Die SZ sprach mit Karl Hopfner, der Finanzvorstand der FC Bayern AG. Der 53-jährige Betriebswirt ist als Vertreter der AG in der Stadion GmbH unmittelbar mit dem Arena-Projekt betraut.
Die Vorstandsmitglieder Karl-Heinz Rummenigge und Karl Hopfner brachten ihn dort auf den Stand der Dinge im Bestechungsskandal um Löwenchef Karl-Heinz Wildmoser und dessen Sohn.
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Rummenigge erklärte, er sei vom Verhalten der bisherigen Partner "sehr enttäuscht", der Vorfall werde die Beziehungen zum Nachbarn TSV 1860 "nicht gerade verbessern".
Um das Stadionprojekt mache er sich jedoch keine Sorgen, "die Finanzierung steht".
SZ: Herr Hopfner, strebt der FC Bayern als möglicher Geschädigter des Betrugsskandals eine Klage gegen die Wildmosers oder auch gegen die Baufirma an?
Hopfner: Das prüfen wir gerade, wir haben zwei Anwälte damit beauftragt. Sie werden klären, was wir rechtlich machen können.
SZ: Wundert es Sie nicht im Nachhinein, dass die Baufirma exakt jene 280 Millionen als Kosten aufrief, die der FC Bayern und der TSV 1860 als Limit gesetzt hatten? Ist die Arena zu teuer?
Hopfner: Wundern kann man sich über Vieles, aber das Ganze war doch ein Vergabeverfahren, und dieses Verfahren ist absolut ordnungsgemäß durchgeführt worden. Warum die dann diesen Preis gemacht haben, ist spekulativ. Die Frage, ob das Stadion zu teuer ist, kann man sich natürlich stellen. Aber das alles wird jetzt in Ruhe geprüft.
SZ: Sorgen Sie sich um den Bestand der Kreditlinien?
Hopfner: Nein, absolut nicht. Von uns stecken ja 75 Millionen Euro als Gesellschafterdarlehen drin, das ist Geld der Bayern München AG. Und die Finanzierung funktioniert, denn Sechzig wird ja sicher in dem Stadion spielen. Die Finanzierung ist so aufgebaut, dass sie über die GmbH läuft und sich über die Spiele deckt.
Die Kreditlinien stehen, da sehe ich auch aus Bankensicht keine Gefahr. Es wird heute weiter gebaut und auch morgen. Aber wir müssen sicher irgendwann bereden, wie es weiter geht.
SZ: Hat sich der TSV 1860 mit dem Projekt vielleicht übernommen?
Hopfner: Das glaube ich nicht, und ich kann mir auch nicht vorstellen, dass dieser Vorfall mit dem Verein etwas zu tun hat - schließlich werden hier zwei Privatpersonen beschuldigt.
SZ: Dann wäre auch 1860 möglicherweise Geschädigter des Skandals.
Hopfner: Denke ich auch, die Löwen sollten dann ebenfalls klagen - wenn sich die Vorwürfe belegen lassen. Denn auch Sechzig ist Gesellschafter der GmbH.
SZ: Wird das Verhältnis der Münchner Vereine durch den Skandal belastet?
Hopfner: Mit dem Verhältnis ist das so eine Sache. Fakt ist: Wir müssen das Stadion bauen, und an einem Samstag spielen wir, am anderen Sechzig, so sieht das Verhältnis aus.
Wir sind zwar im Stadion gemeinsam mit drin, aber letztlich ist das eine Kapitalgesellschaft, in die jeder eine Million Euro eingezahlt hat.
SZ: Halten Sie es für möglich, dass weitere Machenschaften aufgedeckt werden, die auch den TSV 1860 betreffen?
Hopfner: Das ist Spekulation. Aber ich hoffe nicht, das wäre ja Wahnsinn.
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(SZ vom 11.3. 2004)
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