischen Verrenkungen die zarten Seelen seiner Stars zu schonen. Worte wie "Selbstüberschätzung", "lasche Einstellung" und "Überheblichkeit" verwendete er ohne Scheu in seiner Analyse; auch Uli Hoeneß, der lange in der Kabine weilte und sich dann merklich um Contenance bemühte, bevorzugte die klare Stellungnahme. "Das sagt doch schon alles, wenn der Tabellenletzte völlig verdient gegen den Ersten gewinnt", sagte der Manager, "wir haben die Bundesliga wieder spannend gemacht mit dieser Niederlage, mit der kein Mensch gerechnet hat - deswegen sind wir auch richtig sauer."
Sie sind jetzt auf Seite 1 von 2 nächste Seite
Torwartlegende Sepp Maier im Interview. SZ am Wochenende Jetzt lesen ...
Putin und Hollande streiten um Intervention in Syrien
da stimmt was mit deinem Auge nicht Zaubberer..oder warum zwinkert das so rum..?!
Mannschaft watscht den Trainer ab.......
Die Spieler scheinen genug von den Rotationen zu haben , die pausenlosen Wechselspielchen - auch die Positionen - scheinen nun doch sauer aufzustossen.
Siehe Demichelis , trotztdem duerfen sich Trainer und Verein dessen Verhalten natuerlich nicht gefallen lassen. " Ich spiele da wo der Trainer mich hinstellt " diese Maxime muss auch fuer die hochbezahlten Bayernstars gelten.
Die Spieler auf dem Platz waren wohl noch zu erscheopft vom Zusehen am Mittwoch gegen Anderlecht.. Selten so einen krassen Fall von Arbeitsverweigerung gesehen.Schlage deshalb vor ein Monatsgehalt aller Spieler wohltaetigen Zwecken zukommen zu lassen.
ich habe das Spiel gesehen.. Es bestätigt sich der Trend aus dem Anderlecht Spiel. Die totale Lustlosigkeit. Irgendwie fehlt das Feuer.. man merkts.. Eigentlich wieder nur Totalausfälle in der Mannschaft..
Trotzdem bleib ich pro Hitzfeld. Seine Entscheidung Demichelis im Mittelfeld defensiv zu stellen wäre absolut in Ordnung gewesen. Dort klaffte ein riesiges Loch. Auch seine Entscheidung würde ich mittragen. Er muß seine Autorität wahren. Man stelle sich vor was bei Bayern los wäre wenn jeder Spieler nur noch dann spielen würde wenn er da spielen könnte wo er wollte.
So sehr ich auch roter bin.. aber man sieht halt klar und deutlich in der Situation wie sehr die Vereinsliebe bei dem Spieler existiert wenn er sich weigert auf den Platz zu gehen und zu spielen..
*zwinker* Ich hättt ja da nen Vorschlag. Strafts den Demichelis mit 4 Wochen nicht spielen, dafür spiel dann ich mit (solang i durchhalt und ohne Rote Karte vom Platz geh) und zahlts mir dem sein Monatsgehalt! *zwinker*