In letzter Sekunde alles verspielt: Durch eine hauchdünne 84:86-Niederlage gegen Italien haben Deutschlands Basketballer nicht nur das Viertelfinale bei der Europameisterschaft verpasst, sondern auch die Teilnahme an den olympischen Spielen 2004 in Athen.
Wie schon in Sydney 2000 sind die Deutschen bei den Olympischen Spielen nur Zuschauer. Denn nur die ersten Drei der EM haben ihr Olympia-Ticket sicher. Roland Geggus, der Präsident des Deutschen Basketball Bundes (DBB), sprach von einem "schweren Rückschlag" und meinte: "Wir werden erst in zwei Jahren wieder die Chance zur Rehabilitierung haben."
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Die als Medaillenkandidat so hoch gewettete und so tief gefallene Mannschaft von Bundestrainer Henrik Dettmann durfte am Montag die Heimreise planen, während neben den Italienern auch Titelverteidiger Serbien und Montenegro (80:76 gegen die Türkei) und Russland (81:77 gegen Kroatien) zum Viertelfinale nach Stockholm reisen.
Demirel war bester Werfer
Gegen den deutschen Angstgegner bleibt alles beim alten: Im elften Spiel bei einer EM hagelte es die elfte Niederlage, die auch das Ende der Trainer-Ära des Finnen Henrik Dettmann sein dürfte. Beim Scheitern in der Olympia-Qualifikation war eine Trennung von dem 45-Jährigen ins Auge gefasst worden.
Mit hängenden Köpfen schlichen die langen Deutschen tief enttäuscht vom Parkett, auf dem ihre Olympia-Träume geplatzt waren.
Beste deutsche Korbwerfer waren der Berliner Mithat Demirel (23 Punkte), Dirk Nowitzki (21) und Ademola Okulaja (13). Für die abgeklärter spielenden Italiener trafen Massimo Bulleri (17) und Giacomo Galanda (16) am besten.
Aussichtslose Einzelaktionen
Vor 3240 Zuschauern in der Sporthalle "Himmelstalund" in Norrköping hatte die Auswahl des Deutschen Basketball Bundes aus ihrer Litauen-Lektion nur scheinbar gelernt. Sie legte einen Blitzstart (11:2) hin, zu dem vor allem Demirel die Initialzündung legte. Der mit 1,80 Metern kleinste deutsche Spieler traf in den ersten zehn Minuten mit drei "Dreiern" und erzielte im ersten Viertel elf Punkte zur 28:19-Führung.
In der ersten Halbzeit verzeichnete der quirlige Spielmacher nur einen Fehlwurf. Doch nach dem 31:19 kam wieder ein Rückfall, der stark an das "Litauen-Syndrom" erinnerte. Schlafmützigkeit in der Deckung nutzten die Italiener vorwiegend durch ungestörte 3-Punkte-Würfe zum 37:37-Ausgleich nach 16 Minuten.
Zwar warf das deutsche Team nach dem Wechsel wieder einen Zehn-Punkte-Vorsprung (57:47) heraus, ohne jedoch vorentscheidend davonziehen zu können. Im Gegenteil: In der 28. Minute glichen die Italiener zum 60:60 aus, weil die immer hektischer werdenden Deutschen jegliche Disziplin vermissen ließen und sich in aussichtslosen Einzelaktionen verzettelten.
Dramatische Schlussphase
Der eng gedeckte Nowitzki wurde deshalb auch kaum ins Spiel einbezogen. Die Folge diese teilweisen "Harakiri"-Basketballs: Die Italiener konnten 35 Sekunden vor der letzten Viertelpause zum 64:63 erstmals in Führung gehen. Nach dem 66:71-Rückstand brachte der bis dahin blasse Berliner Marko Pesic mit sieben Punkten in Folge sein Team wieder ins Spiel (71:73).
Nach dem 71:76 sorgte Nowitzki für das 75:76 und Okulaja per "Dreier" für den 78:78-Ausgleich. Doch in der dramatischen Schlussphase hatten die cleveren "Azzurri" gegen den entzauberten WM-Dritten die besseren Nerven.
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(sueddeutsche.de/dpa)
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