Es ist viel mehr als nur ein Uefa-Cup-Spiel heute Abend. Glaubt man den Leverkusener Spielern, dann kämpfen sie in Bukarest nicht nur um Punkte, sondern für den dritten Startplatz in der Champions League.
Manche Dinge im Sport sind so unglaublich, dass man Statistiken braucht, um die Unglaublichkeit zu unterstreichen. Die Fünf-Jahres-Wertung der Uefa etwa ist so ein Ding, das man kaum zu glauben vermag. Diese Tabelle sieht im Moment so aus:
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Das allein wäre kein Grund zur Beunruhigung. Jedoch haben deutsche Mannschaften in der Spielzeit 2001/2002 9.142 Punkte geholt, rumänische nur 2.166. Diese Punkte fallen ab der kommenden Spielzeit weg, Rumänien könnte Deutschland überholen und den dritten Startplatz in der Champions League bekommen.
Wie? Rumänien? Gibt's nicht! Sagte nicht Karl-Heinz Rummenigge vor kurzem, dass nur noch finanzstarke Clubs in Europa Erfolg haben können. Dazu gehören Vereine aus England, Spanien, Italien. Aber doch nicht Rumänien.
Noch nie stand eine rumänische Mannschaft im Finale des Uefa-Cups, Steaua Bukarest konnte 1986 den Europapokal der Landesmeister gewinnen - der einzige Erfolg einer rumänischen Mannschaft auf Europas Fußballbühne.
Und so wird das Gruppenspiel zwischen Dinamo Bukarest und Bayer Leverkusen plötzlich zur fußball-nationalen Angelegenheit - zumindest, wenn man den Leverkusener Spielern glaubt.
"Wir könnten mit einem Sieg dem deutschen Fußball einen guten Dienst erweisen", sagt Mittelfeldspieler Simon Rolfes. "Da wäre es schon schlimm, wenn wir jetzt scheitern würden", ergänzte Trainer Michael Skibbe und glaubt, dass Fußball-Deutschland hinter seiner Mannschaft steht.
Moment mal: Nur weil Schalke, der HSV und auch Leverkusen seit Jahren an europäischen Größen wie Alkmaar und Dnjepr Dnjepropetrovsk scheitern, sollen nun alle vor dem Fernseher sitzen und hoffen, dass Bayer Leverkusen für den deutschen Fußball die Kohlen aus dem Feuer holt?
Bei aller Sympathie für Bayer: Das ist übertrieben. Der Fußballfan guckt im Moment lieber Bayern München und Werder Bremen - die derzeit kräftig Punkte für die Wertung holen. Die scheiterten in den vergangenen Jahren auch. Dann aber an Mannschaften wie Barcelona, Inter Mailand und Juventus Turin.
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