Sonst tat sich bei den Gästen allerdings auch nicht viel aus dem Spiel heraus. Also musste auch hier ein ruhender Ball herhalten, in Verbindung mit einem Schachzug Felix Magaths. Der neue Trainer in Schalke findet ja in diesen Tagen mit jeder Personalmaßnahme eine Art Zaubermittel und macht aus dem FC Schalke eine Wundertüte junger Talente. Nach Christoph Moritz, 19, Lukas Schmitz, 21, Levan Kenia, 19, die vor dieser Saison niemand kannte, gab diesmal Joel Matip sein Debüt in der ersten Elf. Ein 18-jähriger Schüler, der bisher mal in der A-Jugend, mal in der Regionalliga spielte, und nun vor 69.000 Zuschauern im zentralen Mittelfeld das Schalker Spiel leiten sollte. Und dieser Joel Matip erzielte nach 42 Minuten das 1:1.
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Auch Matip fiel ein Freistoß aus dem Halbfeld auf den Scheitel, mit dem er den Ball an den Innenpfosten verlängerte. "Gas geben und Aufgabe erledigen", habe ihm Magath vor dem Spiel mitgegeben. Während die Fernsehkameras gerade noch die Münchner Führungstroika Rummenigge, Hopfner und Hoeneß beim Lachen filmten, sah man sie nun schimpfend und hadernd.
Toni fährt nach Hause
Konsequenzen hatte zunächst wieder einmal ein Freistoß: Badstuber flankte hinein in den Tumult am Fünfmeterraum, wieder war van Buyten dabei, doch Bordon rettete auf der Linie, dann Neuer. Es folgten der Halbzeitpfiff und viele schwere Gedanken in der Münchner Arena. Und - wie von allen erwartet - die Einwechslung von Arjen Robben. Und mit Robben eine Menge Aufregung. Zum Beispiel, weil der ausgewechselte Luca Toni direkt in sein Auto stieg und nach Hause fuhr.
Bayern-Klubpräsident Franz Beckenbauer urteilte noch in der Halbzeit, die Mannschaft versuche, "sich zu orientieren und zu finden". Und wie so oft suchte sie Orientierung bei Robben. Immer wieder gaben sie dem schnellen, trickreichen Flügelstürmer den Ball, der mit Tempodribblings die Lösungen im Angriff provozieren sollte. Bei einem seiner ersten Dribblings fuhr ihm Lukas Schmitz hinten in die Beine, Robben fiel, sprang aber wutentbrannt auf und rammte den Schalker vehement um. Schiedsrichter Meyer gab dem Niederländer nur Gelb. Kurioserweise beschwerte sich Robben über diese sanfte Entscheidung.
Hätte Meyer die denkbare rote Karte gezückt, er hätte den Schalkern ein Problem genommen. Denn mit Arjen Robben und dessen irrwitzigen Dribblings erspielten sich die Münchner zunehmend Dominanz. Auch die Mitspieler trauten sich nun einmal zu, einen offensiven Zweikampf zu riskieren. Viele legten die Angst wenigsten phasenweise ab, sich beim nächsten Training von van Gaal einen Rüffel vor der gesammelten Mannschaft abzuholen.
Van Gaal: "Ein bisschen unglaublich"
Die beste Chancen zunächst vergab Miroslav Klose, sein Kopfball strich knapp am Pfosten vorbei (62.). Und dann Anatoli Timoschtschuk nach Zusammenspiel mit dem inzwischen auf links gewechselten Lahm und dem für Klose gekommenen Mario Gomez (76.). Die Münchner Vorteile entsprangen auch dem Umstand, dass die passiven Gäste kaum mehr einen ihrer schnellen Konter spielten. Defensiv standen die Münchner vorzüglich.
Bayern spielte nun tatsächlich mit Vehemenz und Drang Richtung gegnerischen Strafraum, Rück- oder Querpässe honorierten die Zuschauer mit lautem Protest. Doch aller Wille führte auch diesmal nicht zum Ziel, selbst Daniel van Buyten schoss am Ende kein Tor mehr. "Es fehlen die Tore, es ist fast ein bisschen unglaublich", haderte Trainer van Gaal.
Bayern München - Schalke 04 1:1 (1:1) München: Butt - Lahm, van Buyten, Demichelis, Badstuber (64. Hamit Altintop) - Timoschtschuk, van Bommel, Schweinsteiger - Müller - Toni (46. Robben), Klose (75. Gomez). - Trainer: van Gaal Schalke: Neuer - Höwedes (46. Zambrano), Westermann, Bordon, Schmitz - Rafinha (70. Mineiro), Matip, Moritz - Farfan, Kuranyi, Sanchez (54. Pliatsikas). - Trainer: Magath Schiedsrichter: Florian Meyer (Burgdorf) Tore: 1:0 van Buyten (31.), 1:1 Matip (43.) Zuschauer: 69.000 (ausverkauft) Gelbe Karten: Robben, Schweinsteiger (4) - Sanchez, Kuranyi, Zambrano (5), Schmitz
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(sueddeutsche.de/ebc)
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es geht bergab, Dieter ist schon weg... klar, dass sie noch um sich schlagen. Kann sein, dass sie den lahm sogar noch mit sich in den Untergang nehmen, den Deisler haben sie auch fertig gemacht.