Bayern auf Einkaufstour Ein unberechenbarer Dribbler

Ribéry wuchs im Norden Frankreichs auf, in Boulogne-sur-Mer am Ärmelkanal. Sein fußballerisches Ausnahmetalent wurde früh entdeckt vom OSC Lille, doch der Klub entließ ihn aus seinem Fußball-Internat, weil die Schulnoten zu wünschen übrig ließen. Ribéry schlug sich bei Amateurklubs durch, geriet durch die Pleite von Olympique Alès sogar selbst in ernsthafte Geldnöte; auch diese Erfahrung hat ihn geprägt.

Bayern auf Einkaufstour

"Er atmet die Freude am Leben", sagt Zinédine Zidane (hinten) über Franck Ribéry.

(Foto: Foto: AP)

Der Trainer Jean Fernandez verhalf Ribéry zum Durchbruch, als er ihn 2004 zum FCMetz holte. Er verehre diesen Coach, sagt Ribéry - was ihn nicht daran hinderte, nach nur einem halben Jahr in Metz sofort ein Angebot von Galatasaray Istanbul anzunehmen. Ein weiteres halbes Jahr später stellte er sich in Marseille als Neuzugang vor, wo er, wieder unter Trainer Fernandez, zu internationaler Klasse reifte.

Er schoss in den vergangenen Spielzeiten fünf respektive sechs Tore und glänzte als furioser Antreiber. Dass Ribéry 2006 seine Wechselabsichten mit dem Abschied seines Lieblingstrainers Fernandez aus Marseille begründete, sorgte angesichts der Episode aus Metz eher für Erheiterung. Nun soll ihm sein neuer Manager Alain Migliaccio den ganz großen Vertrag besorgen; Migliaccio ist auch Agent von Zinédine Zidane.

Ein gläubiger Muslim

Ribéry, der neue Zidane? Es gibt Anknüpfungspunkte. Der Nordfranzose gilt als multikulturelles Idol wie Zidane, seit er 2004 die aus Algerien stammende Wahiba heiratete und zum Islam übertrat. Für jeden im Stadion sichtbar betet Ribéry vor den Spielen.

Nach der WM 2006 besuchte Ribéry mit Frau und Kind Algerien, um seine Schwiegereltern kennenzulernen. Was als Privatbesuch gedacht war, wuchs sich zu einem Triumphzug aus; politische und sportliche Würdenträger erwiesen ihm die Ehre. Damals versprach Ribéry: "Ich weiß, dass es im Leben sehr schnell in die eine wie in die andere Richtung gehen kann. Ich werde auf dem Boden bleiben.''

Die Saison 2006/2007 hat ihn, genau genommen, sportlich nicht weiter gebracht. Eine Schambeinentzündung warf ihn zurück, und in der Notengebung der Zeitung La Provence landete er nur auf Rang vier. Rang eins belegte Spielmacher Samir Nasri. Der 19-Jährige ist tatsächlich, wie Zidane, algerischer Abstammung. Und Zidane selbst hat ihn kürzlich zu seinem legitimen Nachfolger ausgerufen.