Bayernligaspieler Martin Büchel Büchel schnappt sich das Trikot von Inesta

Seiner Begeisterung für den Fußball im Land des Europameisters ist es auch geschuldet, dass das Länderspiel gegen Spanien im Jahr 2011 sein ganz persönliches Karrierehighlight darstellt. "Ich habe direkt gegen meinen Lieblingsfußballer Iniesta gespielt, mir natürlich auch nach dem Spiel gleich sein Trikot gesichert." Die Partie verloren die Liechtensteiner 0:6, dennoch waren Büchel und seine Teamkameraden zufrieden: "Als es nach 13 Minuten noch 0:0 stand, haben wir uns schon gefragt, was los ist. Später ging uns dann doch etwas die Kraft aus." Die Zweikämpfe mit seinem Idol seien stets fair abgelaufen - gezwungenermaßen: "Einen Spieler wie Iniesta kann man gar nicht foulen. Immer wenn ich ihn abgrätschen wollte, war er schon weg."

Als Büchels Entschluss feststand, sich beruflich umzuorientieren, war ganz schnell klar, dass er seine Erfahrungen aus dem Sport in den Job einfließen lassen wollte: Er entschied sich für ein Osteopathie-Studium - und das wird in Deutschland exklusiv von der Fresenius-Hochschule in Hessen und in München angeboten. Büchel siedelte sich in Unterföhring an und schaute eines Tages auf gut Glück beim Training des FC vorbei. Den damaligen Trainer Walter Werner fragte er schließlich, ob er einmal mittrainieren dürfe. Werner bot ihm an, sich bei der Reserve vorzustellen. "Als wir uns bereits verabschiedet hatten, fragte er im Gehen noch, wo ich denn früher gespielt hatte", erzählt Büchel und schmunzelt. "Ich nannte ihm meine Vereine und er lud mich sofort zur ersten Mannschaft ein."

Teamkollegen wollen viel von Ibrahimovic erfahren

Seither ist Martin Büchel Teil des Teams. Er fühlt sich in Unterföhring wohl: "Es macht wirklich unglaublich viel Spaß, wir haben eine tolle Mischung und vielleicht können wir in der nächsten Saison ja mal ganz vorne angreifen." Seit er in der Bayernliga spielt, ist er von Verletzungen verschont geblieben. "Die Kombination von Schulmedizin und Osteopathie macht's möglich", sagt er und verweist auf Spitzensportler wie Arjen Robben oder Ski-Weltcupsieger Marcel Hirscher, die ebenfalls auf die alternative Therapie schwören. "Und Robben ist seit zwei Jahren in Top-Form."

In den vergangenen beiden Jahren konnte Büchel praktisch alle Länderspiele mit der Auswahl des Fürstentums bestreiten. Etwa im Oktober in Schweden vor 20 000 Zuschauern in Solna. Liechtenstein verlor 0:2 und Büchel musste in Unterföhring seinen Mitspielern genau beschreiben, wie sein Zusammentreffen mit Zlatan Ibrahimovic verlaufen ist. "Die wollten dann alles wissen. Etwa ob Zlatan wirklich so riesig ist, wie er im Fernsehen aussieht." Zum Heimspiel gegen Österreich will Büchel seine FC-Freunde nach Vaduz einladen. "Ich weiß zwar noch nicht genau, wo ich die 30 Karten herbekomme. Aber irgendwie schaffe ich das schon."