Von Jürgen Schmieder

Trotz der Niederlage gegen Spanien ist das Selbstbewusstsein der deutschen Basketballer ungebrochen. Wie bei der vergangenen Weltmeisterschaft wollen sie eine Medaille gewinnen. Nach den Leistungen bisher fragt man sich: Warum eigentlich nicht?

Es ist ein deutliches Zeichen, wenn der Superstar in den letzten Minuten einer Partie nicht mehr auf dem Parkett steht. Dirk Nowitzki erlebte die Schlusssirene beim Spiel gegen Spanien von der Ersatzbank aus. Der Grund: Zu groß war der Rückstand, als dass Nowitzki noch hätte eingreifen können. 71:92 hieß es am Ende, eine deutliche Niederlage.

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Davon sollte man sich jedoch nicht blenden lassen. Die deutsche Mannschaft hielt gegen die Spanier vor allem in der ersten Halbzeit sehr gut mit und konnte Mitte des dritten Viertels gar ausgleichen. Die Höhe der Niederlage ist damit zu begründen, dass Leistungsträger wie Nowitzki und Greene früh aus der Partie genommen wurden - Schonung für die nächsten Aufgaben.

Wer die ersten drei Spiele der deutschen Basketballer bei der WM in Japan gesehen hat, wird feststellen: Da steht nicht nur ein "Team Nowitzki" auf dem Platz, sondern das "Team Deutschland". Genau das hat "Dirkules" immer wieder betont. Die Mannschaft sei es, die so gut spielt, nicht nur er als deren Anführer.

Tatsächlich: Der Kader, den Dirk Bauermann zur Verfügung hat, gehört zur Weltspitze. Es ist vielleicht sogar die beste Kombination an Spielern, die eine deutsche Basketball-Nationalmannschaft jemals zu einem Turnier schicken konnte.

Deshalb ist die Niederlage gegen Spanien - neben dem "Dream Team" ein Anwärter auf die Goldmedaille - kein Beinbruch, sondern ein Wachrütteln zum rechten Zeitpunkt.

Am Mittwoch spielen die deutschen Korbjäger gegen Außenseiter Panama, bevor es am Donnerstag gegen Angola um Platz zwei in der Gruppe geht. Obwohl: Die Gruppenspiele sind unwichtig, nur qualifizieren muss man sich. Der Rest ist Nebensache.

Wirklich ernst wird es ab dem Achtelfinale, dann beginnt diese WM erst richtig. Jede Wette, dass Dirk Nowitzki dann auch in den Schlussminuten auf dem Platz steht.

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(sueddeutsche.de)