Bayern-Basketballer verlieren in Berlin Alba ruiniert Pesics Debüt

Seine Rückkehr zu seinem alten Klub endet für den neuen Bayern-Coach Svetislav Pesic mit einer deutlichen Niederlage. Bei Alba Berlin müssen sich die Basketballer des FC Bayern mit 70:82 geschlagen geben. Damit entfernt sich die teure Mannschaft der Münchner immer weiter von den Playoffs.

Auch der Neue konnte an der Pleite nichts ändern: Svetislav Pesic verlor mit dem FC Bayern in Berlin. 

(Foto: dapd)

Svetislav Pesic hielt es nur wenige Sekunden auf seinem Stuhl aus, dann sprang er auf, dirigierte, motivierte und fluchte. Schon bei seinem ersten Auftritt als neuer Coach des Basketball-Bundesligisten Bayern München war der 63-Jährige voll in seinem Element. Verhindern konnte der serbische Trainer die bittere Niederlage gegen seinem langjähriger Arbeitgeber aber nicht. Bei Alba Berlin unterlagen die Bayern bei seiner BBL-Rückkehr nach einer blutleeren Vorstellung verdient mit 70:82 (28:41).

Pesic hat noch viel Arbeit vor sich, um den taumelnden Emporkömmling nach der dritten Pleite in Serie endlich auf Kurs zu bringen und die hohen Ansprüche von Präsident Uli Hoeneß zu erfüllen. Für München punkteten Tyrese Rice (14), Lawrence Roberts und Jan-Hendrik Jagla (beide 10) am sichersten. Erfolgreichste Korbwerfer der "Albatrosse" waren Yassin Idbihi (20 Punkte) und Nihad Djedovic (14). Die 12.110 Fans in der Berliner Arena am Ostbahnhof empfingen Pesic herzlich und jubelten ihm vor dem Tip-off lautstark zu. In der Hauptstadt hat niemand vergessen, was er geleistet hat. Mit Pesic an der Seitenlinie gewannen die Hauptstädter den Korac-Cup (1995), wurden Pokalsieger (1999) und viermal in Folge Meister.

Seitdem war der ehemalige Serienchampion nie wieder so erfolgreich und wartet nun schon seit drei Jahren sehnsüchtig auf einen Titel. Auch wenn Pesic erst seit fünf Tagen im Amt ist, hingen die Spieler in jeder Auszeit förmlich an seinen Lippen, und versuchten, jede Anweisung bestmöglich umzusetzen. Der Weltmeister-Trainer von 2002, gekleidet im dunklen Anzug mit hellem Hemd und gestreifter Krawatte, dankte es seinen Schützlingen zunächst mit Beifall und anerkennenden Worten. Später waren seine Schützlinge jedoch schlicht überfordert. Immerhin fünf Ex-Berliner - darunter Pesics Schwiegersohn Jan-Hendrik Jagla - standen im Münchner Aufgebot.

Auf der Bank saß in Pesics Sohn Marko, heute Bayern-Sportdirektor, ein weiterer alter Bekannter. Doch die Hauptstädter von Coach Sasa Obradovic, der selbst mehrere Jahre unter Pesic spielte, behielten in der Anfangsphase die Ruhe und erwischten den besseren Start. Nach dem ersten Viertel führten die Gastgeber 17:14, nach einer weiteren Steigerung zur Halbzeit dann sogar mit 41:28. Kaugummi kauend musste der routinierte Pesic auch nach dem Seitenwechsel verfolgen, wie die starken Berliner ihren Vorsprung erst clever ausbauten und am Ende souverän gewannen.

Alba rückte nach dem fünften Sieg in Serie näher an die Spitze heran, doch Double-Sieger Brose Baskets Bamberg verteidigte die Tabellenführung bei Vizemeister ratiopharm Ulm (85:83 n.V.) erfolgreich. Pesic hatte Yannis Christopoulos am Dienstag als Trainer der Münchner abgelöst und einen Vertrag bis zum Saisonende unterschrieben. Der Serbe, nach dem Rauswurf von Dirk Bauermann zu Saisonbeginn bereits der dritte Bayern-Coach in dieser Saison, hatte die deutsche Nationalmannschaft zuvor im Sommer zur EM 2013 in Slowenien geführt, seinen ausgelaufenen Vertrag aber nicht verlängert. Der Deutsche Basketball Bund (DBB) ist auf der Suche nach einem Nachfolger.