Bayern-Sieg in Stuttgart Schmollende stören die Harmonie

Zeitvertreib auf der Bayern-Bank: Anatolij Timoschtschuk, Arjen Robben, Jérôme Boateng and Mario Gomez (v.l.n.r.)

(Foto: REUTERS)

Ein Sieg ohne Mühe und elf Punkte Vorsprung auf Leverkusen: Die Bayern wirken beim 2:0 in Stuttgart gefestigter denn je. Ein Konflikt droht jedoch durch die unglücklichen Ersatzleute Robben und Gomez - weshalb die Verantwortlichen bemüht sind, an die Rotation im Team zu erinnern.

Von Jonas Beckenkamp, Stuttgart

Es hatte etwas Rührseliges, wie Cristian Molinaro dastand und sich in schönstem Italo-Deutsch mehrfach entschuldigte. Denn dass der VfB Stuttgart an diesem 19. Spieltag gegen die Bayern 0:2 verlor, lag letztlich auch an einer ziemlich haarsträubenden Aktion von Molinaro.

"Das war ganz klar mein Fehler," sagte er, "ich habe Mandzukic einfach nicht gesehen." Die Rede war von seinem grotesken Rückpass, der Bayerns Stürmer als Traumvorlage zum 0:1 (50. Minute) gereichte und diese wenig aufregende Partie zugunsten der Münchner entschied. Elf Punkte liegen die Bayern in der Tabelle nun vor den zweitplatzierten Leverkusenern, was in der Bundesliga einen Trend zur Langeweile andeutet.

Dass die Verantwortlichen des Rekordmeisters damit nicht das geringste Problem haben, ist verständlich - und doch gab es bei aller Zufriedenheit ein paar Dinge zu diskutieren. Zum einen ging es darum, dass die Münchner zwar ordentlich, aber nicht berauschend gespielt hatten.

Sportdirektor Matthias Sammer glaubt, den Grund dafür zu kennen: "Wir hatten auf der einen Seite eine gute Vorbereitung, auf der anderen Seite Gegner, die Probleme hatten. Das sah alles ziemlich leicht bei uns aus." Deshalb habe die Elf wie auch gegen Fürth erst nach dem Rhythmus suchen und die prägenden Momente der Partie nicht erspielen, sondern erarbeiten müssen.

Den anderen Kern der Gespräche mit den Reportern bildete die Personalsituation um die Bankspieler Mario Gomez und Arjen Robben. Der eine (Gomez) war gegen seinen alten Verein erst nach 88 Minuten unter Pfiffen aus der Stuttgarter Kurve eingewechselt worden, der andere (Robben) lehnte gar die komplette Schlussphase des Spiels mit verschränkten Armen an der Bande.

Sagen wollten beide dazu nichts - doch ihr wortloses Schlendern in den Mannschaftsbus verriet auch so genug: Fußballerglück sieht anders aus. "Es ist bei unserem starken Kader doch normal, dass Spieler enttäuscht sind, wenn sie nicht drankommen," rechtfertigte Trainer Jupp Heynckes seine Entscheidung, die erste Elf fast unverändert durchspielen zu lassen.