Basketball Die NBA ist so deutsch wie nie

Maxi Kleber (re.): Will sich bei den Dallas Mavericks durchsetzen

(Foto: AP)
  • Wie Daniel Theis ist Maxi Kleber im vergangenen Sommer in die NBA gekommen. Damit sind nun insgesamt fünf Deutsche in der stärksten Basketballliga der Welt aktiv, so viele wie noch nie.
  • Maxi Kleber will sich bei den Dallas Mavericks behaupten und zeigen, dass er nicht Dirk 2.0. ist, sondern Maxi 1.0.
  • Der Wechsel in die USA bringt auch Änderungen in der Spielweise mit sich.
Von Joachim Mölter

Für einen Zuschauer hatte Maxi Kleber einen beneidenswerten Platz an diesem Mittwochabend. Er saß in der ersten Reihe des American Airlines Center von Dallas, ganz nah am Geschehen, mit bestem Blick aufs Spielfeld. Damit hatte sich ein Kindheitstraum des 25-Jährigen schon zur Hälfte erfüllt. "Für mich ist es ein unfassbares Erlebnis", hatte Kleber tags zuvor voller Vorfreude erzählt: "Ich versuche, alles zu genießen und mitzunehmen. Ich will einfach sehen, wie alles in der NBA abläuft."

Nun ist Maxi Kleber aber nicht nach Amerika gekommen, um den weltbesten Basketballern in der Profiliga NBA zuzuschauen, sondern um da selbst mitzumachen. Und damit sich sein Kindheitstraum zur Gänze erfüllt, hätte er seinen beneidenswerten Platz zwischendurch gern getauscht. Aber er musste die ganze Zeit sitzen bleiben auf der Auswechselbank der Dallas Mavericks und zusehen, wie sein neues Team den Saisonauftakt 111:117 gegen die Atlanta Hawks verlor. Es ist das Schicksal von NBA-Neulingen wie Kleber, dass sie zunächst mehr auf der Bank sitzen als auf dem Spielfeld laufen.

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Wie Daniel Theis, der vom deutschen Meister Brose Bamberg zu den Boston Celtics wechselte, ist Maxi Kleber im vergangenen Sommer in die NBA gekommen. Damit sind nun insgesamt fünf Deutsche in der stärksten Basketballliga der Welt aktiv, so viele wie noch nie. Paul Zipser, Klebers früherer Klubkollege beim FC Bayern München, kam vor einem Jahr zu den Chicago Bulls und hat sich dort schnell etabliert; Dennis Schröder geht in seine fünfte Saison bei den Atlanta Hawks und ist dort mittlerweile in eine Führungsposition aufgestiegen, die er mit 28 Punkten beim Auswärtssieg in Dallas rechtfertigte. Und dann gibt es noch den inzwischen 39 Jahre alten Dirk Nowitzki, der seine 20. Saison bei den Mavericks absolviert. Länger hat noch nie ein NBA-Profi für einen Klub gespielt, und genauso lang auch nur einer: Kobe Bryant für die Los Angeles Lakers.

"Ich glaube, mit harter Arbeit und Ehrgeiz kann ich mich in die Rotation kämpfen"

Nachdem Daniel Theis am Mittwoch bei der 100:108-Heimniederlage der Celtics gegen die Milwaukee Bucks erstmals aufs Parkett geschickt wurde und in fünf Minuten sechs Punkte erzielte und zwei Offensiv-Rebounds einsammelte, wartet vom deutschen Quartett nur noch Kleber auf sein Pflichtspieldebüt in der NBA; die nächste Gelegenheit besteht am Freitag zu Hause gegen die Sacramento Kings. "Ich glaube, mit harter Arbeit und Ehrgeiz kann ich mich in die Rotation kämpfen", sagt er.

Für Maxi Kleber ist es Glück und Pech zugleich, dass er beim Klub von Dirk Nowitzki gelandet ist. "Für mich war es ein Luxus, dass ich mit Dirk zusammenarbeiten konnte", sagt Kleber, der sich bereits seit August in Dallas auf die Saison vorbereitete: "Er hat mir ein paar Sachen über die NBA gesagt und was mich erwartet. Das ist super hilfreich gewesen." Beeindruckt hat ihn dabei vor allem Nowitzkis Arbeitseinstellung: "Er war der Erste in der Halle und der Letzte, der ging. Und das den ganzen Sommer lang. Das ist der Grund, warum er immer noch spielen kann." Gegen Atlanta war Nowitzki zwar "wirklich platt", wie er zugab; trotzdem hatte er zehn Punkte und sechs Rebounds abgeliefert, eine ordentliche Bilanz für einen Mann seines Alters.