Basketball in der NBA Steph Curry: Der mit den tapsenden Bären tanzt

Steph Curry (links) und Dirk Nowitzki: Zwei sehr unterschiedliche Basketballer, die Samstagnacht erneut aufeinander treffen.

(Foto: picture alliance / AP Photo)

Er trifft auch aus 22 Metern: Steph Curry ist die Highlight-Maschine des Basketballs. Ein Best-of in Videos.

Von Jonas Beckenkamp

Ein paar Klicks führen manchmal zu größtem Erstaunen. Wer also mal wieder so richtig baff sein möchte, der sollte der Suchleiste bei Youtube den Namen "Steph Curry" zuführen und ein wenig Zeit mitbringen. Zeit zum Staunen, Zeit zum Zurückspulen. Denn es kann durchaus vorkommen, dass einem beim Betrachten dieses Sportlers ganz existenzielle Fragen in den Sinn kommen. Ist der Basketballer Curry eigentlich ein echter Mensch - oder handelt es sich bei ihm um einen Mutanten vom Planeten Spektakulus?

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Dass das Internet noch nicht explodiert ist vor lauter Steph-Curry-Highlightvideos, ist an sich ein Wunder. Wer diesen Typen nicht gesehen hat, verpasst was. Hier also die zehn irrsten Aktionen des derzeit besten Basketballers auf dieser Welt, der in der Nacht von Samstag auf Sonntag (3.30 Uhr) vermutlich erneut Dirk Nowitzki und seine Mavericks schwindelig spielen wird.

  • Tänzchen mit Dirk (März 2016)

Wenn im Fußball einer den anderen "auf einem Bierfilzl daherspielt", heißt das meist nichts gutes für den anderen. Ähnlich ist es auch im Basketball. Im letzten Spiel zwischen Golden State und Dallas kommt es zum ungleichen Duell Nowitzki gegen Curry. 1,91 Meter gegen 2,13 Meter, 86 Kilo gegen 111. Dass der Deutsche dabei aussieht wie ein tapsiger Bär, liegt an der Blitzgeschwindigkeit Currys. Seine größte Stärke ist sein Wurf, den er auch dann noch kontrolliert abfeuert, wenn er nur einen halben Meter Platz hat.

Zwölf Dreier in einem Spiel gegen Oklahoma (Februar 2016)

Distanzwürfe sind für Curry fast schon leichter als Versuche direkt am Korb. Egal, wie weit vom Ziel er sich entfernt befindet - seine Dreier rauschen über riesige Verteidiger hinweg. Sie segeln in hohem Bogen durch die Reuse. Oder kullern mit etwas Glück doch noch rein. Gegen die Thunder ballerte sich der 28-Jährige in einen solchen Rausch, dass selbst wilde Freiplatzwürfe fielen. Dribbling, Hand- und Tempowechsel, Sprungwurf (manchmal auch von einem Bein). Und das alles wie auf der Playstation.

  • In letzter Sekunde aus zehn Metern

Normalerweise versuchen Basketballer, so nah wie möglich Richtung Ring zu gelangen. Wer es nicht so weit hat, sieht besser, schießt präziser, trifft häufiger. Curry ist gerade dabei, diese Regel abzuschaffen. Bei ihm spielt Entfernung keine Rolle. Der letzte seiner zwölf Dreier gegen Oklahoma ist eine einzige Frechheit. Anstatt noch einige Meter weiter zu dribbeln, steigt er einfach knapp vor der Mittellinie hoch und verwandelt den entscheidenden Wurf. Interessant auch die ungläubigen Blicke auf der Bank des Gegners.

  • Mit Brett, völlig aus der Balance (November 2015)

Ein Treffer aus dem Clowns-Seminar. Im Spiel gegen Memphis stolpert Curry mehr als kontrolliert zu dribbeln. Seine Widersacher werfen sich ihm in den Weg, doch er schüttelt alle ab. Am Ende entsteht eine Szene, bei der eigentlich jeder Trainer einen Tobsuchtsanfall bekommt. Einer gegen alle, ein Verzweiflungswurf im Fallen - eigentlich ein Unding. Doch für Curry: Ja mei, wenn's sein muss.

  • Treffer aus dem Pirouetten-Dribbling (März 2015)

Wo bitte schön geht's zur Dreierlinie? Das scheint sich Curry im Spiel gegen die Clippers zu fragen. Umgeben von lauter Riesen aus Los Angeles kurvt der Mann aus San Francisco so lange durch die Zone, bis er irgendwo 20 Zentimeter Platz für einen Zirkuswurf findet. Als der Ball durch die Reuse zischt, bleibt wieder einmal zurück: eine Horde tapsiger Bären, diesmal aus LA.