Der FC Bayern nähert sich nach gutem Beginn dem trostlosen Niveau der ängstlichen Berliner an und kann wieder kein Tor schießen. Nur Hitzfeld und Hoeneß sind zufrieden.

Nach 82 Minuten wechselte Ottmar Hitzfeld zum ersten Mal und man konnte dies auch als Trotzreaktion missverstehen. Vor einigen Wochen haben ihm ja die Granden beim FC Bayern vorgeworfen, zu viel zu rotieren. Nun also in Berlin durften elf Bayern-Spieler 82 Minuten auf dem Platz bleiben, von denen man den meisten im Verlauf des Spiels eine Pause gewünscht hätte. Dass es dann Lukas Podolski erwischte, konnte man wahrlich nicht als neues Misstrauensvotum gegen den Nationalstürmer verstehen. Es hätte fast jeden treffen können.

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Was ist los? Miroslav Klose und die Bayern-Offensive bleibt wieder ohne Tor. (© Foto: ddp)

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Der FC Bayern München durfte in Berlin die Herbstmeisterschaft feiern. Das 0:0 reichte, weil sich die Mannschaft in der ersten Saisonphase ein so gutes Torverhältnis erspielt hatte. Doch das Niveau dieses Unentschiedens in Berlin war derart trostlos, dass nicht einmal die Berliner unter den 74.200 Zuschauern mit dem überraschenden Punktgewinn zufrieden sein konnten. Dass Trainer Ottmar Hitzfeld nach dem Spiel vor Journalisten von einem "spielerisch sehr guten Spiel" und "genügend Chancen" für seine Mannschaft sprach, verblüffte den Fragesteller merklich. Auch Manager Uli Hoeneß sagte: "Man muss aufhören, ständig unzufrieden zu sein, denn wir sind Herbstmeister."

Während einer Pressekonferenz in München Mitte der Woche hatte Bayern-Trainer Ottmar Hitzfeld die versammelte Journaille noch mit dem Hinweis überrascht, dass am Samstag ein Spiel stattfinde. Ob denn niemand etwas darüber wissen wolle? Da hatte er bereits gut 20 Minuten Fragen beantwortet, aber keine sportliche war darunter. Die Berichterstatter sahen sich verblüfft an, einige lächelten süffisant. Ein Fußballspiel? Es gibt wichtigeres.

Ein Hauch von Sommermärchen

Der FC Bayern war in diesem Moment wieder der berüchtigte FC Hollywood, der mehr Raum in den Klatschzeitschriften als im Sportteil der Tageszeitungen einnimmt. Oliver Kahn war für das Spiel in Berlin suspendiert worden, weil er in einem Interview indirekt die Kollegen Luca Toni und Franck Ribery kritisiert hatte und außerdem die Weihnachtsfeier des Klubs vorzeitig verlassen hatte, obwohl die Sponsoren ein paar Worte des Kapitäns hören wollten.

Als dann die erste Frage zum Spiel kam, lächelte Hitzfeld, bedankte sich für die "fachliche Frage" und versicherte, dass er Kahn-Ersatz Michael Rensing "natürlich" vertraue. Auch im Feld musste der Bayern-Trainer umstellen, Lucio war noch rotgesperrt, Luca Toni blieb mit einer Oberschenkelverhärtung zu Hause. Stattdessen brachten die Münchner ins eisige Berliner Olympiastadion einen Hauch von Sommermärchen mit. Die WM-Helden Lukas Podolski und Bastian Schweinsteiger standen in der Startelf, Podolski aber nicht als Sturmpartner von Miroslav Klose, sondern im linken Mittelfeld hinter den offensiveren Ribery und Klose.

Auch Hertha BSC hatte zuletzt Probleme. Dazu führten drei Niederlagen in Folge und die Aussagen von Trainer Lucien Favre, er sei mit einem Großteil seines Kaders unzufrieden, es fehle an Charakterstärke, Selbstvertrauen und Können. Seine Spieler reagierten auf diese Kritik mit noch mäßigerem Spiel, auch gegen Bayern München. Die Heimelf verkroch sich ängstlich am eigenen Strafraum, einige Spieler reagierten fast panisch, wenn der Ball in ihre Nähe kam.

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