Bayern-Sieg gegen Hoffenheim Zeit für Blödelbilder

Der Kleine ist der Große: Mario Götze erzielt den Führungstreffer für den FC Bayern

(Foto: REUTERS)

Am Anfang hat der FC Bayern Glück, dass er nicht früh gegen 1899 Hoffenheim zurückliegt. Am Ende gewinnt der Tabellenführer mühelos 4:0. Bastian Schweinsteiger darf sich auch noch ein paar Minuten feiern lassen.

Von Matthias Schmid

Bastian Schweinsteiger fügte sich nach seiner 132-tägigen Absenz mit einem Blödelbild beim FC Bayern München wieder ein. Im Bauch der heimischen Arena ließ er sich mit Co-Trainer Hermann Gerland am Samstagmittag vor dem Spiel gegen die TSG 1899 Hoffenheim fotografieren. Schweinsteiger, der Held vom WM-Finale gegen Argentinien, legte seinen rechten Arm liebevoll um seinen früheren Cheftrainer aus Jugendtagen. Er trug so große Kopfhörer wie die Rapper in den Musikvideos, mit links spreizte er Zeige- und Mittelfinger zum Victory-Zeichen. Der FC Bayern veröffentlichte das Bild noch vor dem Anpfiff via Twitter. Schweinsteiger war gut drauf, er war zurück als Berufskicker.

Bis zum samstäglichen Heimspiel war der 30-Jährige ja wochenlang vom Sport befreit. Erst in der vergangenen Woche trainierte er nach seinen Patellasehnenproblemen wieder mit der Mannschaft. Das sind nicht allzu viel Trainingseinheiten, um wieder reinzufinden in seinen Beruf. Bayern-Trainer Pep Guardiola nahm ihn trotzdem schon wieder in den Kader. Im Mittelfeld kann der Spanier gerade jeden gesunden Spieler gebrauchen, es war das erste Spiel nach der schweren Verletzung von Kapitän Philipp Lahm, der sich das Sprunggelenk gebrochen hat.

Zu Beginn des Spiels verzichtete Guardiola allerdings noch auf den defensiven Mittelfeldspieler. Gegen Hoffenheim gewannen die Münchner trotzdem mühelos nach Toren von Mario Götze (23.), Robert Lewandowski (40.), Arjen Robben (82.) und Sebastian Rode (87.). Mit dem 4:0 vergrößerten sie ihren Vorsprung in der Tabelle sogar auf sieben Punkte, da Wolfsburg und Gladbach jeweils verloren.

Überlegen waren sie aber diesmal nicht von Beginn an. Die Hoffenheimer spielten mutiger als viele andere Mannschaften in München, die sich nur hinten reinstellen und hoffen, dass der Fußballgott es gnädig mit ihnen meint, Hoffenheim störte früh und verteidigte mit ihrer Viererkette fast an der Mittellinie. Vielleicht war die Aufstellung von Guardiola etwas zu offensiv gewählt, er schickte erstmals in dieser Saison Lewandowski, Götze, Thomas Müller, Arjen Robben und Frank Ribéry aufs Feld - alles Spieler, die lieber nach vorne laufen als nach hinten. Im defensiven Mittelfeld sah sich Xabi Alonso deshalb ein ums andere Mal alleine einer Hoffenheimer Überzahl gegenüber. Guardiola schaute sich das eine Viertelstunde an, dann zog er Rechtsverteidiger Rafinha ins Mittelfeld, um das Zentrum zu stabilisieren.

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Zu diesem Zeitpunkt hätte es schon 1:0 für die Gäste stehen können, ja vielleicht sogar müssen. Anthony Modeste köpfelte in der neunten Minute nach einer feinen Flanke von Tarik Elyounoussi aus sechs Metern freistehend vorbei.

In Führung ging dennoch der FC Bayern. Mario Götze nahm in der 23. Minute einen Ball von Alonso an, es sah harmlos aus. Götze stand etwa 28 Meter vor dem Tor. Er guckte, er schoss, und der Ball lag im Tor. Es war ein Traumtor. Der Treffer beruhigte das Bayernspiel, sie spielten wieder selbstverständlicher, auch weil die Hoffenheimer nicht mehr ganz so munter ihre Gegenspieler anliefen. Das frühe Stören kostet viel Kraft. Nach 39 Minuten war das Spiel dann auch entschieden, nach einer Flanke von Robben schloss Lewandowski per Kopf zum 2:0 ab.

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"Wenn man in München mit vier, fünf oder sechs zu null verliert, ist das normal", hatte 1899-Trainer Markus Gisdol vor dem Spiel kundgetan und mit einem Augenzwinkern hinzugefügt: "Oder glauben Sie, dass wir besser sind als der AS Rom?" Die Italiener hatten in der Champions League zu Hause gegen Bayern 1:7 verloren. Die Hoffenheimer waren tatsächlich besser. Sie mussten noch zwei weitere Treffer durch Robben und Rode sowie eine Rote Karte für Adam Szalai (90.) hinnehmen, verhinderten aber ein Debakel.

Und Bastian Schweinsteiger? Der Weltmeister durfte auch noch ein paar Minuten spielen, er kam in der 77. Minute - und ließ sich von den Zuschauer für eine Vorlage zum Rode-Treffer feiern. Er gab den vielen Fotografen im Stadion so auch noch die Gelegenheit für ein ordentliches Bild in kurzer Dienstkleidung.


Quelle: Opta Sportdaten

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