Von Javier Cáceres

Die Strategie von Real Madrid im Werben um Franck Ribéry hat schon bei anderen Transfers funktioniert - beispielsweise beim heutigen Real-Berater und Ribéry-Freund Zinedine Zidane.

Womöglich liegen sogar Mitschnitte italienischer Fahnder vor, eine Zeitlang waren sie ja in Sachen Luciano Moggi recht aktiv. Moggi, das war vor ein paar Jahren die graue Eminenz von Juventus Turin, ein Mann mit wenigen Haaren und noch weniger Skrupeln, mit vielen Kontakten, zahllosen Handys und vielen Ersatz-Akkus. Er redete und redete und redete, kaufte Spieler, Spiele, Schiedsrichter - und hatte für jeden Juve-Spieler ein Ohr. Manchmal stellte er sich aber auch taub.

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Zinedine Zidane (links) und Franck Ribéry bei der Fußball-WM 2006. (© Foto: Getty)

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Zum Beispiel, wenn Zinédine Zidane, damals Regisseur bei Juventus und anerkannt weltbester Fußballer seiner Zeit, ihn bekniete, ihn gehen zu lassen. Real Madrids Präsident Florentino Pérez baue in Spanien gerade ein Ensemble aus "Galácticos", dem er gerne beitreten wolle, flehte Zidane. Monatelang ging das so. No way, antwortete Moggi. Bis 2001.

Da richtete sich Zidane in der ultimativen Sprache, die man auch aus Mafia-Filmen kennt, an Moggi: "Entweder ihr verkauft mich. Oder ich höre ganz mit dem Fußball auf." Natürlich hörte Zidane damals nicht mit dem Fußball auf. Sondern erst fünf Jahre später. Im weißen Trikot von Real Madrid. Juventus war durch die Stänkereien Zidanes so zermürbt, dass der reisende Franzose schließlich doch nicht aufgehalten wurde.

Noch immer lebt Zidane in Madrid, dem nach dreijähriger Auszeit zurückgekehrten Präsidenten Pérez dient er als hochoffizieller Berater - und PR-Rammbock in Sachen Franck Ribéry. Immer wieder hat Zidane in den vergangenen Wochen öffentlich erklärt, wie gut sein Landsmann zu Reals neogalaktischem Projekt passen würde, Pérez hat er davon längst überzeugt.

Parallel dazu hat er Ribéry ausgeredet, eine Planstelle bei Reals Erzrivalen FC Barcelona antreten zu wollen, obwohl wohl dessen persönlicher Berater Alain Migliaccio - der (zufällig) auch Zidanes Manager ist - eine derartige Absichtserklärung abgegeben hatte.

Vor drei Wochen erteilte Ribéry Barça telefonisch eine Absage; Präsident Joan Laporta schäumte, nannte Real Madrids Geschäftsgebaren "imperialistisch" und "herrschsüchtig". Real Madrid ignorierte die Anwürfe nicht einmal, sondern konzentrierte sich darauf, den Ribéry-Transfer doch einzustielen. Nach Plan Z?

Nicht nur mit Zidane, auch mit Ronaldo und David Beckham funktionierte die Politik der Zermürbungen des Marktrivalen. Weder Inter Mailand (Ronaldo) noch Manchester United (Beckham) wollten seinerzeit Transfers zu Real zustimmen, beugten sich aber schließlich doch, um den Betriebsfrieden zu wahren.

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