Bayern-Trainer Jupp Heynckes "Wir müssen cleverer werden"

Robustere Bayern, verschärfter Konkurrenzkampf: Trainer Jupp Heynckes hat auf seiner ersten Pressekonferenz nach dem Champions-League-Finale eine neue Gangart angekündigt. Bastian Schweinsteiger stellt er eine Sonderbehandlung in Aussicht - zum neuen Sport-Vorstand Matthias Sammer kann er sich eine süffisante Bemerkung nicht verkneifen.

Eine härtere Gangart, verschärfter Konkurrenzkampf und Sonderbehandlung für Bastian Schweinsteiger - Trainer Jupp Heynckes hat deutliche Veränderungen beim FC Bayern angekündigt. Der 67-Jährige ließ am Tag nach der Inthronisierung des neuen Sportvorstands Matthias Sammer aber auch leise Kritik an der Entmachtung von Christian Nerlinger anklingen.

"Wir müssen cleverer werden": Bayern-Coach Jupp Heynckes.

(Foto: Bongarts/Getty Images)

Dass in der vergangenen Saison die Ziele nicht erreicht worden seien liege zuallererst am Trainer und der Mannschaft - und nicht am Manager. "Wir müssen cleverer werden, robuster, erfolgsorientierter. Das hat in der vergangenen Saison in den entscheidenden Momenten gefehlt", sagte Heynckes bei seiner ersten Pressekonferenz nach dem verlorenen Champions-League-Finale. Alle müssten wieder dahinkommen, Hunger auf Erfolg zu haben.

Eine Sonderbehandlung erhält nur der durch Verletzungen und Enttäuschungen besonders gebeutelte Nationalspieler Schweinsteiger, der im Champions-League-Finale den entscheidenden Elfmeter an den Pfosten geschossen hatte. Möglicherweise darf der sogar seinen dreiwöchigen Urlaub verlängern. "Ich werde ihn in der dritten Urlaubswoche anrufen. Er muss Selbstbewusstsein, Fitness wiederbekommen und mental frei sein. Ich werde mich besonders um ihn kümmern", kündigte der Trainer-Routinier an.

Ansonsten ist bei den Bayern ab jetzt Schluss mit dem Kuschelkurs. "Die neuen Spieler werden den Etablierten Feuer unter dem Hintern machen. Ich habe jetzt Alternativen und werde wechseln", kündigte der 67-Jährige mit Blick auf Neuzugänge wie Mario Mandzukic, Claudio Pizarro, Dante oder Xherdan Shaqiri an.

Sammer darf auf die Bank

Auch am spanischen Welt- und Europameister Javi Martinez sind die Bayern weiter dran, auch wenn der Transfer "nicht einfach wird". Heynckes hatte sogar mit dem einst unter ihm als Spieler aktiven Präsidenten des Vereins telefoniert. Die in der Ausstiegsklausel des Spielers festgelegte Ablösesumme von angeblich 40 Millionen Euro werde man "aber nie bezahlen."

Heynckes zeigte sich zudem "felsenfest überzeugt", dass er gut mit dem als erfolgsorientierten Siegertypen bekannten Matthias Sammer zusammenarbeiten werde. Ein erstes eineinhalbstündiges Gespräch habe es bereits gegeben, am Mittwoch schaute Sammer beim Training zu und am Donnerstag soll es ein weiteres Gespräch geben. Er und Sammer, so Heynckes, hätten ähnliche Vorstellungen vom Fußball: "Er war schon als Spieler eine große Persönlichkeit und hat nie verlieren können. Das hat mir immer imponiert. Wir werden konstruktiv zusammenarbeiten, um das Optimum für den FC Bayern zu erreichen."

Allerdings klang auch an, dass die Zusammenarbeit zwischen dem eher auf Ausgleich bedachten Heynckes und dem als manchmal sturen Vordenker bekannten Sammer nicht immer reibungslos ablaufen dürfte. "Es ist selbstverständlich, dass er mit auf die Bank geht. Ich würde ihm empfehlen, unten Platz zu nehmen und wieder eine andere Perspektive auf den Fußball zu bekommen", sagte Heynckes süffisant.