Bayern-Vorstand Rummenigge im Interview "Ich wünsche mir, dass Pep bleibt"

Würde gerne mit Pep Guardiola verlängern: Karl-Heinz Rummenigge.

(Foto: Bongarts/Getty Images)

Bayern Münchens Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge verteidigt Trainer Guardiola gegen aufkommende Kritik. Er spricht über die mysteriöse Verletzung von Ribéry - und lobt die Teamfähigkeit von Uli Hoeneß.

Interview von Klaus Hoeltzenbein und Christof Kneer

Zum Nachlesen: Das komplette Interview mit dem Vorstandsvorsitzenden des FC Bayern aus der Wochenend-Ausgabe der Süüddeutschen Zeitung.

Herr Rummenigge, als der FC Bayern im Rückspiel gegen den FC Barcelona nach sieben Minuten in Führung ging: Haben Sie da plötzlich ans Wunder geglaubt?

Karl-Heinz Rummenigge: Geglaubt? Gehofft vielleicht. Mein Umfeld auf der Tribüne ist oft emotional, ich bin da eher Realist. Das dritte Gegentor im Hinspiel war das entscheidende. Dieses 3:0 hat Barcelona geholfen, die Sache hier in München relativ gelassen anzugehen.

Trainer Pep Guardiola sagt: Was die Elf in dieser Saison geleistet hat, war wichtiger als das, was sie vorige Saison geleistet hat - obwohl sie da das Double und den Weltpokal gewann. Sehen Sie das auch so?

Ich habe vor der Saison gesagt: Unser Ziel in der bekanntlich schwierigen Nach-WM-Saison ist es, Meister zu werden und in den anderen Wettbewerben eine gute Rolle zu spielen. Das haben wir erreicht - trotz endloser Verletzungsprobleme. Ich bin mit dem Verlauf der Saison sehr zufrieden.

Im Bayern-Umfeld sehen das nicht alle so.

Ich weiß ja, dass das so genannte mediale Umfeld uns neuerdings nur noch am Triple von 2013 misst. Das haben wir in 115 Jahren trotzdem erst ein einziges Mal gewonnen. Das vergessen Einige.

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Das Umfeld hinterfragt nach dem zweiten Halbfinal-Aus in der Champions League auch die Taktik des Trainers. Es geht um Fragen wie: Musste die Elf nach dem 0:1-Rückstand in Barcelona oder nach der 1:0-Führung in München so offensiv verteidigen? Wurde da fahrlässig eine gute Ausgangsposition aufs Spiel gesetzt?

An solchen Debatten beteilige ich mich nicht. Wir haben einen hoch qualifizierten Trainer, zu dem ich volles Vertrauen habe.

Aber überfordert er mit seinem offensiven Verteidigen nicht manchmal die Kultur des FC Bayern, der bei aller Sturmprominenz immer auch ein stabiler und zäher Katsche-Schwarzenbeck-Verein war?

Ich registriere in einigen Medien einen gewissen Anti-Guardiola-Trend. Mit der Stimmung in unserem Verein hat das aber rein gar nichts zu tun. Wir sind sehr zufrieden mit diesem Mann! Ich bin im steten Austausch mit unseren Schlüsselspielern, die bestätigen meine Meinung vom ersten Tag an: dass wir uns im Vorstand glücklich schätzen dürfen, einen Trainer mit einem derart präzisen Plan zu haben. Auch unsere Mannschaft ist sehr glücklich mit ihm.

Beim Streit zwischen dem Trainer und dem ehemaligen Teamarzt Hans-Wilhelm Müller-Wohlfahrt haben Sie Partei für Guardiola ergriffen. Nach dem 1:3 in Porto sollen Sie das Medizinressort für die Niederlage verantwortlich gemacht haben.

Es gibt ein Kabinengeheimnis, ich kann da nichts nach draußen geben, nur so viel sagen: Natürlich waren wir nach diesem Spiel nicht gerade bester Laune.